Prof. Tim BruystenProf. Tim Bruysten

Mittelstandsbotschafter, Strategie

5 Aspekte eines professionelleren Umgangs mit der Zukunft

Das Wort Zukunft ist so oft bemüht, dass es für viele Unternehmer zu einem Reizwort geworden ist. Jaja, auf die Zukunft einstellen solle man sich. Und jeder Zukunfts-Experte oder Trendforscher stellt eine andere Version davon vor. Das ist anstrengend, unkonkret und oftmals eher Fiction, als Science.

Und doch: Unternehmertum ist eben vor Allem eines: Ein Versuchsaufbau zur Meisterung der Zukunft.

Dieser Artikel zeigt einen einfachen Einstieg in einen professionellen Umgang mit der Zukunft.

1. Plural
Ein seriöser Ansatz sollte stets von Zukünften sprechen, denn Erstens kommt es anders und Zweitens als man denkt. Und egal wie gut die eigene Faktenlage ist, sie ist niemals vollständig. Die kleine Übung, Zukünfte zu sagen, erinnert im Alltag daran, die zahlreichen Unsicherheiten im Kopf zu behalten. Das Finetuning besteht darin, verschiedene mögliche Versionen von Zukunft beständig auszugestalten und in Form von Szenarien zu pflegen.

2. Das eigene Ego aus der Gleichung nehmen
Keines dieser Szenarien sollte man sich (zu sehr) zu eigen machen. Eine gute Übung ist es, das Gegenteil zum jeweils aktuellen Lieblingsszenario zu suchen. Das die Zukunft sich nicht nach den eigenen Vorlieben richtet, ist allgemein bekannt. Doch jenseits dieser einfachen Erkenntnis stellt sich häufig heraus, dass es gar nicht so einfach ist, das eigene Ego aus den Vorstellungen über die Zukunft zu nehmen.

3. Gut und Böse
Im nächsten Schritt sollte tunlichst vermieden werden, eine Zukunft zu mögen oder abzulehnen. “Gefällt mir” ist eine eindimensionale Betrachtung mit zwei Enden: gut und böse. Doch Zukünfte sind komplexer. Wie viele Dimensionen man zu ihrer Beschreibung verwendet ist eine Sache der Informiertheit und der Übung. Im professionellen Kontext sollte die Beschreibung aber ohne (emotionale) Bewertung auskommen.

4. Radikalisiert Euch!
Gerade Technologien werden kurzfristig häufig überschätzt und nach der quasi planmäßigen Enttäuschung dann langfristig völlig unterschätzt. Wer braucht schon ein Mobiltelefon? Eine Mikrowelle oder den Farbfilm? Welche Technologien sich durchsetzen und welche nicht ist dabei nicht die spannende Frage. Vielmehr die Übung, sich Technologien in ihrer möglicherweise radikalsten Form und in Varianten vorzustellen.

In einer professionellen Betrachtung sollte nicht über die nächste, eventuell mühsame wirkende Stufe einer technologischen Entwicklung geseufzt, sondern das obere Ende der Treppe gesucht werden. Von dort zurück geblickt, wirkt die vorher noch bedrohliche Stufe vielleicht gar nicht mehr so fürchterlich.

5. Locker bleiben
Wer 4. beherrscht, dem fällt es auch leichter, die kurzfristige Überschätzung zu minimieren. Nicht direkt aus dem Häuschen zu sein (ob positiv oder negativ), wenn selbstfahrende Autos, Software-Ärtze, Drohnen oder neue SmartPhones vorgestellt werden. Und dann aber auch gelassener, langfristigen, eventuell disruptiven Szenarien gegenüber aufzutreten.

Fazit
Im Mittelpunkt dieser fünf Anregungen steht die persönliche Disziplin: Vorurteile vermeiden, persönliche Wertungen minimieren und Dinge bis zum Ende zu durchdenken.

Wenn Sie sich inspiriert fühlen, üben Sie sich an meinem Artikel Wider den Aberglauben oder über BigData.


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