erfolgreich, Mittelstandsbotschafter, Strategie

Warum kann ein Unternehmenskauf für mich strategisch sinnvoll sein?

Johannes Wolters und Holger Reichert begleiten Unternehmer bei der Unternehmensnachfolge in Bremen

Nicht nur Heuschrecken kaufen Unternehmen: Es gibt gute Gründe für mittelständische Unternehmer strategisch in einen Unternehmenskauf zu investieren. Welche dies sind, habe ich Holger Reichert und Johannes Wolters gefragt, die als K.E.R.N- Nachfolgespezialisten Unternehmensnachfolgen, Unternehmenskäufe und –Verkäufe in Bremen und der umliegenden Region begleiten.

Koerber: „Welche Rolle spielt eigentlich die demografische Entwicklung für diese Frage?“

Reichert: „Die Zahlen des Statistischen Bundesamts sind eindeutig: Die seit Mitte der 1970er-Jahre anhaltend niedrigen Geburtenziffern und die beständig steigende Lebenserwartung haben zu einer drastischen Veränderung des Größenverhältnisses zwischen den Generationen geführt. Perspektivisch bedeutet diese Entwicklung für die Zukunft ein dramatisches Ungleichgewicht. Das bedeutet schlicht, dass die Zahl der potentiell zur Mitarbeit in Unternehmen nach-kommenden Menschen weiter fällt und damit die Möglichkeiten ein Unternehmen organisch wachsen zu lassen stetig weniger werden. DIHK und KfW weisen in ihren Untersuchen bereits seit Jahren auf einen mit dem Fachkräftemangel einhergehenden Unternehmermangel hin.“

Koerber: „Sehen Sie darüber hinaus Gründe für einen Unternehmenskauf zum jetzigen Zeitpunkt?“

Wolters: „Ein weiterer Grund liegt im anhaltend niedrigen Zinsniveau im Euro-Raum. Es  ist ein weiterer Treiber für Investitionsdruck in Unternehmen. Viele Finanzprodukte der Vergangenheit funktionieren heute nicht mehr. Noch vermag niemand zu sagen welche langfristigen Auswirkungen die Zinspolitik im Euro-Raum haben wird. Der Run auf Immobilien ist ein deutlicher Indikator für die veränderten Investitionsbedingungen. Der Erwerb eines gesunden, am Markt etablierten Unternehmens kann unter den aktuellen Bedingungen eine nachhaltig interessante und wertschöpfende Investition sein.“

Koerber: „Wie kann ein familiengeführtes, mittelständiges Unternehmen in dieser Situation denn bestehen?“

Reichert: „Kunden erwarten Größe. Die zunehmende Komplexität globaler Märkte und rechtlicher Rahmenbedingungen zwingen Unternehmen zum Handeln. Begrenzte Kapazitäten auf verschiedenen Ebenen lassen Unternehmen Kooperationen eingehen und fusionieren. Kunden erwarten regionale Nähe und Dienstleistungen aus einer Hand. Die Portallösungen des Internets lassen immer höhere Bequemlichkeits-Erwartungen bei Kunden entstehen und erfordern für einzelne Produktanbieter eine Abwicklungslogistik, die selten aus eigener Kraft zu bewältigen ist. Die gewaltigen Marketing-Budgets der „Großen“ schaffen eine Wahrnehmung für Produkte und Dienstleistungen die kleine, mittelständische Unternehmen selten mit ihren Mitteln für sich generieren können. Das ist eine weitere Herausforderung.“

Koerber: „Wie ist die momentane Angebotslage für einen Unternehmenskauf zu bewerten?

Wolters: „Laut KfW-Mitelstandspanel 2015 waren es vor drei Jahren „nur“ 530.000 kleine und mittlere Unternehmen, die sich mit der Unternehmensnachfolge beschäftigen wollen. Inzwischen suchen in den kommenden drei Jahren bereits über 620.000 Unternehmen in Deutschland einen geeigneten Nachfolger.“

Koerber: „Wie hoch ist denn hier der Anteil der Familienunternehmen?“

Wolters: „Der Anteil der deutschen Familienunternehmer, die eine Lösung für Ihr Unternehmen suchen stieg mittlerweile auf 17%. Vor drei Jahren lag diese Zahl noch bei 14 %. Wie so oft ergeben sich in den Zeiten des Wandels Chancen gezielt und strategisch zu agieren. Dadurch, dass interne Nachfolgelösungen leider oft nicht möglich sind, ist eine Übergabe an einen externen Erwerber in vielen Fällen alternativlos – möchte man sein Lebenswerk nicht einfach aufgeben.“

Koerber: „Zusammengefasst. Was raten Sie einem Unternehmer, der sinnvoll und strategisch wachsen will?“

Reichert: „Ist ein Unternehmer soweit überzeugt, dass er die Chancen auf einen Unternehmenskauf für sich erkennt, geht es „nur“ noch um die Frage „Wie setze ich so einen Schritt um?“ An dieser Stelle sind Nachfolgespezialisten gefragt, die als Begleiter den Unternehmenskauf von Anfang bis bis zum Abschluss unterstützen. Dabei sind aus der Erfahrung ganz unterschiedliche Aspekte zu beachten. Lassen Sie uns gern in einem zweiten Teil  wichtige Schritte einer strategischen Investition aus der Sicht von potentiellen Kaufinteressenten bzw. Übergebern diskutieren.“


Wir freuen uns über Diskussionen und Ihre Kommentare.
Wie in jeder Gemeinschaft ist es notwendig, dass sich alle Teilnehmer an die Netiquette halten. Durch Ihre Kommentare sollen interessante, gewinnbringende Debatten entstehen, an denen sich andere Nutzer gerne beteiligen. Beleidigungen und Schmähreden sind deshalb ebenso tabu wie Diskriminierungen und die unerlaubte Veröffentlichung persönlicher Daten. Bitte verstecken Sie sich auch nicht hinter Pseudonymen, sondern benutzen Sie Klarnamen.

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

CAPTCHA-Bild

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Lesen Sie weiter


Allgemein, Marketing & Vertrieb, Märkte & Branchen, Mittelstandsbotschafter

Business-Moderation – Was ist das überhaupt?

Bei dem Wort Moderation denken viele Menschen an Thomas Gottschalk mit seiner Sendung “Wetten, dass..?”. Hierbei handelt es sich zugegebenermaßen auch um eine Form der Moderation. In den nächsten Wochen möchte ich mit Ihnen gemeinsam jedoch eher die...