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Erfolgsfaktor Innovation: Schnelligkeit verbessert Cash-Flow

Der Mittelstand ist Aushängeschild und Rückgrat der deutschen Industrie als Arbeitgeber, Exportmotor und nicht zuletzt auch als Innovator. Jahrzehnte währende Erfolgsgeschichten, die den Gründern einen langen Atem abverlangten, prägten dieses Bild. Nun gehen die „Chef-Entwickler“ langsam in den Ruhestand – mit beträchtlichen Auswirkungen.

Innovationen sind im deutschen Mittelstand traditionell technik- und häufig „Ein-Mann“-getrieben. Die vermeintlich oder tatsächlich „geniale Idee“ des Unternehmensgründers und Chefentwicklers in einer Person wird zur Marktreife gebracht und davon lebt der Betrieb oft über Jahre gut. Doch die Rahmenbedingungen ändern sich und die Innovationsgeschwindigkeit eines Unternehmens wird gerade für Investoren zu einem immer wichtigeren Faktor.

Emotionale Bindung in Unternehmerfamilien nimmt ab

Zu beobachten ist: Heutzutage sind die Folgegenerationen in den Unternehmerfamilien zunehmend weniger technikverliebt und verlieren oft die emotionale Bindung zum Betrieb. Stattdessen treten sie selbst vermehrt als Investoren in Erscheinung, nachdem das eigene Unternehmen teilweise oder vollständig verkauft wurde. Hinzu kommt, dass der industrielle Mittelstand zunehmend für internationale Finanzinvestoren interessant wird.

Unternehmen, die das Interesse für Investoren geweckt haben oder deren Fortbestand von Investoren abhängig ist, sehen sich einerseits den Anforderungen des Marktes und des Wettbewerbs sowie andererseits dem höheren Druck neuer oder potenzieller Anteilseigner ausgesetzt. Deren Ziel ist die Erhöhung des Unternehmenswertes in einer bestimmten Investitionsperiode. Die kurz- und mittelfristigen Renditeanforderungen sind daher meist von Anfang an hoch.

Bedeutung von Discounted-Cash-Flow-Betrachtung wächst

Eine Methode für die finanzielle Bewertung (Valuation) eines Unternehmens ist der Discounted Cash-Flow, der sich zunehmend auch in Deutschland durchsetzt und vor allem im Kapitalmarktumfeld genutzt wird. Dieses Verfahren berücksichtigt den künftigen Erfolg einer Firma. Hierbei setzt sich der aktuelle Wert eines Unternehmens aus der Summe seiner produkt- oder servicegetriebenen Cash-Flows (abgezinst) zusammen – jedes Produkt wird dabei als eigenes Projekt mit Investitions- und Vermarktungsphase inklusive möglicher After-Market-Umsätze betrachtet.

So wird der gesamte Produktlebenszyklus berücksichtigt. Sind nun vom Unternehmen geplante innovative Produkte schneller am Markt wirkt sich das über den Zeitfaktor positiv auf die Discounted-Cash-Flow-Betrachtung aus. Weiterer Vorteil: Schnellere Markteintritte gepaart mit kundenrelevanten Innovationen, also mit erfahrbaren USPs für den Kunden rechtfertigen einen Premiumpreis gegenüber dem Wettbewerb.

Schlanke Innovations- und Entwicklungsstrategie festlegen

Nur schlanke und effiziente Innovations- und Entwicklungsprozesse ermöglichen es, als „Vorreiter“ im Markt zu agieren. Hierzu ist eine entsprechende Innovations- und Entwicklungsstrategie zu formulieren, im Unternehmen zu verankern und die integrierten Ziele auf die Organisation herunter zu brechen. Ein stringenter Innovations- und Entwicklungsprozess reicht von der Trend-Erfassung bis zum Produktionsstart.

Fazit: Eine gut gefüllte Innovationspipeline wird wirtschaftlich zunehmend interessanter. Kurze Produktentwicklungszyklen spiegeln sich mittelfristig positiv in der Gewinn- und Verlustrechnung eines Unternehmens wider und wirken sich langfristig wesentlich auf den Unternehmenswert aus. Scheitern vormals innovative, mittelständische „Vorreiter“-Unternehmen daran, kurze Innovationszyklen zu etablieren, wird eine Anpassung der Strategie zu „Fast-followern“ oder „Me-too“ unvermeidlich.

 Weiterführende Informationen:

 


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