Daniel Hölzer ist Experte für Online-Shop-Umsetzungen bei United E-Commerce. 
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    E-Commerce, erfolgreich, Kolumne, Marketing & Vertrieb, vernetzt

    Wie Online-Händler sich neue Märkte im Ausland erschließen

    Der deutsche Online-Handel ist zweifellos auf Wachstumskurs. Doch während auf dem hiesigen E-Commerce-Markt ein immer stärkerer Wettbewerbsdruck herrscht, bietet die Expansion ins Ausland Online-Händlern neue Entwicklungs- und Umsatzpotenziale. Mit dem folgenden Leitfaden möchte ich Online-Händlern eine Hilfestellung für die strategische, technologische und logistische Erschließung neuer Märkte geben.

    Einige von ihnen haben die internationalen Möglichkeiten sicherlich bereits erkannt, andere scheuen sich nach wie vor, den Schritt über die Grenzen zu wagen – zu groß ist die Unsicherheit. Zwar gibt es bei der Internationalisierung im E-Commerce keinen universellen Weg und keine allgemeingültigen Best Practice-Beispiele – jedes Land ist schließlich anders. Dennoch kann sich die Auslandsexpansion lohnen, wenn man folgende Punkte beachtet.

    1. Analysieren Sie zuerst die für Sie infrage kommenden Märkte im Hinblick auf ihr Potenzial (Kaufkraft, Nachfrage, Wettbewerbssituation etc.) und hinsichtlich der Stabilität des Wirtschafts- und Währungssystems sowie der technischen und logistischen Infrastruktur vor Ort. Bedenken Sie auch sprachliche, kulturelle und rechtliche Hürden, die es als deutscher Online-Shop im Zielland zu überwinden gilt.
    2. Beginnen Sie mit der internationalen Expansion in den Ländern, in denen es eine ähnliche Mentalität, Kultur und Sprache gibt wie in Deutschland. Mit zunehmender Erfahrung lassen sich später auch Länder erschließen, die sich stärker vom Ausgangsmarkt unterscheiden, wie beispielsweise Frankreich, die USA und die asiatischen Märkte.
    3. Legen Sie eine detaillierte Strategie fest, wie Sie sprachliche, kulturelle und rechtliche Herausforderungen bewältigen wollen und wie Sie die notwendigen Geschäftsprozesse optimal auf die Zielländer übertragen. Sorgen Sie dafür, dass notwendige Werkzeuge, wie beispielsweise eine verlässliche IT-Infrastruktur, vor Ort zur Verfügung stehen und die personellen Verantwortungsbereiche und Zuständigkeiten klar definiert sind.
    4. Achten Sie darauf, dass Ihr Online-Shop, insbesondere die Produktinformationen, den Ansprüchen und Gewohnheiten der nationalen Zielgruppen entsprechen – von der Sprache über Maßeinheiten und Währung bis hin zu ansprechendem Bildmaterial. Optimieren Sie die Usability auch hinsichtlich beliebter Bezahlverfahren je Land und einer verständlichen Shop-Navigation.
    5. Um mit einem Online-Shop in mehreren Ländern aufzutreten, eignet sich ein Shopsystem mit einer Multistore-Umgebung. Dieses besteht aus einem zentralen Datenstamm, auf dem die lokal angepassten Shops und Frontends aufbauen. Engagieren Sie einen international erfahrenen Hosting-Provider, der dafür sorgt, dass Ihr Online-Shop im Zielland problemlos aufrufbar ist – und das ohne Ausfallzeiten oder große Latenzen.
    6. Neben der Shop-Website müssen aber auch die Produkte den Weg ins Zielland finden. Prüfen Sie im Vorfeld die Konditionen von Versanddienstleistern und die Möglichkeit, Ihre Waren über ein eigenes Distributionszentrum oder bestehende Filialen zu vertreiben. Alternativ können Sie auch auf einen Fulfillment-Partner vor Ort zurückgreifen. Wichtig ist, dass Shop-Besucher die Lieferbedingungen leicht auffinden können.
    7. Orientieren Sie sich bei der Kommunikation an landestypischen Besonderheiten. Marketingrelevante Anlässe sind beispielsweise in Deutschland der Karneval, in den USA der Super Bowl oder in China der Singles Day. Je besser Sie die Märkte kennen, desto gezielter können Sie sich mit passenden USPs vom Wettbewerb vor Ort abheben. Ein effektives und effizientes Mittel hierbei ist ein internationales E-Mail-Marketing mit Hilfe multivarianter, mehrsprachiger Mastervorlagen, die sich zentral verwalten und gleichzeitig lokal anpassen lassen. Beim internationalen SEO und SEA sollten Sie zudem die lokalen Suchmaschinen wie Baidu in China oder Yandex in Russland nicht vernachlässigen.
    8. Machen Sie Ihre Erfolge und Misserfolge sichtbar: Um ungenutzte Potenziale und schleichende Risiken identifizieren zu können, sind nicht nur Umsätze, sondern auch Klick- und Konversionsraten, die Anzahl der Retouren und die Zusammensetzung Ihrer Kundschaft interessant. Diese Auswertungen helfen dabei, Optimierungsbedarf zu erkennen und zeitnah Verbesserungen umzusetzen.

    Der Autor ist Experte für Online-Shop-Umsetzungen bei United E-Commerce.


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    Kommentare

    1. Wir verkaufen online in Italien. Uns hat die Firma Nowe Kolory dabei geholfen, den Shop für diesen Markt zu errichten. Die Leistung war sehr professionell und der Verkauf dort hat sich uns sehr gelohnt.

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    2. Die Idee, die Tätigkeit meines Onlineshops zu erweitern, ging mir bereits von Anfang an nicht aus dem Kopf. Da mir die entsprechende Erfahrung fehlte und ich Angst vor eventuellen Schwierigkeiten hatte, wandte ich mich an Nowe Kolory. Die Firma erklärte mir alle Aspekte einer Expansion und half mir bei der Erledigung aller Formalitäten. Ich fühlte mich dadurch erheblich sicherer und betreibe jetzt meinen Online-Handel erfolgreich auch im Ausland.

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