Hubertus Porschen steht an der Spitze der Jungen Unternehmer. 
©Junge Unternehmer/Marc-Steffen UngerHubertus Porschen steht an der Spitze der Jungen Unternehmer.

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“Wir brauchen die Einwanderer”

Hubertus Porschen ist der neugewählte Bundesvorsitzende der Jungen Unternehmer. Im Interview erklärt der Social-Media-Entrepreneur, warum sein Verband die Flüchtlinge als Chance für den deutschen Mittelstand sieht, wie er Unternehmertum und Gründungsklima hierzulande stärken will – und warum Deutschland die Möglichkeiten der Digitalisierung beherzter nutzen sollte.

Herr Dr. Porschen, wie waren die ersten Tage nach der Wahl zum Bundesvorsitzenden der Jungen Unternehmer?

Ich hatte schon einen ganzen Batzen mehr zu tun als vorher. Vor allem hatte ich sehr viele politische Termine, die zu meiner unternehmerischen Tätigkeit on top kamen. Aber das ist alles noch handlebar und macht mir Spaß.

Sie betonen, dass Sie das Unternehmertun in Deutschland stärken wollen. Was haben Sie konkret für Pläne?
Wir wollen in der Öffentlichkeit aktiver kommunizieren, dass es der Unternehmer ist, der für Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze sorgt. Er ist nicht der Typ, der wie Robert Geiss mit einem Helikopter durch die Gegend fliegt und mit Geldscheinen um sich schmeißt. Das Bild entspricht nicht der Realität. Zudem möchten wir auch, dass die Unternehmer einen stärkeren Einfluss auf die Politik haben. Indem wir die Strahlkraft des Verbandes erhöhen, sind wir auch in der Politik präsenter.

Wie soll das funktionieren?
Wir müssen unsere Mitglieder politisieren. Wir möchten die Menschen stärker abholen und ihnen sagen: Meckert nicht nur am Stammtisch rum, sondern helft uns und bringt euch ein. So können wir insgesamt in einen stärkeren Dialog mit der Politik treten.

Wie wollen sie aktiver kommunizieren?
Da ich fünf sehr starke Stellvertreter habe, möchte ich betonen, dass es keine One-Man-Show werden soll. Als Team werden wir viel stärker in die 43 Regionalkreise gehen, Vorträge halten und vor Ort noch stärker unterstützen. Außerdem wollen wir proaktiv beim Thema Digitalisierung handeln. Zum Beispiel haben wir zum Eckpunktepapier der Bundesregierung direkt Stellung bezogen. Wir werden noch schneller auf aktuelle Meldungen reagieren und uns einmischen.

Sie sind als Unternehmer im Bereich Social Media aktiv. Wollen Sie den Fokus vor allem darauf legen?
Absolut. Social Media ist ein Wachstumsmarkt, sonst wäre ich in diesem Bereich auch nicht unternehmerisch tätig. Meine Kompetenzen werde ich definitiv miteinbringen können. Der Verband hat auch bereits ein Papier zu diesem Thema verfasst, zu dem ich meine Perspektive aus der Praxis hinzugefügt habe. Aber ganz klar: Da Soziale Medien mein Steckenpferd sind, werde ich dafür sorgen, dass wir als Verband auch „Online“ mehr leben.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum die Jungen Unternehmer die Zuwanderung als große Chance für den Mittelstand sehen.


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