Handelsblatt News

Moody’s stuft Chinas Kreditwürdigkeit herab

Moody’s erwartet, dass Chinas Finanzkraft in den kommenden Jahren nachlassen wird, während die Verschuldung zunimmt. Daher stuft die US-Ratingagentur das Land um einen Schritt herab. Der Ausblick sei aber stabil.

Die US-Ratingagentur Moody’s stuft die Kreditwürdigkeit Chinas schlechter ein. Die Experten setzten am Mittwoch die Ratingnote um einen Schritt auf A1 von Aa3 herab. Der Ausblick sei stabil, teilte die Agentur weiter mit. Der Schritt spiegle die Erwartung wider, dass die Finanzkraft in den kommenden Jahren nachlassen dürfte, während zugleich die Verschuldung schrittweise zunehme.

Chinas Regierung baut die Wirtschaft derzeit um und setzt verstärkt auf den Dienstleistungsbereich. Dafür nimmt sie ein schwächeres Wachstum in Kauf. Moody’s weist in diesem Zusammenhang auf die steigende Verschuldung hin. ‘Auch wenn der laufende Fortschritt bei den Reformen wahrscheinlich mit der Zeit die Wirtschaft und das Finanzsystem verändern, dürften sie einen spürbaren Anstieg der Verschuldung nicht verhindern, und den damit verbundenen Anstieg der Ausfallhaftung der Regierung’, hieß es. Bis 2018 dürften die Staatsschulden auf 40 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen, bis zum Ende des Jahrzehnts dürfen sie sich 45 Prozent nähern.

Gleichzeitig schrumpfe das Potenzialwachstum langsam in Richtung fünf Prozent, sagten die Experten voraus. Der Rückgang werde durch staatliche Konjunkturpakete gebremst. Die Konjunktur in China kühlt nach Jahren des Booms mit teils zweistelligen Zuwachsraten bereits seit geraumer Zeit ab. Die Regierung der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft peilt für dieses Jahr ein Wachstum von 6,5 Prozent an. 2016 hatte die Volksrepublik ein Plus von 6,7 Prozent geschafft – das war der geringste Zuwachs seit 26 Jahren.1p1p


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