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    IT-Sicherheit, vernetzt

    IoT: IT-Sicherheit im Internet der Dinge

    Das Internet of Things (IoT) gilt als das „nächste große Ding“. Es begleitet uns in sogenannten Wearables auf Schritt und Tritt und macht unsere Autos, Häuser, Stromnetze sowie Fabriken smart. Die zunehmende Vernetzung birgt aber auch die immense Gefahr durch Angriffe auf die Computersysteme und wirft Datenschutzfragen auf.

    Im vergangenen Sommer war es zwei Sicherheitsexperten in den USA gelungen, aus der Ferne einen fahrenden Jeep Cherokee zu hacken. Sie konnten den SUV nach Belieben bremsen und beschleunigen, die Klimaanlage runter- und die Lautstärke des Radios raufdrehen. Eingedrungen waren sie über eine Sicherheitslücke im Unterhaltungssystem des Autos, das mit dem Internet verbunden ist. Spätestens dieser Vorfall führt uns klar vor Augen: Die schöne, neue IoT-Welt hat auch eine Kehrseite und die smarten Geräte können ganz schön verletzlich sein.

    Fünf Milliarden Objekte im Internet der Dinge

    IoT, das Internet der Dinge, bezeichnet die intelligente Vernetzung von Gegenständen und Maschinen über das Web mithilfe eingebetteter Sensoren und Prozessoren. So werden gewöhnliche Gegenstände smart und wachsen über ihren ursprünglichen Gebrauchswert hinaus. Sie sammeln Daten und leiten sie automatisiert an andere Geräte weiter, die wiederum automatisch verschiedene Aktionen ausführen oder veranlassen. Experten schätzen, dass in diesem Jahr weltweit über fünf Milliarden Objekte mit dem Internet vernetzt sein werden.

    Beispiele gibt es zuhauf – und sowohl Privatnutzer als auch Unternehmen profitieren: Wearables in Form von Fitnessarmbändern, Smart Watches sowie mit Technik ausgestattete Kleidung erfassen Gesundheitsdaten und unterstützen ihre Träger etwa bei ihrem Fitnesstraining. In Smart Homes drehen sie die Heizung hoch, bevor man zu Hause eintrifft, schalten das Licht an und schrecken Einbrecher ab. Intelligente Stromzähler (Smart Meters) lesen automatisch den Zählerstand ab und ermöglichen eine Fehlerdiagnose in Echtzeit. Vernetzte Autos (Connected Cars) umfahren den Stau und bieten mehr Sicherheit auf den Straßen. In einem modernen Mittelklassewagen sind für die Sicherheitssysteme heute bis zu 80 Steuergeräte mit Sensoren miteinander verbunden.

    Wie fahren wir in Zukunft? Das lesen Sie hier in unserem Fuhrpark-Spezial.

    Internet der Dinge steigert Produktivität

    Auch bei Prozessabläufen und in der Produktion funktioniert der digitale Datenaustausch: Unternehmen vernetzen damit ihre Produktions- und Logistikprozesse und nutzen die gesammelten Daten zur ständigen Verbesserung ihrer Abläufe. Im Amazon-Logistiklager in den USA etwa flitzen orangefarbene Roboter durch die Regalreihen, finden dank Vernetzung selbstständig ihre Fracht in schmalen Regaltürmen, schieben sich darunter und bringen diese flink an den entsprechenden Versandplatz. Der Internetriese geht dank Vernetzung von einer Produktivitätssteigerung um das Drei- bis Vierfache aus.

    Bis 2020 rechnet der Kölner Verband der Internetwirtschaft Eco mit mehr als 50 Milliarden solcher Maschinenverbindungen. Diese bergen jedoch auch Risiken, die ganze Industriezweige lahmlegen können: Gefahren lauern in der mangelnden Sicherheit der internetfähigen Geräte selbst sowie im Umgang und in der Sicherheit der gesammelten persönlichen oder geschäftskritischen Daten. „Der Erfolg von Industrie 4.0 steht und fällt mit der Sicherheit der eingesetzten Systeme“, sagt Winfried Holz, Präsidiumsmitglied des Berliner Digitalverbands Bitkom. Nach einer Bitkom-Umfrage verfügen zwar alle Unternehmen im Bereich der technischen IT-Sicherheit über Virenscanner, Firewalls und einen Passwortschutz für Geräte. „Bei der IT-Sicherheit reicht der gängige Basisschutz aber nicht mehr aus“, so Holz.

