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Kampf gegen Wirtschaftskriminalität: So finden Sie den passenden Dienstleister

Die Prävention und Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität kann es für die meisten Unternehmen früher oder später erforderlich werden lassen, externe Dienstleister zur Unterstützung hinzuzuziehen. An dieser Stelle gilt es dann, den Anbieter am Markt zu identifizieren, der über die nötige Kompetenz verfügt und am besten zu dem eigenen Unternehmen passt.

Da die Berufsbezeichnung „Detektiv“ nicht geschützt ist, sollte man hier eine gewisse Sorgfalt walten lassen. Schließlich möchte man vorhandene Probleme beseitigen und sich durch die Auswahl eines falschen Partners nicht noch zusätzliche Probleme schaffen.

Um Ihnen die Auswahl eines adäquaten Anbieters zu erleichtern, möchte ich Ihnen die folgende Checkliste an die Hand geben. Sie enthält die zehn wichtigsten Indikatoren für die Seriosität eines potentiellen Partners und kann Sie so vor bösen Überraschungen bewahren.

 

  1. Unternehmenswebseite

Unterziehen Sie die Webseite des Anbieters einer genauen Betrachtung.

Oft trennt sich hier bereits die Spreu vom Weizen. Schwächen in Form, Stil, Ausdruck oder Grammatik finden mit großer Wahrscheinlichkeit ihre Entsprechung in der Qualität der angebotenen Dienstleistung. Auch unseriöse Werbeversprechen wie z.B. eine 100%ige Aufklärungsquote oder ähnlich unrealistische Aussagen sollten Ihnen als Ausschlusskriterium dienen.

 

  1. Internetprofile

Lesen Sie die Profile der handelnden Personen in den sozialen Netzwerken.

Diese sind oft sehr aussagekräftig und können Aufschluss darüber geben, mit wem man es zu tun hat. Hier kann man auch häufig sehr gut zwischen den Zeilen lesen und sich, wie auch schon bei der Firmenwebseite, einen guten Eindruck von der entsprechenden Person verschaffen. Hilfreich dabei sind nicht nur die auf den Profilen zur Verfügung gestellten Informationen, sondern oft auch die Form der Darstellung.

 

  1. Hintergrund

Informieren Sie sich genau über den Hintergrund des Dienstleisters.

Da die in der Branche am häufigsten verwendeten Berufsbezeichnungen wie z.B. „Detektiv“ oder „Sicherheitsberater“ nicht geschützt sind, ist dieser Punkt besonders wichtig. Dies gilt sowohl für den Bildungsweg als auch für die tätigkeitsrelevante Ausbildung und die Berufserfahrung. Eine gute Ausbildung in Verbindung mit ausreichender Berufserfahrung ist wie bei jeder anderen Tätigkeit auch hier die Basis für eine hochwertige Dienstleistung.

 

  1. Akademiker

Akademiker bevorzugt.

Was bei der Stellenausschreibung für gehobene Positionen gilt, sollte auch bei der Wahl Ihrer Dienstleister Gültigkeit haben. Obwohl oder gerade weil die Akademikerdichte in dem in Rede stehenden Bereich sehr gering ist, empfiehlt es sich immer, auf Anbieter mit entsprechendem Hintergrund zurückzugreifen. Denn die Auftragsbearbeitung und insbesondere die Berichterstellung auf akademischem Niveau ist in jedem Fall ein Qualitätsmerkmal, auf das Sie nicht verzichten sollten.

 

  1. Selbstdarstellung

Machen Sie Sich ein persönliches Bild.

Machen Sie Sich ein Bild von Ihrem potentiellen Partner, entweder in einem persönlichen Treffen oder in einem Telefongespräch. Achten Sie dabei auf dessen Selbstdarstellung. Personen, die sich als Branchenprimus ausgeben oder unrealistische Versprechen abgeben (siehe oben 1.), sind zu meiden. Denn auch bei scheinbar einfachen Aufgabenstellungen ist bei investigativen Tätigkeiten nie zu 100% prognostizierbar, wie sich die Dinge entwickeln werden. Daher ist eine gewisse Demut der Sache gegenüber immer opportun. Dies sollten seriöse Anbieter auch so kommunizieren.

 

  1. Verbandsmitgliedschaften

Achten Sie auf Mitgliedschaften in den Berufsverbänden.

Die beiden großen Berufsverbände für Ermittler prüfen Ihre Mitglieder vor der Aufnahme und sorgen danach für eine regelmäßige Weiterbildung. Damit wird ein Mindeststandard bezüglich Know How und Service sichergestellt, von dem Sie als Kunde profitieren. Verbandsmitgliedschaften stellen somit ein weiteres wichtiges Qualitätsmerkmal dar.

 

  1. Angebot

Lassen Sie Sich ein unverbindliches Angebot zukommen.

Ein unverbindliches Angebot ist eine Selbstverständlichkeit. Dieses sollte nicht nur konkrete Preisangaben ohne versteckte Kosten beinhalten, sondern auch detailliert darstellen, wofür die Preise erhoben werden. Das bedeutet, dass die geplanten Ermittlungsschritte zumindest in groben Zügen dargestellt werden. Von Form und Inhalt des Angebotes lassen sich auch durchaus Rückschlüsse auf die Qualität des zu erwartenden abschließenden Ermittlungsberichtes ziehen. Ein wichtiger Punkt, da der Bericht u.U. als Beweismittel vor Gericht standhalten muss.

 

  1. Preise

Werten Sie Preise als Indikator für die Qualität der Dienstleistungen.

Bei den Kosten verhält es sich hier so wie in allen anderen Konsumbereichen auch. Sie erhalten den Gegenwert dessen, was Sie bereit sind zu investieren. So wie Sie für den Preis eines Kleinwagens kein Oberklassefahrzeug bekommen, erhalten Sie für Dumpingpreise auch keine qualitativ hochwertige investigative Dienstleistung. Daher empfiehlt es sich, eher etwas mehr zu investieren und dafür gute Ergebnisse zu erhalten als den umgekehrten Weg zu gehen.

 

  1. Referenzen

Erwarten Sie keine Angabe von Referenzen.

Im Bereich investigativer Dienstleistungen sind Zuverlässigkeit und Verschwiegenheit zentrale Werte, auf die sich alle Auftraggeber verlassen können müssen. Daher werden Kundendaten von seriösen Anbietern niemals öffentlich kommuniziert. Insofern ist die fehlende Angabe von Referenzen eher als Qualitätsmerkmal in Bezug auf die Seriosität des Dienstleisters zu werten.

 

  1. Repräsentation

Stellen Sie sicher, dass der Anbieter auch zu Ihrem Unternehmen passt.

Nicht zuletzt sollte der Dienstleister in Auftreten und Image Ihren Ansprüchen in Bezug auf die Repräsentation Ihres Unternehmens gerecht werden. Denn auch externe Partner geben Ihrem Unternehmen ein Gesicht. Sie sollten ihn daher ohne Bedenken zu einer Sitzung des Vorstandes einladen oder einem Geschäftspartner vorstellen können.

 

 

 


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