Stephan Derr ist Vorstand und Experte für Arbeitswelten bei Steelcase.Stephan Derr ist Vorstand und Experte für Arbeitswelten bei Steelcase.

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Technik, die uns an den Schreibtisch fesselt

Privat nutzen wir Smartphones, Tablets und Co. ganz selbstverständlich – in Unternehmen zeigt sich jedoch ein 2:1-Verhältnis von fest installierten zu mobilen Technologien. Eine aktuelle Studie belegt, dass mehr Flexibilität bei der Wahl des Arbeitsplatzes das Engagement jedoch fördern würde. Ein Plädoyer für mehr mobile Technologien.

Die Studie zu Engagement und Zufriedenheit, die wir in Zusammenarbeit mit Ipsos durchgeführt haben, offenbart, wie statisch Arbeitsräume heute noch sind: In Deutschland arbeiten 80 Prozent der Mitarbeiter an Desktop-PCs und 94 Prozent mit Festnetztelefonen. Nur 33 Prozent der Mitarbeiter verfügen über Laptops und vom Arbeitgeber bereitgestellte Mobiltelefone, lediglich 9 Prozent arbeiten mit Tablets.

So ist es wenig überraschend, dass die Freiheit, je nach aktueller Aufgabe an unterschiedlichen Orten im Büro zu arbeiten, in Deutschland am wenigsten verbreitet ist. Weltweit kann nur die Hälfte der Beschäftigten frei darüber entscheiden, wo und wie sie arbeiten, die Mehrheit verlässt zum Arbeiten nie das Büro. Mitarbeiter werden also durch veraltete Technologien sprichwörtlich an ihren Schreibtisch gefesselt.

Technik soll Flexibilität fördern, nicht Mobilität einschränken - Foto Steelcase

Mobilität und Flexibilität fördern das Engagement

Unsere Studie zeigt jedoch, dass die Verfügbarkeit von mobilen Technologien das Engagement und die Zufriedenheit von Arbeitnehmern durchaus steigert: die engagiertesten Mitarbeiter nutzen weitaus häufiger Laptops, Mobiltelefone und Tablets als Festnetzanschlüsse oder Desktop-PCs. Je flexibler gearbeitet werden kann, desto höher ist also das Engagement. Eine begrenzte Mobilität wiederum beeinträchtigt die Möglichkeiten der Mitarbeiter, sich der Aufgabe entsprechend eine Arbeitsumgebung zu suchen, was wiederum das Engagement steigern würde.

Natürlich bringen es bestimmte Berufe oder Tätigkeiten mit sich, die meiste Zeit am Schreibtisch zu verbringen – in diesem Fall sind fest installierte Geräte eine praktikable Lösung. Für andere Angestellte jedoch, die vermehrt im Team arbeiten und dadurch häufiger interagieren und sich austauschen, sind mobile Lösungen weitaus besser geeignet.

Was bedeutet das für den Arbeitsplatz der Zukunft?

Künftig müssen Unternehmen Arbeitsplatzstrategien und Techniklösungen in Einklang bringen, um Mitarbeiter zu unterstützen und ihnen die größtmögliche Flexibilität in Bezug auf ihre Arbeitsweisen zu ermöglichen. Das umfasst einerseits die Verfügbarkeit von mobilen Technologien wie Laptops und Smartphones, die den Mitarbeitern mehr Wahlmöglichkeiten darüber lassen, wo sie arbeiten möchten: ob im Büro, unterwegs oder im WorkCafé. Andererseits müssen die Büroräume so gestaltet sein, dass je nach aktueller Aufgabe verschiedene Arbeitsplätze zur Verfügung stehen, zwischen denen Mitarbeiter flexibel wählen können. Das umfasst Plätze für konzentrierte Einzelarbeit, größere Arbeitsflächen für Teams, abgetrennte Rückzugsorte sowie Bereiche für sozialen und informellen Austausch. Beide Strategien vereint ergeben flexible Arbeitsräume, die Engagement und Zufriedenheit der Mitarbeiter fördern!


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