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erfolgreich, Strategie

»Digitale Gründer schaffen Zukunft«

Neue Technologien und Geschäftsmodelle lassen sich oft am besten in neuen Unternehmen umsetzen. Deshalb sind Gründer eine Triebfeder der digitalen Revolution.

Die Digitalisierung hat bereits heute in vielen Lebensbereichen für sehr viele Menschen spürbare Veränderungen gebracht. Der Preisverfall bei Technik und die immer bessere Vernetzung werden diesen Trend weiter beschleunigen. Am Ende wird unsere Wirtschaft und Gesellschaft nicht mehr dieselbe sein.

Eine treibende Kraft der „digitalen Revolution“ sind Gründer. Denn völlig neue Technologien und Geschäftsmodelle lassen sich oft am besten in neuen Unternehmen testen und umsetzen. Viele von ihnen forschen und bringen innovative Produkte auf den Markt. Damit tragen sie auch zu Fortschritt, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit der gesamten deutschen Volkswirtschaft bei. Soweit zumindest die reine Theorie. Aber werden digitale Gründer dieser Rolle auch tatsächlich gerecht? Und was unterscheidet sie von anderen?

(c) Creditreform-Magazin

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Digital und international

Der KfW-Gründungsmonitor zeigt die Bedeutung digitaler Technologien für Gründer: Allein im Jahr 2015 haben 160.000 Personen eine Selbstständigkeit begonnen, deren Angebot nur mithilfe digitaler Technologien nutzbar ist. Damit ist bereits etwa jeder fünfte Existenzgründer ein digitaler Gründer. Aber: Sind sie auch innovativ und wachstumsstark? Mit rund einem Fünftel betreiben doppelt so viele digitale Gründer eigene Forschung und Entwicklung wie nicht digitale Gründer. Entsprechend haben digitale Gründer mit zwölf Prozent auch mehr als doppelt so häufig wie andere Marktneuheiten im Angebot. Auch sehen sieben von zehn digitalen Gründern ihren Zielmarkt überregional. Bei nicht digitalen Gründern ist dies Verhältnis genau umgekehrt. Der breitere Marktansatz der digitalen Gründer dürfte auf den leichteren Kundenzugang über digitale Vertriebskanäle zurückzuführen sein. Außerdem sind digitale Angebote häufig besser skalierbar. Das Geschäftsmodell lässt sich also relativ leicht auf weitere Märkte beziehungsweise Regionen übertragen. Diese Vorteile nutzen die Gründer, um zu expandieren. Die Schnelligkeit der Markterschließung ist dabei aber häufig entscheidend. Denn die beschriebenen Vorteile können natürlich auch potenzielle Konkurrenten nutzen. Viele digitale Gründer wollen also nicht nur, sondern müssen auch sehr schnell wachsen, um zu bestehen.

Größerer Bedarf an Kapital

Dies hat auch Auswirkungen auf die Finanzierung. Zwar unterscheiden sich digitale Gründer bei der eigentlichen Gründungsfinanzierung kaum von nicht digitalen Gründern. Aber schon nach der Anschubfinanzierung benötigen Erstere häufig mehr Kapital. Entsprechend plant jeder dritte digitale Gründer in den folgenden zwei Jahren auf externe Kapitalgeber zurückzugreifen. Bei den nicht digitalen Gründern ist dies nur jeder fünfte. Außerdem haben digitale Gründer dabei auch fast doppelt so häufig einen größeren Kapitalbedarf von über 100.000 Euro.
Digitale Gründer benötigen nach der Startup-Phase also dringend eine passende Anschlussfinanzierung. Nur so können sie ihr enormes Wachstumspotenzial erschließen und ihre Geschäftstätigkeit auf den internationalen Märkten ausbauen. Diese gilt es – auch durch entsprechende Förderangebote – sicherzustellen. Dann sollte es gelingen, dass die digitalen Unternehmen ihre Innovationskraft ausspielen und ihre besondere volkswirtschaftliche Rolle ausfüllen.

 


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