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Arteriosklerose-Risiko: Diese Werte sollten Sie messen lassen

Dieser Leitfaden zeigt,  welche Parameter Sie beim Hausarzt oder besser direkt im Labor messen lassen sollten, um Ihr Arteriosklerose-Risiko zu bestimmen.

Eines vorweg: was der Hausarzt als „normal“ bezeichnet, muss noch nicht gut sein. Darum wünschen wir uns folgende Risikowerte eher im unteren Drittel des Normbereiches.

  • Cholesterin
  • HDL-Cholesterin
  • LDL-Cholesterin
  • Triglyceride
  • CRP-Wert

Cholesterin allein ist viel weniger aussagekräftig als der Cholesterinquotient, also dem Ergebnis vom Gesamt- Cholesterin geteilt durch HDL- Cholesterin. Je niedriger dieser Wert ist, desto besser.

Aber auch ein ungünstiges Verhältnis vom guten zum schlechten Cholesterin muss noch nicht gefährlich sein. Erst wenn zusätzlich der CRP-Wert erhöht ist, werden arteriosklerotische Prozesse wahrscheinlicher. Der CRP-Wert ist ein „Entzündungsparameter“. Wie wir heute wissen, verläuft Gefäßverkalkung  nicht linear, sondern in Schüben, die jeweils von Entzündungsprozessen ausgelöst werden. So kann eine simple Zahnfleisch- oder eine Nasennebenhöhlen- Entzündung eine Verkalkung der Herzkranzgefäße auslösen.

Hier können Sie Ihre beim Hausarzt gemessenen Werte eintragen:

Fettstoffwechsel – Diagnostik:

Cholesterin gesamt:

Cholesterin kommt in tierischen Fetten vor und ist auch im menschlichen Körper als lebenswichtiger Bestandteil weit verbreitet. Doch die Dosis macht’s: Wer einen Cholesterinspiegel unter 150 mg/dl hat –  das haben umfangreiche Studien eindrucksvoll bewiesen – der kann praktisch nicht verkalken. Höhere Werte müssen aber noch nicht gefährlich sein, zumindest wenn man viel gutes HDL- und wenig schlechtes LDL- Cholesterin hat.

Normwert: Ideal unter 150 mg/dl, mindestens aber unter 200 mg/dl

HDL – Cholesterin:

Guter Anteil vom Cholesterin, der sich nicht an der Gefäßwand ablagert. HDL schützt vor Herzinfarkt, darum je höher desto besser. Das HDL kann durch aerobes körperliches Training und Vitamin-B erhöht werden!

HDL-Cholesterin transportiert das Cholesterin von den Gefäßen in die Leber. Ein hoher HDL-Spiegel ist deshalb mit einem verminderten Arteriosklerose-Risiko verbunden.

Normwert: > 40 mg/dl

LDL – Cholesterin:

Das ist die gefährliche Unterfraktion des Cholesterins, da es sich an der Gefäßwand ablagert und dadurch Gefäßverkalkung und Herzinfarkt bzw. Schlaganfall auslöst. Darum:  je niedriger desto besser. LDL-Cholesterin transportiert das Cholesterin von der Leber in die Gefäße. Dort wird es abgelagert und führt zur Arteriosklerose. Aerobe Bewegung verbrennt das LDL, Antioxidantien (Vitamine) entschärfen das LDL!

Normwert: < 110 mg/dl

Cholesterinquotient:

Dieser Quotient aus Gesamtcholesterin geteilt durch HDL-Cholesterin beschreibt das aktuelle Verkalkungsrisiko. Je niedriger der Quotient, desto geringer das Risiko, sogar bei erhöhtem Gesamtcholesterin! Darum ist der Quotient sehr viel aussagefähiger als das Gesamt-Cholesterin allein.

Zum Vergleich:

Bei einem Quotienten über 5 sollten die Alarmglocken angehen! Hier ziehen wir alle Register, um diesen kritischen Wert durch Diät und Bewegung schnellstmöglich zu entschärfen. Bei einem Quotienten von 4.4 ist das Arterioskleroserisiko exakt so hoch wie bei der Durchschnittsbevölkerung – und damit deutlich vorhanden.

Für unsere strengen Maßstäbe ist das noch nicht gut genug, denn 80 Prozent der Bevölkerung bekommt im Laufe des Lebens Gefäßverkalkungen, 60 Prozent sterben daran (Herzinfarkt, Schlaganfall).

Bei 3.3 ist das Risiko noch halb so hoch wie bei der Durchschnitts-Bevölkerung, und bei Werten um 2.2 ist das Arterioskleroserisiko gleich null. Der Quotient kann prinzipiell sowohl durch aerobes Training verbessert werden, als auch über die Ernährung.

