erfolgreich, Strategie

Einfacher Einkauf, Sendung sofort – Erfolge einer agil optimierten Logistik

Mit einigen wenigen Handgriffen ist es getan, dann noch eine bestätigende Berührung auf dem Touchscreen und der gewünschte Artikel geht auf die Reise. Pilotprojekte wie die „Turbo-Päckchenzustellung“ des Autoherstellers Volvo erregen die Aufmerksamkeit der Medien. Maximal zwei Stunden soll es bis zur Lieferung dauern, wenn ein Kunde innerhalb Stockholms Ware bestellt. Zweifelsohne war Einkaufen nie leichter als heute. Das ist zwar vordergründig einfach und bequem, für die beteiligten Unternehmen mit ihren global vernetzten Liefer- und Wertschöpfungsketten jedoch ein äußerst komplexes Verfahren. Agile Strukturen im operativen Management sind zunehmend unerlässlich, wenn die Wettbewerbsfähigkeit unter diesen Bedingungen erhalten bleiben soll.

Schnell, schneller, sofort – Hohe Anforderungen weiten sich aus

Kurze Lieferfristen und unbedingte Liefertreue sind zu einem entscheidenden Differenzierungsmerkmal geworden. Oft ist „sofort“ gerade noch schnell genug. „Same-Day-Delivery“, also die Lieferung am gleichen Tag, stehe vor dem großen Durchbruch, schließt die Unternehmensberatung McKinsey & Company in einer Branchenstudie von 2014. „Der Markt für Same-day Delivery – also die Zustellung von Waren noch am Tag der Bestellung – dürfte bis 2020 in Westeuropa auf rund drei Milliarden Euro wachsen. Damit wird er in wenigen Jahren 15 Prozent des Umsatzes mit Standardpaketen ausmachen (heute: weniger als ein Prozent)“, heißt es dort. Besonders jüngere Generationen sollen diese Form der Lieferung bevorzugen, wie eine Umfrage in Nordamerika zeigt. Großhändler wie Amazon oder zuletzt Zalando machen es vor: Nach und nach steigen Unternehmen, die sich die entsprechende Infrastruktur auch leisten können, in dieses oder noch schnellere Geschäftsmodelle ein, die in ausgewählten Fällen eine Lieferung binnen ein oder zwei Stunden versprechen.

Den Ergebnissen der Studie kann man leicht Glauben schenken, besonders wenn man an das traditionelle Weihnachtsgeschäft denkt, wo der Trend zu eiligen Bestellungen vor einer nahenden Frist und entsprechenden Lieferversprechungen ihren Anfang nahmen. 4,6 Millionen Bestellungen gingen am 15. Dezember 2013 – damals ein neuer Rekord – allein in Deutschland bei Amazon ein. Das entsprach 53 Artikeln pro Sekunde, die innerhalb kürzester Zeit ihr Ziel erreichen mussten. Nur mit zusätzlichen Saisonkräften ließ sich diese Aufgabe stemmen. Doch die gestiegene Erwartung der Kunden manifestiert sich heute nicht mehr allein um Weihnachten herum und konzentriert sich nicht nur auf Konsumgüter. Sie hat mittlerweile die gesamte Geschäftswelt erfasst.

„Sofortness“ treibt neue Unternehmensstrategien an

Seit einigen Jahren gibt es für diese Entwicklung einen Kunstbegriff: die „Sofortness“. Von dem österreichischen Schriftsteller Peter Glaser 2007 erdacht, verweist der Neologismus heute auf die „digitale Ungeduld“ bzw. – um bei meinem Eingangsbeispiel zu bleiben – den neuen Anspruch des Kunden, seine Lieferung schnellstmöglich und ohne jede Verzögerung entgegen nehmen zu können. Nun muss es in vielen Fällen natürlich nicht direkt die Lieferung am gleichen Tag sein, zumal sich auch unter Verbrauchern Kritiker gegen diesen Trend äußern. Eines kann man dennoch ganz allgemein festhalten: Wer wettbewerbsfähig bleiben und seinen Kunden höchste Servicequalität bieten will, muss flexibel und situationsgerecht agieren.

Das ist leichter gesagt als getan, denn die Komplexität vieler Wertschöpfungsketten hat mittlerweile Ausmaße erreicht, die sich manuell kaum noch überblicken lassen. Dazu kommt der Trend zu immer vielfältigeren Produkten und Dienstleistungen. Treten dann auch noch unvorhergesehene Ereignisse wie eingehende Eilaufträge, Maschinenausfälle, überraschende Qualitätsmängel oder Lieferantenverzug auf, haben diese eigentlich alltäglichen Störungen durchaus das Potential, Unternehmen ernsthaft zu schaden. Denn die Forderung nach einer möglichst schnellen und flexiblen Logistik kann dann oft nicht mehr erfüllt werden.

Mit Agilität gegen die Sofortness

Auf die permanenten und oft unvorhersehbaren Veränderungen am Markt, im Umfeld oder Liefergeflecht muss das Management eines Unternehmens daher oft blitzschnell reagieren und dabei Entscheidungen vor einem komplexen Hintergrund treffen. Dabei steht den Entscheidern heute dank der fortschreitenden Digitalisierung eine riesige Menge an Daten über ihre Prozesse zu Verfügung. Werden diese allerdings lediglich verwaltet und bestenfalls vielleicht in bunten Diagrammen am Bildschirm angezeigt, bleibt das Management in der Planung am Ende mit einer überwältigenden Menge an Handlungsmöglichkeiten auf sich allein gestellt.

Dass dies selbst in einer „langsamen“ Logistik ein Problem darstellt, liegt auf der Hand. Doch im Postulat der Sofortness schwingt nicht nur die Forderung der Kunden mit, auch die Turbo-Logistik verlangt praktisch adhoc-Enscheidungen. Die Antwort auf diese Herausforderungen liefert ein Konzept, das zusammen mit modernster Technologie die Unternehmen auf das Unerwartete bestmöglich vorbereitet: Ein auf einem agilen Managementansatz basierendes Planungssystem sorgt mit entscheidungsintelligenten Algorithmen für eine optimale Verteilung von begrenzten Unternehmensressourcen. Im Kern geht es um den bestmöglichen Ausgleich von Angebot und Nachfrage. Unterstützt das Management seine Logistik etwa durch den Einsatz von IT-Systemen mit künstlicher Entscheidungsintelligenz…

  • …errechnen mathematische Algorithmen für jede Situation optimierte Handlungsempfehlungen und Entscheidungsoptionen, etwa im Bestellvorgang oder der Absatzplanung,
  • …sind bestmögliche Reaktionen auch bei unerwarteten Situationsänderungen angemessen schnell möglich,
  • …können Unsicherheiten in den Daten vorausschauend berücksichtigt werden,
  • …wird Prozesssicherheit trotz der hohen Kundenanforderungen an die Liefergeschwindigkeit gewährleistet.

Akute Veränderungen am Markt können Unternehmen zur Umstellung auf komplexere, störanfälligere Prozesse zwingen. Sie bleiben jedoch auch dann noch erfolgreich, wenn sich eine gewisse Offenheit für technologische Innovation und neue, agile Management-Ansätze durchsetzen.

Wie gehen Sie mit dem steigenden Termindruck und unerwarteten Störungen in Ihrem Unternehmen um? Nutzen Sie IT-basierte Entscheidungshilfen für Ihre Planung?


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