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Smarte Arbeit – Intelligente IT mit und für den Mitarbeiter

Viertel vor drei und der PIM-Client schlägt Alarm: Um 15.00 Uhr steht ein Meeting an. Die Software erinnert rechtzeitig und teamübergreifend an das geplante Treffen, woraufhin sich alle Beteiligten im vereinbarten Besprechungsraum einfinden. Dieses simple Szenario erscheint wenig modern – ja völlig alltäglich – und beschreibt dennoch in einfachen Zügen die viel diskutierte Veränderung der Arbeitswelt durch den digitalen Wandel.

Durch eine Maschine von einer Routineaufgabe entlastet, treffen sich alle Mitarbeiter für eine wichtigere Aufgabe. Den Verlust seines Arbeitsplatzes musste hingegen niemand hinnehmen. Zu provokant und verallgemeinernd? Wie verhält es sich denn mit der Digitalisierung und der Arbeit?

Dass neue Technologien wichtige agile Prozesse ermöglichen, also eine erhöhte Flexibilität und Anpassungsfähigkeit gegenüber sich verändernden Marktstrukturen und Kundenanforderungen, beschäftigt Manager seit Jahren. Dennoch müssen wir uns in Deutschland nicht nur den Vorwurf gefallen lassen, im internationalen Vergleich mit der Digitalisierung hinterher zu hinken, sondern auch das Konzept der Agilität nicht ausreichend in den Arbeitsalltag der Mitarbeiter zu integrieren. Doch ist die Stimmung in den Unternehmen wirklich so schlecht?

Aufwertung des Jobprofils

Gerade weil die Debatte um Automatisierungstechnologien seit jeher mit der Sorge um möglichen Stellenabbau verbunden ist, begrüße ich gemäßigtere Stimmen wie in der Wochenzeitung „Die Zeit“: „Roboter und Computer verändern die Arbeit. Stumpfe Routineaufgaben werden seltener, komplexe Tätigkeiten häufiger. An Bedeutung gewinnen außerdem Berufe, die Kreativität erfordern, soziale Kompetenzen und menschliche Zuwendung.“ Ich gehe einen Schritt weiter: Die Einführung intelligenter Optimierungssoftware wirkt sich ausgesprochen positiv auf den Arbeitsalltag der beteiligten Mitarbeiter aus. Sie führt unter anderem zu mehr Transparenz, konkreten Arbeitserleichterungen und der Möglichkeit, sich auf verantwortungsvollere Aufgaben zu konzentrieren, was eine Aufwertung des Arbeitsplatzes bedeutet. Dazu ein Beispiel:

Paketdienstleister wie Hermes oder die Schweizer Post organisieren die Logistik in ihren Hubs mit Hilfe eines agilen Hofmanagementsystems. Die IT-gestützte Form der Abwicklung erhöht die logistische Leistungsfähigkeit, verbessert aber auch die Arbeitsbedingungen vor Ort. Während Hofdisponenten Transportaufträge früher direkt mit den Fahrern der Werksfahrzeuge und Teamleitern absprechen mussten, berechnet die Software heute optimierte Vorschläge für die Reihenfolge der Transporte. Dadurch entfallen lästige Routineaufgaben, die eigentliche Wertschöpfungsleistung rückt in den Vordergrund.

Aufgeschlossen nach vorne blicken

Dass es sich dabei um keinen Einzelfall handelt, erlebe ich nicht nur in meinem eigenen beruflichen Alltag. Unternehmen und Mitarbeiter beginnen ihre Chancen zu erkennen und das spiegelt sich auch in den zahlreichen Studien und Umfragen wider, die derzeit zum Thema durchgeführt werden. „Fast 90 Prozent der Befragten fühlen sich bei Ihrem Arbeitsplatz sicher und nicht durch die Digitalisierung bedroht“, schreibt das manager magazin. Und obwohl besonders die jüngeren Generationen in den neuen Technologien großes Potential für ihre Unternehmen sehen, ist es doch bemerkenswert, wie positiv im Allgemeinen der digitale Wandel am Arbeitsplatz von vielen Menschen beschrieben wird.

Ende letzten Jahres sprachen sich immerhin 60 Prozent der befragten Logistik-Experten bei einer Umfrage der Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V. dafür aus, dass Digitalisierungsprozesse ihre Arbeit effizienter gestalten. 58 Prozent erleben Erleichterungen durch zentrales Datenmanagement, für immerhin die Hälfte (52 Prozent) entfallen monotone Routineaufgaben. So etwas erlebe ich häufig im Kontext des Bestandsmanagements.