Arteriosklerose Risiko:

  • niedrig: < 2.9
  • mittel: 2.9 – 4.4
  • hoch: > 4.4

Triglyceride:

Anhand der Triglyceride (nahrungsabhängige Fette) kann man abschätzen, ob das Cholesterin angegessen oder selbst produziert ist. Liegen die Triglyceride bei Werten von 50 mg/dl oder sogar darunter, so spricht man von vorbildlicher, fettarmer Ernährung. Wer gleichzeitig einen hohen Cholesterinspiegel aufweist, kann hier durch Diät nichts verbessern, weil der Körper es selber produziert. Hier hilft nur Bewegung. Bei Triglyceriden zwischen 50 und 100 mg/dl sprechen wir von fettreduzierter Ernährung. Bei höheren Werten sollte auf eine fettärmere Ernährung geachtet werden. Ein gleichzeitig erhöhter (angefutterter) Cholesterinspiegel wird sich dadurch gleichfalls reduzieren. Bei zusätzlichem aeroben Training geht das natürlich noch schneller!

Normwert: < 100 mg/dl

CRP (ultra-sensitiv):

Ist als Entzündungsprotein bzw. Alarmprotein bei Erhöhung ein starker Risikofaktor für das Herz. Es fördert den Flächenbrand in den Gefäßen und zeigt das Ausmaß der Gefäßschädigung an. CRP hat eine höhere prognostische Vorhersagekraft für das Auftreten einer Herzerkrankung als die Cholesterinwerte.

Optimal: < 5.0 mg/l

Achtung: Blutfettsenker (Statine) werden vom Hausarzt, Internisten oder Kardiologen bereitwillig verordnet, haben aber praktisch keine Wirkung außer Nebenwirkungen. Das Cholesterin wird zwar messbar gesenkt, nicht aber das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. (vergleiche Credtitreform Magazin 6/2013: Gesünder durch weniger Medikamente). Laut der unabhängigen American Heart Association wirken hoch dosierte B-Vitamine und Folsäure besser als jedes Statin. Empfehlung: Sanaponte Immun 1 (1 x 1 Ration täglich). Das senkt das schlechte, hebt das gute Cholesterin, und baut auch den Risikofaktor Homocystein ab.

Wenn in der Familie häufiger Herzinfarkt oder Schlaganfall auftreten sollten Sie noch diese Zusatzwerte messen lassen:

  • Homocystein
  • Lipoprotein

Erweitertes Risikoprofi für Gefäßerkrankung:

Lipoprotein (a):

Dieser Wert wird als genetischer Risikofaktor für Gefäßverkalkung bezeichnet. Bei Werten über 30 mg/dl hat man ein 2-faches Arterioskleroserisiko, wenn LDL im Normbereich liegt und ein 5-faches Risiko, wenn gleichzeitig das LDL erhöht ist.

Fazit: Bei vorhandenem genetischen Risikofaktor sollten wir alle anderen beeinflussbaren Risikofaktoren in den Griff bekommen. Rauchen einstellen, Blutdruck, Blutzucker, Blutfette regulieren, tägliche Bewegung, und dann bringt uns auch dieser Wert nicht um. Zusätzliche Empfehlung:  Täglich 3 g Vitamin C und 1 g Vitamin E nehmen, um das Lipoprotein zu entschärfen.

Normbereich: < 30.0  mg/dl

Homocystein:

Ein erhöhter Homocysteinspiegel verdoppelt das Verkalkungsrisiko, auch Schlaganfall und Demenz treten vermehrt auf. Folsäure und B-Vitamine entschärfen jedoch das Homocystein. Umgekehrt weisen Patienten mit hohem Homocystein typischer Weise ein niedrigen Folsäure- und B-Vitaminspiegel auf. Bei hohen Vitaminwerten wird Homocystein besser und schneller abgebaut und bleibt damit ungefährlich.

Normwert: < 10.0  µmol/l

Zur Sicherheit: Bei erhöhten Risikoparametern sollten Sie eine Ultraschall- Untersuchung (Gefäßdoppler) beim Internisten oder Neurologen durchführen lassen. Dadurch können Ablagerungen (Plaques) in der Halsschlagader sichtbar gemacht werden. Wenn sich dort nichts zeigt, sollten Sie sich auch von erhöhten Cholesterinwerten nicht verrückt machen lassen. Sind bereits Ablagerungen vorhanden, können höhere Spiegel von Vitamin K 2 Ablagerungen rückgängig machen.

Empfehlenswert ist auch das Buch des amerikanischen Arztes Dean Ornish: Revolution in der Herztherapie.

 


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