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Zuschüsse und Fördermöglichkeiten für internationale Kooperationsprojekte

Viele mittelständische Unternehmen nutzen erfolgreich Zuschüsse für ihre internationalen Kooperationsprojekte. Dabei arbeiten KMU und Forschungseinrichtungen aus verschiedenen Ländern gemeinsam an Forschungs- und Technologievorhaben. Sie profitieren vom Know-how-Austausch, von erhöhten Förderquoten und erleichterten Marktzugängen in ausländische Märkte. Dieser Artikel gibt einen kurzen Überblick über die Fördermöglichkeiten für internationale Kooperationen und über die Vorteile für KMU.

 

Wo finde ich Informationen zu Zuschüssen für internationale Kooperationsprojekte?

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und verschiedene Förderagenturen veröffentlichen regelmäßig Ausschreibungen zur Förderung von internationalen Technologie- und Forschungsprojekten. Auch auf EU-Ebene gibt es Fördermöglichkeiten für internationale Kooperationen und Netzwerke.

  • Das BMWi informiert auf seiner Internetseite zum Thema „Internationale FuE-Kooperationen“. In der Überblicksliste sind die Länder aufgeführt, zu denen aktuell Förderung beantragt werden kann. Das sind momentan Kanada, Singapur, Frankreich, Finnland, Vietnam, Israel, Dänemark sowie Österreich, bestimmte Regionen von Belgien und Frankreich, Tschechien und Russland. Die jeweiligen Richtlinien mit allen Antragskriterien sind verlinkt. Dabei gibt es sowohl bilaterale Ausschreibungen (Kooperation von Partnern aus zwei Ländern) als auch Bekanntmachungen zu kompletten internationalen Forschungsnetzwerken (z.B. IraSME). Auch in den aktuellen Meldungen des BMWi zum Zentralen Innovationsprogramm ZIM werden Informationen zu neuen internationalen Ausschreibungen veröffentlicht.
  • Das BMBF veröffentlicht auf seiner Internetseite unter dem Punkt „Aktuelle Bekanntmachungen“ regelmäßig Richtlinien und Informationen zu Förderprogrammen für internationale Kooperationen. Aktuell gibt es hier z.B. eine Bekanntmachung zum Ausbau von China-Kompetenzen an Hochschulen, zur Förderung internationaler Spitzencluster  und zur Zusammenarbeit in Technologie-, Innovations- und Forschungsprojekten mit Israel und mit Frankreich.
  • Förderagenturen, -initiativen und Fördernetzwerke wie  EUREKA, IraSME, Cornet informieren auf ihren jeweiligen Homepages ebenfalls zu aktuellen Ausschreibungen.
  • EU-Programme wie Horizon2020 fördern internationale Kooperationen sowohl bei Projekten als auch bei Forschungsnetzwerken. Einen Überblick dazu finden Sie in der Förderdatenbank des BMWi. Eine Recherche in dieser Förderdatenbank mit einer Auswahl der Stichworte “Fördergeber: EU” und “Förderbereich: Forschung und Innovation” gibt einen Überblick über weitere Zuschussmöglichkeiten für Kooperationen auf EU-Ebene.

 

EUREKA, IraSME, Cornet – wie funktioniert das Antragsverfahren?

Unternehmen erhalten Unterstützung bei der Beantragung durch die Netzwerke und Initiativen EUREKA, IraSME und Cornet. Diese koordinieren die Förderung internationaler Kooperationen. Das Antragsverfahren für deren internationale Ausschreibungen besteht meist aus mehreren Komponenten: Einmal wird ein Antrag auf Projektzuschüsse bei einem nationalen Förderprogramm (z.B. ZIM – Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand) gestellt. Zusätzlich wird ein Antrag auf Förderung der Kooperation mit internationalen Partnern eingereicht. Dazu sind z.B. ein Kooperationsvertrag und eine Beschreibung des geplanten gemeinsamen Vorhabens notwendig, die beim Projektträger eingereicht werden müssen. Wichtig ist, dass hier oft bestimmte Fristen einzuhalten sind, d.h. dass die Ausschreibungen jeweils zeitlich begrenzt sind.

  • EUREKA hat zum Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft zu stärken. 40 Mitgliedsländer sind an der Initiative beteiligt. Partner aus den 40 Mitgliedsländern können Zuschüsse zu gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben beantragen und dürfen Partner aus anderen Ländern mit einbeziehen. Besonderer Vorteil hier ist, dass nur ein Antrag in englischer Sprache beim EUREKA-Zentrum eingereicht werden muss.
  • Cornet steht für „Collective Research Networking“ und unterstützt Unternehmen, Fördermittel für Forschung und Entwicklung auf internationaler Ebene zu erhalten.
  • Im Netzwerk IraSME sind Ministerien und Förderagenturen aus den teilnehmenden Ländern organisiert. Auch hier bekommen Unternehmen und Forschungseinrichtungen Unterstützung bei der Beantragung von Zuschüssen für Technologie- FuE- und Innovationsprojekte mit internationalen Partnern. Dabei erfolgt die Förderung der deutschen Partner über das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand ZIM.

 

Welche Vorteile ergeben sich durch die Teilnahme an internationalen Kooperationsprojekten?

Unternehmen, die Projekte zu zu FuE,  Technologie und Innovation las internationale Kooperationen durchführen, profitieren von zahlreichen Vorteilen:

  • Know-how-Austausch mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Ausland
  • Erleichterter Marktzugang: der erste Schritt in den ausländischen Markt wird erleichtert durch die bestehende Kooperation im Projekt
  • In der Zusammenarbeit während des Projekts besteht die Chance, die Gegebenheiten des anderen Lands und die Mentalität der Projektpartner im Ausland kennen zu lernen
  • Erhöhte Förderquoten: oftmals sind die Förderquoten für internationale Kooperationen höher als bei einer Antragstellung von Einzelprojekten.

 

Wie finden Unternehmen geeignete Partner?

IraSME und Cornet veranstalten regelmäßig Partnering Events, auf denen sich interessierte Unternehmen vorstellen können. Über eine Online-Plattform können sich interessierte Firmen und Forschungseinrichtungen anmelden. Auf der Plattform können auch Informationen zum eigenen Know-how und den Anforderungen an potentielle Partner eingegeben werden. Weiterhin gibt es eine Elevator-Pitch-Session, bei der in fünfminütigen Kurzvorträgen Projektideen vorgestellt werden. Auch ein Matchmaking-Service wird angeboten. Auf der Homepage von IraSME  finden Sie Informationen zum nächsten Partnering Event, das 2017 in Aachen stattfindet.

 

Dr. Jörg Rupp ist Gründer des Unternehmens DORUCON – DR. RUPP CONSULTING GmbH und verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung im Bereich Technologie, Innovation und Förderung. Mit seinem Unternehmen begleitet er Kunden auf dem Weg zu einem erfolgreichen Förderantrag und berät sie zur optimalen Innovations- und Technologiestrategie.  

 


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