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    solvent, Steuern

    Steuerplanung: Vorausdenker gefragt

    Die meisten Unternehmen sind in diesen Wochen mit dem Jahresabschluss befasst. Darüber sollten sie aber nicht vergessen, ihre Steuerstrategie für 2016 zu konkretisieren. Acht Ansatzpunkte, bei denen Firmenchefs auch jetzt noch gezielt Einfluss nehmen können.

     

    1. Aktive Bilanzberatung

    „Beim Abschluss gibt es nicht unbedingt das eine richtige Ergebnis“, erklärt Axel Gerads. Der Steuer- und Unternehmensberater der Kanzlei SAG – Gerads GmbH & Co. KG in Mülheim an der Ruhr hat die Erfahrung gemacht, dass seine Mandanten den Jahresüberschuss und damit die Steuerbelastung erheblich minimieren können. Und zwar, wenn sie die Bilanzierungswahlrechte optimal ausnutzen. So spricht Gerads in regelmäßigen Terminen zur Bilanzberatung mit seinen Mandanten beispielsweise die Alternativdarstellungen der verschiedenen Bilanzierungsmöglichkeiten an.

    Ute Vogel von der MR Service GmbH & Co. KG hat damit gute Erfahrungen gemacht. Das Oberhausener Unternehmen vermietet und verkauft Container als flexible und schnelle Raumlösung, zum Beispiel für Bürozwecke, aber auch als Sanitär- und Lagerräume. Sie empfiehlt anderen Unternehmern, sich in puncto Bilanzberatung vierteljährlich mit dem Steuerberater zusammenzusetzen: „Da sieht man schon recht deutlich die Tendenz der Planung und den Ist-Zustand. Außerdem besprechen wir bei dieser Gelegenheit Investitionen mit unserem Steuerberater“, erläutert die Buchhaltungsexpertin.

    2. Einnahmen – einfach verschieben

    Wer seinen geplanten Jahresumsatz bereits erzielt hat und sich nicht sicher ist, ob es im kommenden Geschäftsjahr wieder so gut läuft, kann mit der Verschiebung von Einnahmen sinnvolle Bilanzpolitik betreiben. Rechnungen für laufende oder abgeschlossene Projekte sollten zum Beispiel erst 2016 gestellt werden. „Da die Liquidität eines Unternehmens sehr hohe Priorität hat, kann durch Steuerentlastungen die Liquidität im Unternehmen verbleiben“, so Steuerberater Gerads. Allerdings sollten Unternehmer im Blick behalten, ob es sich die Firma wirklich leisten kann, Einnahmen in die Zukunft zu verschieben. Hier ist es empfehlenswert, gemeinsam mit dem Steuerberater eine Planungsrechnung zu erstellen. Umgekehrt können Einnahmen auch vorgezogen werden. Dies ist sinnvoll, wenn die Liquiditätssituation angespannt ist. Möglich sind etwa Abschlagszahlungen, Abrechnen von Teilleistungen oder Vorauskasse für Aufträge.

    3. Gezielter Einkauf

    Ute Vogel von MR Service hat in den vergangenen Jahren praktikable Rezepte entwickelt, um Einfluss auf die Ausgaben ihres Betriebs zu nehmen. „Wir kaufen gezielt ein, planen wöchentlich unsere Liquidität und werten monatlich selbst Debitoren und Kreditoren aus“, berichtet Vogel. „Wir haben ein Limit, was für Einkäufe ausgegeben werden darf. Wird das überschritten, schauen wir genau, wofür: Sind die höheren Ausgaben für Investitionen oder Materialien, die benötigt wurden, oder ist das Material für die Lagerwirtschaft gekauft worden.“ Durch diese wöchentliche Auswertung können Schwachstellen schnell beseitigt werden.

    4. Bewerten leicht gemacht

    Unternehmer, die Gewinne ins nächste Jahr schieben möchten, haben die Möglichkeit, unfertige Leistungen anders zu bewerten – zum Beispiel, indem sie bei einem größeren Projekt die Abnahme oder die Fertigstellung über den Bilanzstichtag hinausschieben. Steuerberater Gerads erklärt, wie es geht: „Je nach Bedarf kann durch verschiedene Bewertungsmaßstäbe und Fertigstellungsgrade die Höhe der Einnahmen variieren. Wichtig hierbei ist, dass die abgeschlossene Leistungserstellung des Unternehmers noch nicht vor dem Bilanzstichtag vollständig erbracht wurde. Je mehr Leistungen nach dem Stichtag erbracht wurden, desto größer die Einflussnahme.“

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