    Ein Mindestmaß an IT-Sicherheit

    Der Grund: „Die IT-Angriffe sind immer komplexer geworden. Häufig werden sie gar nicht erkannt und der Abfluss von Daten bleibt unbemerkt“, sagt der Bitkom-Experte und warnt die Unternehmer: Ohne zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen wie die Verschlüsselung der Netzwerkverbindungen, der Daten, der E-Mail-Kommunikation sowie den Schutz des internen Netzwerks gegen Datenabfluss von innen und Angriffserkennungssysteme, die permanent die Datenströme analysieren und verdächtige Aktivitäten melden, öffne man Cyberkriminellen Tür und Tor.

    Wie funktioniert das Internet der Dinge? Dieser kurze Film klärt auf.

    Besonders kritisch sehen Experten die mangelnde Verschlüsselung bei der Datenübertragung und -speicherung. Und da gibt es viel zu tun: Zu der von US-Experten prognostizierten Datenmenge von 44 Zettabyte im Jahr 2020 wird wohl ein Großteil das IoT beitragen. Zur Verdeutlichung: Ein Zettabyte ist eine Eins mit 21 Nullen.

    IT-Sicherheit: Schnellere Lösungen gefordert

    „Die vernetzten Geräte für geschäftliche Zwecke produzieren sicherheitskritische Daten, mit denen ganze Firmen oder sogar ganze Industriezweige lahmgelegt werden können“, warnt denn auch Arzu Uyan, Leiterin der Kompetenzgruppe Smart Environment im Eco. Sie fordert die schnellere Entwicklung von Sicherheitslösungen, die von Anfang an im Produktentwicklungsprozess eingesetzt werden. Dadurch könne der Datenmissbrauch mit seinen weitreichenden Konsequenzen von vornherein verhindert werden.

    Fest steht: Einen hundertprozentigen Schutz wird es auch im IoT nie geben können. Und Cyberattacken auf die vernetzten Geräte und Maschinen werden in Zukunft zum Firmenalltag gehören. Daher komme es neben der Sicherung der Geräte, der Netze und der Daten sowie der Sensibilisierung der Mitarbeiter zu diesem Thema umso mehr darauf an, dass sich Unternehmen auf den Worst Case vorbereiten. „Sie sollten Prozesse für die Bearbeitung von IT-Sicherheitsvorfällen einführen, damit bei einer Attacke nicht gleich der ganze Betrieb stillsteht“, rät Olaf Siemens, Global Vice President Information Security beim TÜV Rheinland.

     

     

    IT-Sicherheit im Internet der Dinge: Machen Sie Risiken dingfest

    Mit der Vernetzung von Geräten und Maschinen über das Internet und dem Trend zur digitalen Fabrik ergeben sich für die Wirtschaft neue Anforderungen an die IT-Sicherheit. Die wichtigsten vier Ansatzpunkte sind:

    IT-Ausstattung

    Eine Basisabsicherung mit Virenscanner, Firewall und Passwortschutz für Geräte reicht nicht mehr aus. Zusätzlichen Schutz bieten spezielle Systeme für die Erkennung und Abwehr von Angriffen, die Verschlüsselung sensibler Daten und erweiterte Verfahren der Benutzeridentifikation.

    Interne Organisation

    Klare Regelungen, wer auf welche Daten zugreifen darf und wer Zutritt zu sensiblen Bereichen eines Betriebs bekommt, sind unverzichtbar. Zudem sollte es einen Sicherheitsbeauftragten geben, der diese Maßnahmen anstößt und überwacht. Ein Notfallmanagement erlaubt eine rasche Reaktion im Krisenfall. Alle Mitarbeiter sollten geschult sein, damit sie Gefahren schnell erkennen und richtig reagieren.

    Umgang mit Daten

    Um den Schutz der gesammelten Daten zu garantieren, müssen sie sowohl bei der Übertragung zwischen den Geräten als auch beim Speichern in der Cloud verschlüsselt werden. Anbieter sollten ihren Kunden klare Auskunft geben, welche persönlichen Informationen sie zu welchem Zweck sammeln und wie sie diese schützen.

    Sicherheitszertifizierungen

    Solche Zertifikate verlangen von Unternehmen, sich mit dem Thema intensiv auseinanderzusetzen. In der Praxis sind sie ein geeignetes Mittel, um höhere Sicherheitsstandards im gesamten Unternehmen zu etablieren.


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