Nelly KostadinovaNelly Kostadinova

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E-Commerce: In welchen Ländern welche Bezahlsysteme jeweils führend sind

E-Commerce ist ein globales Geschäft. Damit es mit dem erfolgreichen internationalen Online-Business auch richtig klappt, sollten einige wichtige Punkte beachtet werden.

Weltweite Geschäfte und unzählige Wege, Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen: E-Commerce bietet verlockende Möglichkeiten für Unternehmen. Doch bei der Entscheidung, das Online-Geschäft zu internationalisieren, lauern einige Fallstricke.

Betreiber von Online-Shops wollen Produkte verkaufen – 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr – und das bestenfalls nicht nur in Deutschland, sondern auch an Kunden rund um den Globus. Allerdings geben diese ihr Geld nur dann auch aus, wenn der gesamte Kaufprozess einfach, transparent und reibungslos verläuft. So hat laut einer Studie des Forschungsinstituts ibi Research bereits jeder dritte Kunde einen Einkauf im Internet abgebrochen, wenn das gewünschte Zahlungssystem nicht angeboten wurde.

Bezahlsysteme müssen massenkompatibel sein

Das Problem vieler Online-Shops, insbesondere, wenn sie ihre Waren in ausländischen Märkten verkaufen: Es fehlt die passende Zahlungsmethode. Kann der Betreiber für den heimischen Markt noch einigermaßen abschätzen, welche Form der Bezahlung die Kunden wünschen und gewohnt sind, ist es in fremden Märkten schon weitaus komplizierter und kann für Händler schnell frustrierend werden.

Wichtig ist es daher, vor allem massenkompatible Zahlsysteme in den Online-Shop zu integrieren, um möglichst vielen Kunden das Bezahlen zu ermöglichen. Wichtig ist es auch, den richtigen Mix an vertrauenswürdigen und im jeweiligen Land etablierten Zahlungsarten anzubieten. Schließlich besitzt längst nicht jeder Besucher eine Kreditkarte.

In Deutschland zum Beispiel wird am häufigsten das Bezahlsystem Paypal genutzt. Erst auf Rang zwei folgt die Zahlung per Rechnung. Kreditkarten werden nur von jedem fünften Käufer genutzt.

Zahlungssysteme in Europa: Alles andere als einheitlich

Doch schon in unseren Nachbarländern stellt sich die Beliebtheit der Zahlungsmittel im E-Commerce ganz anders dar: So kaufen Österreicher online am liebsten mit ihrer Kreditkarte ein (37,5 Prozent). Auch in der Schweiz ist die Kreditkarte, gleichauf mit der Rechnung, die beliebteste Zahlungsweise (37,3 Prozent).

Trotz drohendem Brexit bleibt der britische Markt für deutsche Unternehmen attraktiv. Doch Vorsicht bei der Einbindung von Zahlungsmethoden in den Webshop. Hier reicht es nicht, einfach die in Deutschland gängigen Bezahlmöglichkeiten eins zu eins zu übertragen. So hat etwa Paypal in Großbritannien mit nur 20 Prozent Nutzeranteil eine relativ nachrangige Bedeutung. Dahingegen läuft auf der Insel ein Großteil des Zahlungsverkehrs über Kredit- und Debitkarten. Fast drei Viertel der Käufer bezahlen mit Mastercard, Visa und Co. Die in Deutschland nach wie vor beliebte Zahlung auf Rechnung ist in Großbritannien nur wenig verbreitet.

Ähnlich verhält es sich in Spanien. Auch hier ist es unabdingbar, in seinem Online-Shop die Möglichkeit zur Kartenzahlung anzubieten. Zahlung per Überweisung spielt keine Rolle – nur jeder hunderte Einkauf wird auf diesem Weg bezahlt.

Franzosen mit eigenem System

Frankreich ist insbesondere für den E-Commerce ein wichtiger Markt in Europa. Schließlich sind die Franzosen beim Einkaufen im Internet ganz vorne dabei. Fast 90 Prozent der Internetnutzer kaufen auch online ein: das bedeutet ein Kundenpotenzial von über 33 Millionen Käufern. Für die erfolgreiche Erschließung dieses Marktes ist es unabdingbar für Online-Händler, die Zahlung via sogenannter „Carte Bleue“ anzubieten. Die Carte Bleue ist eine Kombination aus Bank- und Kreditkarte und wird bei der Hälfte aller Online-Zahlungen genutzt. Die Karte wird von hiesigen Banken ausgegeben und ausschließlich in Frankreich eingesetzt. Sie ist mit einem Debitkarten-System vergleichbar, das Transaktionen ohne eine Autorisierung der Banken erlaubt.

China hat seine eigenen Regeln

Richtig spannend wird es, wenn Unternehmen den riesigen chinesischen Markt erschließen wollen. Hier können Anbieter viel falsch machen. Fast die Hälfte aller potenziellen Käufer ist in China bereits einmal auf der Bezahlseite aus dem Kaufprozess ausgestiegen, weil ein gewünschtes Zahlsystem nicht verfügbar war. Das besagt eine Studie der PPRO Group. Für international agierende E-Commerce-Anbieter ist es in China unabdingbar, alle dort üblichen Zahlverfahren anzubieten. Zusätzlich zur Zahlung mit Kredit- und Debitkarten ist es im „Reich der Mitte“ wichtig, auch das chinesische Online-Bezahlsystem „Alipay“ anzubieten. Das System verwenden über 300 Millionen registrierte Nutzer. Es ist damit das wichtigste Verfahren: fast jeder zweite Online-Kauf in China wird über die Plattform abgewickelt.

Generell gilt: Wer sein internationales Online-Business erfolgreich gestalten will, sollte genau darauf achten, seinen Kunden alle gängigen und beliebten Bezahlsysteme anzubieten. Denn nur derjenige, der die Erwartungen und Bedürfnisse seiner Kunden – auch beim Bezahlen – erfüllt, wird nachhaltig Erfolg haben.

 


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