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Arbeit 4.0: Technologie können wir, Führung müssen wir noch verbessern

Digitale Transformation bleibt das Zauberwort in der Unternehmensstrategie unserer Zeit. IT-Kompetenz, Big Data und Industrie 4.0, das alles klingt danach, als sei die neue Arbeitswelt vor allem eine Frage der Technologie. In Wirklichkeit ist der Faktor Mensch aber die viel größere Hürde. Vor allem, was die Führungskräfte angeht.

Eine Frage zum Einstieg: Wie, denken Sie, können Führungskräfte bei ihren Mitarbeitern jeden Keim von Motivation und die Freude an der Innovation ersticken? Da gibt es sicher einige Möglichkeiten, aber ein autoritäres Verhältnis zwischen Chef und Mitarbeiter ist hier sicher eine der wirkungsvollsten Methoden. Aber das ist doch von gestern, werden Sie einwenden. Stimmt nicht, wie eine aktuelle Befragung der Staufen AG zur Unternehmens- und Führungskultur in Deutschland zeigt. In etwa 40 Prozent der Unternehmen dominiert demnach noch das Prinzip „Befehl und Gehorsam“. Und trotz einiger positiver Entwicklungen im Arbeitsklima ist das gute Miteinander in vielen Unternehmen eine Schönwetterveranstaltung. Wenn es hoch hergeht, vergreift sich ein Drittel der Vorgesetzten sogar gegenüber Beschäftigten im Ton.

Wer Motivation will, muss auch motivieren

Mit solchen Verhaltensweisen inspiriert man seine Mitarbeiter nicht zu Höchstleistungen, sondern schickt sie schnurstracks in die innere Kündigung. Und das ist heute tödlicher für den Unternehmenserfolg als je zuvor. Ohne die Innovationskraft der Beschäftigten ist die digitale Transformation nicht zu stemmen. Schon allein, weil die Geschwindigkeit des Wandels viel zu hoch ist, als dass ihn der Chef alleine vollständig im Blick behalten könnte.

Es gibt allerdings positive Ansätze. In etwa der Hälfte der Unternehmen hat sich die Arbeitsatmosphäre in den vergangenen Jahren verbessert, und die Mehrheit der Beschäftigten fühlt sich mit ihren Stärken und Schwächen akzeptiert. Auch haben die meisten Arbeitgeber ein offenes Ohr für Kritik und Verbesserungsvorschläge. Aber es könnte noch etwas runder laufen. Führungskräfte müssen näher dran sein am Ort der Wertschöpfung. Nicht im Sinne von restriktiver Mitarbeiterkontrolle, sondern als führende und motivierende Kollegen. Derzeit lässt sich die Hälfte der Vorgesetzten selten bei den Beschäftigten sehen. Aber immerhin, der Wille zum Austausch ist vorhanden: Ansprechbar sind die meisten Führungskräfte auch außerhalb vereinbarter Termine, und mehr als die Hälfte setzt sich dafür ein, die Qualifikationen der Mitarbeiter zu verbessern.

Kooperieren und begeistern

Dieser Weg sollte konsequent weiterverfolgt werden, denn Vorgesetzte hinter verschlossener Bürotür begeistern keinen Mitarbeiter. Stattdessen gehören sie – ganz im Sinne von Lean Management – dicht an die wertschöpfenden Prozesse. Es muss dabei nicht immer das Shopfloor Management in der realen Werkshalle sein. Die digitale Vernetzung ermöglicht Lean Leadership selbst über große geographische Distanzen.

Solche Veränderungen werden viele traditionell denkende Führungskräfte vor große Herausforderungen stellen. Dagegen ist der Anspruch, digitale Kompetenz zu erwerben, deutlich leichter zu meistern. Sich neues Wissen anzueignen ist eine Frage von Zeit und vielleicht auch Geld. Neue Werte zu leben aber bedarf einer gehörigen Portion Überzeugung und einer Fähigkeit zur Selbstkritik.

STAUFEN.AG-Studie-Industrie-4.0-Hindernisse-in-Deutschland-110117

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