GesundheitsmanagementGesundheitsmanagementKrankenversicherungen? Im Dutzend billiger – und gesünder! © Fotolia

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Vorsorge-Spezial (3): So geht betriebliche Krankenversicherung

Wer über Gruppenverträge mit Krankenversicherern in die Gesundheit seiner Belegschaft investiert, kann auf einen Motivations- und Leistungsschub hoffen. Denn die Mitarbeiter kommen damit günstig oder gar kostenlos an medizinische Zusatzleistungen, die sie privat teuer bezahlen müssten.

Die Wieland-Werke AG aus Ulm ist eine verschworene Gemeinschaft. Nicht nur im Geschäftlichen, wo fast 4.300 Mitarbeiter an vier deutschen Standorten für den weltweit führenden Hersteller von Halbfabrikaten und Sondererzeugnissen aus Kupfer und Kupferlegierungen „schaffen“. Der Arbeitgeber kümmert sich auch um das körperliche und seelische Gleichgewicht seiner Belegschaft. Eigens dafür hat das Unternehmen schon vor Jahren die Wieland Betriebskrankenkasse (BKK) gegründet.

Heute sind neun von zehn gesetzlich krankenversicherten Wieland-Mitarbeitern zugleich Mitglied in der firmeneigenen BKK. Andere Mitglieder als Arbeiter und Angestellte von Wieland sowie deren Familienangehörige nimmt die BKK nicht auf – sie ist ein Closed Shop, wie übrigens etwa jede dritte BKK hierzulande. Die restlichen BKKs stehen auch anderen Versicherten offen. Gemeinsam versichern alle 87 Betriebskrankenkassen im BKK Dachverband rund zehn Millionen Personen.

Der große Boom bei den BKKs ist allerdings lange vorbei: Vor 20 Jahren gab es noch mehr als 1.000 Einrichtungen dieser Art. Das Gros davon ist durch Firmenübernahmen und -verschmelzungen vom Kassenmarkt verschwunden. Die letzte Neugründung, die BKK Essanelle, startete 2002 als offene Kasse – und wurde dann im Januar 2015 Opfer einer Fusion.

betriebliche Krankenversicherung

Franz Knieps, Vorstandsmitglied des BKK Dachverbands, glaubt dennoch an das Modell BKK und hält sogar eine Renaissance für möglich. Dafür brauche es jedoch wie bei der Wieland-Werke AG möglichst viele potenziell Versicherte und auch einen mutigen Arbeitgeber.

In den Geist der Zeit würde es passen – denn auch Deutschlands Mittelständler kümmern sich inzwischen engagiert um die körperliche und geistige Gesundheit ihrer Mitarbeiter. Dahinter steckt nicht ausschließlich Nächstenliebe, sondern auch kühle Kalkulation: Fachkräfte werden immer rarer, die Lebensarbeitszeit steigt. Da ergibt es ökonomisch sehr viel Sinn, in die Talente zu investieren, die man hat – um sie länger fit und im Job zu halten.

Vorsorge-Spezial

Wie Unternehmen beim Thema Altersversorgung für Belegschaft und Chef sparen können – außerdem nützliche Tipps und Kriterien für die Krankenversicherung.
1. firmeneigene Versorgungswerke
2. Chefrente
3. Gesundheitsmanagement
4. private und gesetzliche Krankenversicherung

Krankenversicherung – Attraktive Vorsorgeleistungen vom Chef

Als Alternative zur 100-Prozent-Lösung der eigenen BKK investieren die meisten Mittelständler jedoch lieber in Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements – und bieten ihren Beschäftigten in der Regel kostenlos oder zumindest stark subventioniert Yogakurse zur Entspannung, Rückenschulungen oder Ernährungstipps an. Einen wesentlichen Schritt weiter geht die betriebliche Krankenversicherung, kurz bKV. Sie kommt ins Spiel, sobald der Krankheitsfall eingetreten ist. Die bKV ist, wie eine private Krankenzusatzpolice, eine Ergänzung zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und peppt deren Leistungen auf beziehungsweise leistet da, wo es die GKV nicht mehr will. So übernehmen viele betriebliche Krankenversicherungen etwa die Kosten für naturheilkundliche Verfahren oder Sehhilfen. Auch die Behandlung durch den Chefarzt, den Platz im Ein- oder Zweibettzimmer beim Spitalaufenthalt oder wesentlich bessere Leistungen für Zahnersatz beinhalten viele Verträge.

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