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Seitenblick

Gutes Gewissen, gute Geschäfte

Es ist schon eine ziemlich komplizierte Dreiecksbeziehung, auf die sich Unternehmer da einlassen. Permanent wägen sie ab, zwischen wirtschaftlichem Erfolg auf der einen und gesellschaftlicher Verantwortung oder Umweltschutz auf der anderen. Hohe Renditeerwartungen zum Beispiel lassen kaum Spielraum für Arbeitgeberverantwortung. Ein Mehr an Umweltschutz wiederum muss sich rentieren, um nicht die Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden.

Immerhin: Der Mittelstand meistert diese Brückenschläge nach eigener Aussage sehr gut. Bei einer Umfrage von TNS Emnid unter 1.000 Geschäftsführern deutscher KMU sahen viele der Befragten sich und ihre Unternehmen als Vorreiter in Sachen Umweltschutz, Energiewende und nachhaltiges Wirtschaften. Anders gesagt: Auf kurzfristige Gewinne zu verzichten, um langfristig gut dazustehen, ist für sie selbstverständlich.

Deshalb ist es aber noch lange nicht weniger erwähnenswert. Große, kapi­talmarktorientierte Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern sind seit kurzem per Gesetz dazu verpflichtet, über ihr soziales und ökologisches Handeln zu berichten. Warum kleinere Unternehmen es ihnen unbedingt nach­tun sollten, um als fairer Arbeitgeber oder energieeffizienter Produktions­betrieb wahrgenommen zu werden, lesen Sie in unserer Titelgeschichte ab Seite 14. Natürlich kostet es Zeit und Geld, Daten zusammenzutragen, zu prüfen und zu einem CSR-Bericht (Corporate Social Responsibility) zusammenzufassen. Aber es lohnt sich – selbst wenn in Sachen Nachhaltigkeit noch nicht alles zum Besten steht. Ein Unternehmen ist umso glaubwürdiger, je offener es seine Zielkonflikte zwischen Ökonomie, Ökologie und sozialer Verantwortung beschreibt.

Christian Raschke
Chefredakteur


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