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Made in Germany – oder doch nicht?

 

Wirtschaftskriminalität in Form von Produktpiraterie verursacht in Unternehmen weltweit alljährlich große Schäden. Dabei geht es nicht nur um finanzielle Einbußen, sondern auch um die Reputation. Maßnahmen zum Schutz geistigen Eigentums sollten daher fester Bestandteil einer jeden Unternehmensstrategie sein.

 

Betroffen sind längst alle produzierenden Unternehmen, gefälscht werden Investitionsgüter heute genauso wie Konsumgüter. Egal ob Textilien, Uhren, Schmuck, technische Produkte oder Maschinen und Fahrzeuge – nichts ist vor den gut organisierten und weltweit operierenden Fälscherbanden sicher. Die negativen Folgen für die Betroffenen liegen auf der Hand: Umsatzeinbußen, Verlust von Marktanteilen, Verlust des Know-How Vorsprungs, Entwertung der Marke und Imageschäden. Also heißt es für die Unternehmen, aktiv gegen zu steuern und ihr geistiges Eigentum adäquat zu schützen. Hierzu können sie sich zunächst verschiedener präventiver Strategien bedienen. Zu nennen ist hier beispielhaft der Aufbau eines zuverlässigen Lieferantenkreises. Dies erfordert eine sorgfältige Auswahl der Partner. Hilfreich dabei sind die Durchführung von professionellen Hintergrundrecherchen (sog. Investigative Due Diligence) zu den entsprechenden Personen oder Unternehmen.

 

Aktives Vorgehen wichtig

Darüber hinaus ist aber auch ein aktives Vorgehen gegen bereits begangene Markenrechtsverletzungen unabdingbar. Dies setzt erst einmal die Kenntnisnahme solcher Verletzungen voraus. Hierfür benötigen Unternehmen eine professionelle Informationsgewinnung und Auswertung. Das Generieren von Informationen kann zunächst durch eine personelle Kontrolle auf Messen und Märkten erfolgen. Eine weitere Möglichkeit ist eine kompetente Recherche im Internet, eine sog. Open Source Intelligence (OSINT), auch unter Zuhilfenahme spezieller Ermittlungssoftware. Alle gesammelten Daten können dann z.B. in einer zentralen Computerdatenbank aufgenommen und mit entsprechenden Programmen ausgewertet werden (graphische Kriminalanalyse). So lassen sich Zusammenhänge und Netzwerke darstellen, die ansonsten aufgrund großer Datenmengen nicht ohne weiteres erkennbar sind.

Sind verdächtige Produkte oder Personen ermittelt worden, helfen Testkäufe bei der Identifikation der Fälschungen und der Distributoren. Weitere daran anschließende operative Maßnahmen können zur Offenlegung der vollständigen Distributionskette bis hin zur Identifizierung des Produzenten der Waren führen. Eine entsprechende Dokumentation aller durchgeführten Maßnahmen ermöglicht den Betroffenen nun die Durchsetzung ihrer juristischen Ansprüche.

 

Trend zur externen Dienstleistern  

Das Treffen von Maßnahmen zum Schutz geistigen Eigentums durch Unternehmen erfordert neben den personellen Kapazitäten auch ein spezielles Fachwissen des eingesetzten Personals. Daher entscheiden sich heute die meisten Unternehmen für die Inanspruchnahme der Unterstützung eines professionellen externen Dienstleisters. Kleine und mittlere Unternehmen aufgrund zu geringer Personaldichte, Großunternehmen aufgrund der Kompetenzerweiterung bei komplexeren Fragestellungen.

 


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