Stephan Derr ist Vorstand und Experte für Arbeitswelten bei Steelcase.Stephan Derr ist Vorstand und Experte für Arbeitswelten bei Steelcase.

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“Unzufriedene Franzosen, motivierte Inder”: Die Kultur prägt die Motivation

Ist die persönliche Heimat ein Schwellenland oder eine Wirtschaftsnation? Ist die dortige Kultur offen und optimistisch oder eher hierarchisch und traditionell geprägt? Faktoren wie diese beeinflussen das Engagement und die Zufriedenheit am Arbeitsplatz ganz erheblich. Eine aktuelle Studie zeigt: Die engagiertesten Mitarbeiter kommen aus aufstrebenden Schwellenländern, während die am wenigsten engagierten aus etablierten Märkten stammen.

Das Land, in dem wir leben, und dessen kulturelle Gepflogenheiten beeinflussen unsere Einstellung zur Arbeit, insbesondere im Hinblick auf unsere Zufriedenheit und unser Engagement am Arbeitsplatz.

Die Studie, die wir zum diesem Thema zusammen mit Ipsos durchgeführt haben, zeigt, dass die meisten der sehr zufriedenen und sehr engagierten Mitarbeiter in Schwellenländern leben, die eine Fülle an Möglichkeiten bieten. Eine aktive und optimistische Grundhaltung ist dort in der Regel ebenso weit verbreitet wie eine sehr hohe Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz.

Die Kultur prägt die Motivation - Copyright Steelcase

Die Kultur prägt die Motivation – Copyright Steelcase

Unzufriedene Franzosen, motivierte Inder

Länder mit niedrigem Engagement und geringer Zufriedenheit sind dagegen meist etablierte Wirtschaftsnationen – geprägt von Industrie- und Verwaltungstraditionen, die oft mit hierarchischen Führungsstilen und Arbeitsplatzstrukturen einhergehen. Mitarbeiter dieser Länder fühlen sich häufig überlastet und entwickeln in der Regel kein Zugehörigkeitsgefühl zum Unternehmen und seiner Kultur. Die Zufriedenheit mit der Arbeitsumgebung ist gering.

In Frankreich zum Beispiel ist der Anteil sehr engagierter und sehr zufriedener Mitarbeiter besonders niedrig (5 Prozent), in Indien dagegen sehr hoch (28 Prozent). Deutschland liegt mit 12 Prozent genau im globalen Durchschnitt.

Gleichzeitig zeigt die Studie, dass es innerhalb einzelner Ländern zum Teil große Gegensätze und Polarisierungen gibt. So stehen sich beispielsweise in Saudi-Arabien oder den Vereinigten Arabischen Emiraten hohe prozentuale Anteile an sehr motivierten und sehr unmotivierten Mitarbeitern gegenüber, im Mittelfeld finden sich nur wenige Menschen.

Entscheidungsgrundlage für Arbeitsplatzstrategien

Diese Erkenntnisse sind für global agierende Unternehmen, die Arbeitsplatzstrategien für verschiedene Länder und Regionen entwickeln, von großer Bedeutung. Wesentlich ist etwa, dass es keine Lösungen gibt, die an allen Standorten gültig sind. Vielmehr ist es unerlässlich, dass Führungskräfte den jeweiligen kulturellen Kontext berücksichtigen, der sich direkt auf das Engagement auswirken kann. Es gilt, Arbeitsplätze zu gestalten, die bestmöglich auf die Bedürfnisse der Menschen verschiedener Kulturen zugeschnitten sind.


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