Erfolg im Unternehmen und beim Personal

Beim Schraubengroßhändler Keller & Kalmbach arbeiten beispielsweise 500 Mitarbeiter in den deutschen Niederlassungen. Sie kaufen, lagern, disponieren und versenden über 100.000 unterschiedliche C-Teile an ihre Kunden. Inzwischen hat das Unternehmen ein Add-on-System auf Basis mathematischer Algorithmen eingeführt, das exakte Bedarfsprognosen erstellt und konkrete Handlungsvorschläge für die Disponenten liefert.

Neben entscheidenden Bestandssenkungen und verbesserter Lieferperformance zählt die Entlastung der Mitarbeiter von Routineaufgaben zum entscheidendsten Mehrwert für das Unternehmen. Während ein Arbeitnehmer früher im Stande war, 3.000 Teile zu disponieren, fertigt die beste Mitarbeiterin so heute in der gleichen Zeit etwa 18.000 Teile ab.

Mensch und IT arbeiten zusammen

Die Befürchtungen vieler Mitarbeiter, ihr Arbeitsplatz würde sich durch automatisierte IT-Unterstützung zum Negativen entwickeln, ist meiner Ansicht nach in der Praxis vielfach unbegründet. Eine wirkliche agile Optimierung komplexer Unternehmensprozesse gelingt nur im Zusammenspiel aus menschlichen Experten und IT-Technik. Wenn sich Mitarbeiter dadurch vermehrt auf die Lösung kritischer Probleme und die Umsetzung der Unternehmensziele konzentrieren können, erweitert sich der Verantwortungsbereich vieler Arbeitsplätze. Insgesamt wird die Arbeit dadurch aufgewertet, was ich sehr begrüße.


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Kommentare

  1. Der Beitrag ist doch ziemlich einseitig bzw. arg oberflächlich.

    Wenn “ein Arbeitnehmer früher im Stande war, 3.000 Teile zu disponieren, fertigt die beste Mitarbeiterin so heute in der gleichen Zeit etwa 18.000 Teile ab”, kann das eben auch bedeuten, dass eine Beschäftigte sich über eine interessantere Arbeit freuen kann und fünf von sechs bislang Beschäftigte sich
    mit ihrer Freisetzung auseinandersetzen müssen.

    Bei der Betrachtung der Folgen von Digitalisierung dürfen nicht nur die verbleibenden Arbeitsplätze im Fokus stehen, sondern sollten die gesamten bzw. wegfallenden Arbeitsplätze berücksichtigt werden.

    Antworten
    • Adrian Weiler

      Sehr geehrter Herr Drescher,

      Ich gebe Ihnen recht, die Veränderungen in der Arbeitswelt werden sehr vielschichtig diskutiert. Generell ist es in einem einzigen Artikel natürlich nicht möglich, die komplette Bandbreite aller Aspekte einer Diskussion abzubilden. Im konkreten Fall geht es auch überhaupt nicht darum, fünf Mitarbeiter freizustellen, weil eine Person nun das gesamte Arbeitspensum erledigen kann (deren Jobprofil dadurch sicherlich nicht interessanter würde). Es geht lediglich darum, die Mitarbeiter von Routinetätigkeiten zu entlasten, damit sie sich auf strategischere Tätigkeiten konzentrieren können. Zieht man die Routinetätigkeiten vom gesamten Arbeitsvolumen ab, bleiben in den allermeisten Unternehmen zahlreiche Tätigkeiten übrig, die nach wie vor zusätzlich erledigt werden müssen. Dabei handelt es sich dann eher um die interessanten Aufgaben. Sicherlich kennen Sie das auch aus dem eigenen Arbeitsalltag.

      Ich spreche mich auch explizit für eine agile Optimierung aus. Viele Entscheidungen sind zu komplex, als dass diese sich auf ein einfaches Ja oder Nein zusammendampfen lassen. Optimale Ergebnisse entstehen nur durch das Zusammenspiel von IT und dem Menschen, der durch seine Erfahrung unerlässlich ist.

      Haben Sie persönlich Erfahrungen mit der Digitalisierung am Arbeitsplatz gemacht?

      Antworten

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