Dirk Charbonnier

    Hard- & Software, vernetzt

    Kommentar: „Mitdenken gilt jetzt auch für Computer“

    Was sich hinter Cognitive Computing verbirgt – und wie auch der Mittelstand davon profitiert.

    Mitdenken ist eine Qualifikation, die in jedem Job gefragt ist. Mitdenken heißt, nicht nur auswendig zu lernen, sondern vorhandenes Wissen mit neuen Erfahrungen zu kombinieren und daraus neue Erkenntnisse zu gewinnen. Unternehmen machen dies mit ihren Teams oder auch zusammen mit Geschäftspartnern und Kunden. Gerade der deutsche Mittelstand beherrscht diese Disziplin seit Jahrzehnten par excellence und ist deshalb in so vielen Industriezweigen international erfolgreich – nicht selten als Weltmarktführer.

    Und jetzt kommt ein neuer Mitdenker ins Unternehmen, der bisher eher als Befehlsempfänger bekannt war: der Computer. Dank Cognitive Computing werden Bits und Bytes intelligent. Ein Beispiel ist das Computersystem Watson. Schon vor fünf Jahren hat es bei der US-TV-Show „Jeopardy“ das Duell Mensch-Maschine gewonnen. Heute unterstützt es die Datenanalyse zahlreicher Unternehmen aus Finanzwelt, Einzelhandel oder Telekommunikation. Auf der Cebit wird es Roboter geben, die dank Watson-Technologie Fragen in Echtzeit beantworten. Denn der kluge Computer kann die menschliche Sprache verstehen, auswerten und sogar noch daraus neue Erkenntnisse gewinnen.

    Zur Person
    Dirk Charbonnier ist Direktor Vertrieb Mittelstand Deutschland, Österreich, Schweiz bei IBM.

    Die Kombination von drei Eigenschaften macht dies möglich: Verarbeiten der menschlichen Sprache, Bewerten von Hypothesen und evidenzbasiertes Lernen. Auf Basis relevanter Nachweise sind Cognitive-Computing-Systeme heute in der Lage, unterschiedliche Antworten auf eine Frage zu gewichten. Mit jeder Interaktion werden sie dabei klüger. Egal ob es um Fragen der Fertigungsplanung, Produktentwicklung oder Dienstleistung geht: In der kognitiven IT-Welt denkt der Computer mit und steht den Entscheidungsträgern aus Fleisch und Blut als Ratgeber zur Seite.

    Die Menge an Informationen insgesamt wächst Tag für Tag um 2,5 Trillionen Bytes, wobei 80 Prozent der Daten unstrukturiert sind. Also Wissen, das sich in Texten, Bildern oder Videos verbirgt. Branchen wie das Gesundheitswesen, der Handel, Banken und der Tourismus nutzen bereits Cognitive Computing, um ihre Geschäftsmodelle neu zu erfinden. Auch der Mittelstand profitiert heute schon von mitdenkenden Computern: So hat Amy Gross, Gründerin und Geschäftsführerin von Vinesleuth, Watson beigebracht, wie eilige Kunden ihren Wein einkaufen. Sie geben an, welchen Geschmack sie mögen, zu welchem Gericht der Wein passen soll und wie viel sie ausgeben möchten. Und der US-Mittelständler kann dank Cognitive Computing mit einer individuell zusammengestellten Liste von Weinempfehlungen aufwarten, die auf objektiven Daten basiert und nicht auf der Mehrheitsmeinung von Onlinebewertungen.

    Unsere Branche entwickelt Cognitive Computing weiter, um es mit IT-Disziplinen wie Internet of Things und Industrie 4.0 zu verzahnen und die Zukunft der kognitiven Ära zu prägen, damit der Computer Tag für Tag besser wird – beim Mitdenken auch für den Mittelstand.


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