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Finanzierung, solvent

Finanz-Spezial (3): Immer schön flüssig bleiben

Der Betrieb läuft. Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten sind zufrieden. Der Chef auch. Zeit zum Zurücklehnen? Weit gefehlt. Umsichtige Manager nutzen diese Phase, um die Finanzen auf ein noch solideres Fundament zu stellen. Zum Beispiel mit einer professionellen Planung und gezielten Maßnahmen zur Verbesserung des Working Capitals.

 

Die Praxis

Die Glashütte Lamberts im bayerischen Waldsassen befindet sich in komfortabler Situation: Sie hat sich auf mundgeblasene Glasscheiben spezialisiert. Erst kürzlich meldete die Manufaktur wieder ein von ihr neu entwickeltes UV-Schutzglas zum Patent an. Eingesetzt wird es für hochwertige Restaurierungen sowie im Denkmalschutz. Die Firma bedient einen kleinen, aber lukrativen Markt, in dem es weltweit mit nur zwei Mitbewerbern konfrontiert wird.

Seit mehreren Jahren hält Lamberts das Umsatzniveau konstant. „Rund 70 Prozent erzielen wir durch den Export“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Reiner Meindl und ergänzt: „Künftig wollen wir noch mehr exportieren und damit wachsen.“ Die Vorgabe: Möglichst wenige Kredite aufnehmen. Deshalb behält das Management die Liquiditätssituation im Blick. „Wir erstellen jährlich eine detaillierte Unternehmensplanung inklusive Finanzierungs- und Liquiditätsübersicht. Zudem arbeiten wir stetig daran, den Cashflow sowie unser Rating zu verbessern“, so Meindl. Zum Beispiel gewährt die Firma den meisten Kunden Zahlungsziele von maximal 20 Tagen. Überdies achtet die Führungsspitze strikt darauf, dass es nicht zu Zahlungsverzögerungen kommt. „Diese kommen uns nicht nur teuer, sondern verschlechtern auch gleich unsere eigene Bonität gegenüber den Banken enorm“, so Meindl.

Nachhaltig erfolgreich: Mit einer detaillierten und konsequenten Finanzplanung sichert die Glashütte Lamberts ihre Liquidität. © www.lamberts.de

Nachhaltig erfolgreich: Mit einer detaillierten und konsequenten Finanzplanung sichert die Glashütte Lamberts ihre Liquidität. © www.lamberts.de

Die Finanzstrategie

Banken bewerten es positiv, wenn Firmen ein besonderes Augenmerk darauf legen, liquide zu bleiben und Überziehungen zu vermeiden. Wie Firmenchefs zu optimalen Ergebnissen kommen und ihre Finanzierungskosten minimieren:

Liquiditätsplanung aufstellen. Diese sollte über einen Zeitraum von einem Jahr vorliegen. Das Ziel: die zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben zu kontrollieren. „Erfahrungsgemäß sind hier nur wenige Chefs kleiner und mittlerer Unternehmen perfekt aufgestellt“, weiß Franz Falk, Geschäftsführer der Handwerkskammer Stuttgart. Zeichnen sich Liquiditätsengpässe ab, kann der Firmenchef rasch reagieren. Im Idealfall liegen permanent so viel flüssige Mittel vor, dass sich Rechnungen mit Skonto bezahlen lassen, denn Lieferantenkredite sind teuer.

• SPEZIAL • Finanzierung? Die Mischung macht’s!

Ein Unternehmer durchläuft viele Phasen. Und jede davon stellt ihre eigenen Anforderungen an die Finanzierungsstrategie. Lesen Sie in unserem Spezial, welche Alternativen es gibt, worauf umsichtige Betriebsinhaber achten – und wie andere Firmenchefs die Entwicklungen gemeistert haben.

1. Gründen
2. Wachsen
3. Erhalten
4. Expandieren
5. Sanieren
6. Übergeben

Working Capital optimieren. Umsichtige Unternehmer behalten die Differenz zwischen dem Umlaufvermögen und den kurzfristigen Verbindlichkeiten stets im Blick. Je höher dieser Wert ausfällt, desto besser ist die Firma in puncto Liquidität aufgestellt. Ergibt sich ein negativer Wert, sind Teile des Anlagevermögens nur kurzfristig finanziert. Die goldene Finanzierungsregel besagt aber, dass langfristiges Vermögen entsprechend finanziert werden sollte – und umgekehrt. In dieser Situation leiten Firmenchefs am besten gezielt Maßnahmen ein: So sind zum Beispiel die Zahlungsfristen von Geldein- und Geldausgang aufeinander abzustimmen – bei den Forderungen sollten sie kürzer als bei den Verbindlichkeiten ausfallen. „Clevere Firmenchefs arbeiten mit Anzahlungen und Vorkasse“, rät Falk. Das lässt sich seit der Eurokrise sogar im Geschäftsverkehr mit ausländischen Kunden durchsetzen.

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