Carl-Dietrich Sander ist UnternehmerBerater und Mittelstandsbotschafter für Finanzierungsfragen. 
(c) privatCarl-Dietrich Sander ist UnternehmerBerater und Mittelstandsbotschafter für Finanzierungsfragen.
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Finanzierung, Mittelstandsbotschafter, solvent

Bargeldbegrenzung: Still ruht der See? Oder: Stille Wasser sind tief!

“Eigentlich” ist das Thema Bargeldbegrenzung oder gar -abschaffung aus den Medien verschwunden. Also alle Aufregung im letzten Jahr umsonst (siehe auch Beitrag zur Bargeldbegrenzung und Haftung)?

Bei einer Veranstaltung des Düsseldorfer Finanz Forum im Hause der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in NRW im Januar diesen Jahres wurde Skepsis deutlich. Referent war Uwe Irmscher, Leiter des Innen- und Filialbetriebs der Gastgeberin, zum Thema “Hat Bargeld eine Zukunft?”

Allein, dass sich die Bundesbank diesem Thema widmet, zeigt für mich schon, dass es “nicht aus der Welt ist”. Die These von Herrn Irmscher dazu: Nachdem der “Versuchsballon” von Herrn Schäuble viel medialen Widerstand gebracht hat, werde das Thema zumindest bis zu den Bundestagswahlen nicht wieder auftauchen. Aber dann?

Die Hauptargumente der Befürworter einer Bargeldbegrenzung sind derzeit Bekämpfung der Schattenwirtschaft und der Kriminalität. Beide Argumente widerlegte der Referent mit entsprechenden Statistiken. Diese zeigen, dass in Ländern mit Bargeldbegrenzung die Schattenwirtschaft nach Einführung dieser Begrenzungen nicht statistisch signifikant zurückgegangen ist. Und dass Deutschland trotz freiem Bargeldverkehr in den Kriminalitätsstatistiken besser abschneidet als die Länder mit Beschränkungen.

Das dritte Argument lautet oft Trockenlegung der Finanzströme des Terrorismus. Als ob Terroristen nicht schon heute auf andere Finanzwege ausweichen – Stichwort Bitcoins.

Welche Motive also stehen “wirklich” hinter den Begrenzungs-Überlegungen? Der gläserne Bürger? Die Durchsetzung einer Negativzinspolitik der EZB ohne Ausweichmöglichkeiten für uns Bürger? . . .

Nebenbei ein weiterer Hinweis des Referenten: Nur Bargeld sichert in einer Krise die Zahlungsfähigkeit. Man denke nur an einen (Total-) Ausfall der technischen Zahlungssysteme. Hacker sollten auch das schaffen können – allen Sicherheitsbeteuerungen der Betreiber zum Trotz. Beispiele gibt es zur Genüge.

Schlussfolgerung: Das Thema wird wieder auf die politische Agenda kommen. Spannend wird dann sein, welche politische Seite den nächsten Vorstoß unternimmt und wer die Unterstützer sein werden. Vielleicht gibt das dann Hinweise auf die “wirklichen” Motive.

Aus meiner Bürgersicht heißt das: Bargeld ist bürgerliche Freiheit. Wir sollten im Zweifelsfall bereit sein, uns für diese Freiheit zu engagieren.

 

 


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