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Kraft Heinz will Unilever übernehmen

Warren Buffett und der Finanzinvestor 3G wollen einen globalen Konsumgüterriesen aufbauen. Jetzt folgt der nächste Schritt: Ketchup-Hersteller Kraft Heinz soll Unilever übernehmen. Doch dieser wehrt sich noch.

Der US-Nahrungsmittelriese Kraft Heinz setzt seinen aggressiven Expansionskurs fort. Man habe ein Gebot für den britisch-niederländischen Dove-Hersteller Unilever abgegeben, teilte Kraft am Freitag mit. Das Unilever-Management um Vorstandschef Paul Polman wies auf 143 Milliarden Dollar bezifferte Angebot allerdings zurück. Dies habe auch strategische Gründe. Für weitere Gespräche gebe es keine Grundlage.

Kraft Heinz kündigte an, dennoch daran zu arbeiten, dass es noch zu einer Transaktion komme. Das vorgelegte Angebot entspricht einem Aufpreis von 18 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs der Unilever-Aktie vom Donnerstag.

Hinter dem US-Konzern steht als treibende Kraft der Finanzinvestor 3G, der bereits 2015 den auf die USA konzentrierten Lebensmittelkonzern Kraft mit dem Ketchup-Hersteller H.J. Heinz fusioniert hat. Ein weiterer großer Investoren ist der Milliardär Warren Buffett und dessen Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway. Mit an Bord mit einem Minderheitsanteil ist zudem die deutsche Chemie-Erben-Dynastie Reimann. Zuletzt war spekuliert worden, Kraft Heinz könne Appetit auf das Snackgeschäft von Mondelez mit Marken wie Oreo und Milka haben. Mondelez und Kraft waren bis 2012 ein gemeinsamer Konzern.

Kraft Heinz teilte mit, das Unternehmen sei zuversichtlich, noch eine Übereinkunft mit Unilever erzielen zu können. Es sei jedoch unsicher, ob es tatsächlich ein neues Gebot geben werde. Kraft Heinz kam 2016 auf einen Umsatz von 26,5 Milliarden Dollar Umsatz. Mit 52,7 Milliarden Euro Umsatz im vergangenen Jahr ist Unilever deutlich größer. Beide Unternehmen könnten sich weitgehend ergänzen: Unilever ist vor allem bei Reinigungsmitteln und Kosmetik stark, hat sein Lebensmittelgeschäft jedoch weitegehend eingestellt. Allein die Margarine-Sparte gehört noch zum Konzern, wird aber bereits so geführt, dass sie jederzeit verkauft werden könnte.

Die Unilever-Aktien stiegen an der Londoner Börse um bis zu 14,2 Prozent auf ein Rekordhoch von 3824 Pence. Das Unternehmen wäre an der Börse derzeit etwa 112 Milliarden Pfund (rund 131 Milliarden Euro) wert. Das Kraft-Heinz-Papier tendierte nach anfänglichen Verlusten im vorbörslichen US-Geschäft etwa vier Prozent fester.

Anleger wetteten auf eine Fusion, sagten Börsianer. Investoren setzten auf ein Gebot von 4000 Pence je Unilever-Aktie, fügte einer von ihnen hinzu. Gleichzeitig hofften sie auf weitere Zusammenschlüsse in der Branche. Die Papiere der Konkurrenten Beiersdorf, Danone, Henkel und Nestlé stiegen um bis zu 3,2 Prozent.

Bereits im vergangenen November hatte es unbestätigte Berichte gegeben, wonach 3G, hinter dem der Brasilianische Milliardär Jorge Paulo Lemann steht, zwischen acht und zehn Milliarden Dollar einsammle, um einen weiteren Konsumgüterkonzern zuzukaufen. Lemann, ein Harvard-Absolvent mit Schweizer Wurzeln, wurde durch Deals im brasilianischen Brausektor rund um die heutige Großbrauerei AB Inbev schwer reich.

Der 77-jährige Geschäftsmann hält gute Kontakte in die Investment-Szene: Auch US-Großinvestor Warren Buffett ist an dem Heinz-Kraft-Deal beteiligt. Das Unternehmen macht mehr als 22 Prozent des Werts seines gesamten Portfolios aus. Buffett hatte sich wiederholt positiv über 3G geäußert.

In Amerika haben in den vergangenen Jahren Investoren die Branche aggressiv umgepflügt. Nun könnten auch verstärkt europäische Konzerne ins Visier geraten. Der Investor Nelson Peltz etwa war maßgeblich an der Abspaltung der ‘Milka’-Firma Mondelez von Kraft Foods beteiligt. Auch bei Pepsi hatte sich Peltz eingekauft – scheiterte aber mit dem Versuch, den Getränke- und Snackriesen aufzuspalten.1p1p


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