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Maschinenbau 2017: Mit neuer Führungskultur in das neue Jahr

Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer gehen optimistisch in das Jahr 2017. Laut Branchenverband VDMA zeichnet sich ein Ende der Stagnation ab. Kein Wunder also, dass jüngst die Stimmung auf dem diesjährigen Maschinenbau-Kongress der Staufen AG entsprechend positiv war. Dennoch bestand unter den rund 100 Führungskräften und Industrie-Experten auch Einigkeit darüber, dass vor allem an der Führungskultur in den Unternehmen weiter gearbeitet werden muss. Nicht zuletzt, um die enormen Möglichkeiten von Vernetzung und Digitalisierung konsequent nutzen zu können.

Die Mienen in den gut gefüllten Reihen im großen Konferenzsaal der EMAG Maschinenfabrik im baden-württembergischen Salach entspannten sich gleich zu Beginn des Maschinenbau-Kongresses 2016 sichtbar. “Trotz der weltweit zu beobachtenden protektionistischen Tendenzen – Stichwort US-Wahl – gehen wir optimistisch in das Jahr 2017″, so Dr. Dietrich Birk, Geschäftsführer des VDMA Baden-Württemberg. Und weiter: „Der deutsche Maschinenbau mit seinen mehr als 1 Million Beschäftigten wird auch weiterhin ein sehr attraktiver Arbeitgeber bleiben.“

Dennoch wird sich die Arbeitswelt im Maschinenbau durch Globalisierung, Digitalisierung und Individualisierung verändern. Angesichts eines immer höheren Veränderungstempos gilt es nun, sich nicht mehr allein auf Trends zu verlassen, sondern sich auf den stetigen Wandel vorzubereiten. Folge: Unternehmen müssen zu agilen und lernenden Organisationen werden. Da mithilfe von Lean Management seit Jahren Lernen als Basiskompetenz entwickelt wird, lautete eine Kernbotschaft des diesjährigen Kongresses: Lean gleich Learn!

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Maschinenbau-Kongress 2016 der Staufen AG

 

Vor allem jenseits der Produktion, also in den indirekten Bereichen wie Einkauf, Verwaltung, Vertrieb sowie Forschung und Entwicklung, besteht in diesem Punkt noch erheblicher Nachholbedarf. Solch ein Wandel von einer sich verwaltenden hin zur permanent lernenden Organisation durchläuft dabei immer auch kritische Phasen. Welche Bedeutung Kommunikation während eines Transformationsprozesses hat, unterstrich Dr. Guido Hegener, Geschäftsführer der EMAG Maschinenfabrik GmbH und damit Co-Gastgeber des diesjährigen Kongresses. Er stellte heraus, dass gerade der kulturelle Wandel ein fortlaufender Prozess ist. “Der Weg ist das Ziel, und man entdeckt auf ihm immer wieder neue Themen, die man besser machen kann”, so der EMAG-Geschäftsführer.

Um so einen Change-Prozess zielführend zu gestalten, haben sich in der Praxis 8 Erfolgsfaktoren herauskristallisiert:

1. Wer kein Problem hat, braucht auch keine Lösung. Ein Unternehmen muss also zunächst die eigenen Fehler und Schwächen genau analysieren statt mit Schablonen oder Standardlösungen zu arbeiten.
2. Man kann Lean nicht delegieren. Wandel ist Chefsache!
3. Die Vision in den Alltag bringen, indem man große Ziele in kleine Ziele runterbricht.
4. Was man nicht hört und nicht sieht, existiert auch nicht. Wichtig: Auch kleine Erfolge kommunizieren.
5. Erst die Menschen entwickeln, die dann die Maschinen entwickeln.
6. Sichtbare Erfolge sind der beste Beweis. Leuchtturmprojekte!
7. Ganzheitlich denken, also auch die indirekten Bereiche einbeziehen.
8. Ohne Verhaltensänderung keine lernende Organisation. Ähnlich wie beim Eisberg liegt der weitaus größte Teil des Change-Prozesses unterhalb der Wasseroberfläche.

Die wichtigsten Erkenntnisse des Maschinenbau-Kongresses 2016 lassen sich wie folgt zusammenfassen: Um voranzukommen, muss sich der Maschinenbau verändern. Dieser Wandel erfordert eine neue Unternehmens- und Führungskultur, um aus den Betrieben lernende Organisation zu machen. Hierzu gehört auch, dass Führungskräfte und Mitarbeiter für diese Zukunft fit gemacht werden. Wichtig ist vor allem eine transparente Kommunikation aller Maßnahmen und Erwartungen. Dabei gilt es, die Möglichkeiten einer vernetzten Welt für neue Formen der Produktion und Zusammenarbeit konsequent zu nutzen, um am Ende flexible Unternehmen zu erhalten, bei denen der Mensch im Mittelpunkt steht.


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