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solvent, Vorsorge

Politische Börsen haben kurze Beine

Eine Markteinschätzung vom Herausgeber der „Börsensignale“. Text: Uwe Lang

Nach der gelungenen Jahresendrally haben die großen Aktienindizes Anfang Januar bei niedrigen Umsätzen erst mal eine Pause eingelegt. Insgesamt bleiben die Anleger für 2017 aber weitgehend optimistisch. Die Störungen waren im vergangenen Jahr vorwiegend politisch bedingt – und politische Börsen haben bekanntlich kurze Beine. Trotzdem ist Vorsicht angebracht, denn der Dax ist nun fünf Jahre lang hintereinander gestiegen. Statistisch aber ist jedes dritte Jahr ein Baisse-Jahr. Gut also, dass wir uns an jahrzehntelang bewährten Indikatoren orientieren.

Bekanntlich schauen wir auf folgende Signale:

a) die Zinsstruktur („lange“ minus „kurze“ Zinsen) im gleiten-
den Durchschnitt,
b) das Trendsignal der Aktienindizes, repräsentiert durch den Nasdaq Composite, den Dow Jones Utility und den Dax sowie
c) die Mehrheit der Signale von fünf Indikatoren.

Wie also dürfte es nun weitergehen an den Märkten?

↑ Zinsstruktur: Unser Konjunkturindikator, der den Abstand der langfristigen Zinsen von den kurzfristigen Zinsen in den USA und in Deutschland misst, sieht nun sehr gut aus. Der Abstand wird wieder größer. Denn die Zentralbanken halten die kurzfristigen Zinsen auf niedrigem Niveau. In Europa sind sie sogar negativ. Der geglättete Abstand ist nun wieder bei 0,2 angelangt – Anfang November waren es nur noch 0,03. Das bedeutet: Eine Rezession droht weder in den USA noch in Europa.

↑ Trendsignal: Auch mit dem Trend der Aktienindizes können wir zufrieden sein: Dax, Nasdaq Composite und Dow Jones Utility sind als bewährte Frühindikatoren bei Redaktionsschluss allesamt im Aufwärtstrend.

↓ Anleihezinsen: Die Anleihezinsen steigen, was früher als ein sehr wichtiges Warnsignal galt, als man noch Inflation bekämpfen musste. Steigende Anleihezinsen zeigen aber auch, dass die Wirtschaft wieder in Gang kommt. Wenn dieser Anstieg weiterhin nicht rasant verläuft, droht noch keine Gefahr für den Aktienmarkt. Dennoch sollte man diese Entwicklung genau im Auge behalten.

↓ Ölpreis: Der Ölpreis steigt – Anfang Januar notierte er zwischen 57 und 58 US-Dollar. Das ist ebenfalls ein Warnsignal, denn steigende Energiepreise treiben die Inflation. Doch noch ist dieses Preisniveau keine ernste Belastung für Unternehmen und Verbraucher – vor Jahren lag der Ölpreis jenseits der 100-Dollar-Marke. Auf dem jetzigen Stand wird der Ölpreis die Konjunktur noch nicht bremsen.

↓ CRB-Index: Die Rohstoffpreise insgesamt melden ebenfalls einen Anstieg, auch wenn er noch moderat ist. Jedenfalls liegen sie höher als vor einem Jahr – und auch ihr Anstieg ist steiler als vor einem Jahr. Sorgen vor ausufernder Inflation muss man aber deshalb im Moment noch nicht haben.

↑ US-Dollar: Die erwarteten Zinserhöhungen in den USA halten den Greenback dem Euro gegenüber im Aufwärtstrend. Anfang Januar pendelte der US-Dollar zwischen 0,95 und 0,96 Euro. Daran wird sich vermutlich auch so bald nichts ändern, denn die EZB hält an ihrer Politik der Nullzinsen fest.

↑ Saisonfaktor: Dieser Indikator liegt seit dem 30. September 2016 und dem Beginn der Wintersaison im positiven Bereich. Denn die Wintermonate bringen zumeist steigende Aktienkurse. Er bleibt nun bis Ende April positiv.

* Dieses Börsensignal richtet sich nach der Mehrheit von fünf Einzelindikatoren, die im jeweiligen Monat entweder positiv, neutral oder negativ sind. Mehr Infos: www.boersensignale.de

* Dieses Börsensignal richtet sich nach der Mehrheit von fünf Einzelindikatoren, die im jeweiligen Monat entweder positiv (grüne Schrift), neutral (gelb) oder negativ (rot) sind.
Mehr Infos: www.boersensignale.de

Fazit: Unser Gesamtsystem bleibt positiv – und das wird wohl ein paar Monate so bleiben. Denn die positiven Konjunkturaussichten sowie die noch immer niedrigen Zinsen sprechen dafür, dass es im Laufe der Wintersaison zunächst weiter aufwärts geht. Darüber hinaus sollte man aber über die zukünftige Entwicklung am Aktienmarkt nicht spekulieren. Es wird vor allem darauf ankommen, ob Europa zusammenhält oder weiter auseinanderfällt. Das wird sich dann sehr schnell an den Trends am Aktienmarkt zeigen.


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