Handelsblatt News

Dax startet mit dickem Plus in die Woche

In Frankreich holt sich Macron die absolute Mehrheit im Parlament, in Asien zeigen sich die Börsen gutgelaunt. Das bringt Schwung für Europas Montagshandel, die Dax-Anleger nehmen Kurs auf die 12.900-Punkte-Marke.

Ein gelungener Start in die neue Handelswoche: Gleich zum Einstand am Montagmorgen hat der Dax einen großen Schritt Richtung Allzeithoch gemacht. Im Vormittagshandel notierte der Deutsche Aktienindex zuletzt ein Prozent fester bei 12.880 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 gewann ein Prozent und kam auf 3579 Zähler. Für frischen Schwung sorgten zum einen der starke Börsenhandel in Fernost. Zum anderen der klare Wahlsieg der Partei LRM von Emmanuel Macron bei den französischen Parlamentswahlen. Mit der am Sonntag erhaltenen absoluten Mehrheit erhält der Neu-Präsident das starke Mandat, um seine ehrgeizigen Reformen in Angriff zu nehmen.

Der Dax kann damit an den freundlichen Ausklang der vergangenen Woche anknüpfen und steht kurz vor der 12.900-Punkte-Marke, die er am Mittwoch erstmals in seiner Geschichte überquert hatte. In einer Rally war der Leitindex im Vorfeld der US-Notenbanksitzung bis auf 12.921 Punkte gekommen – das aktuelle Rekordhoch der ersten deutschen Börsenliga.

Thema bleibt Großbritannien. In Brüssel starten heute Vormittag die Austrittverhandlungen des Vereinigten Königreichs mit der Europäischen Union. Brexit-Minister David Davis trifft den EU-Chefunterhändler Michel Barnier. Am Zeitplan halten beide Seiten fest, was zunächst unklar war, hatte die britische Ministerpräsidentin Theresa May ihre Position durch die vorgezogenen Parlamentswahlen sowohl nach innen als nach außen deutlich geschwächt. Der Pfund wertete um 0,3 Prozent auf auf 1,1430 Euro, der FTSE-100 notierte in London 0,7 Prozent fester bei 7515 Punkten. In den Fokus rückte die britische Hauptstadt außerdem, weil in der Nacht zu heute ein möglicher Anschlag vor einer Moschee stattfand.

Von der Wall Street gab es für heute keine Impulse. Die New Yorker Börsen hatten ihre Kursgewinne am Freitag leicht ausgebaut. Dow-Jones-Index ging 0,1 Prozent fester bei 21.284 Punkten ins Wochenende, der breitere S&P-500 verbesserte sich minimal auf 2433 Stellen, die Technologiebörse Nasdaq gab 0,2 Prozent nach auf 6151 Stellen.

Rückenwind gab es aber aus dem fernen Osten, wo die Anleger für einen freundlichen Montag sorgten. In Tokio sprang der Nikkei erneut über die wichtige 20.000-Punkte-Marke, am Ende ging der Platzhirsch mit 20.067 Punkten und einem Plus von 0,6 Prozent aus dem Handel. Die japanische Wirtschaft hatte im vergangenen Monat so viele Waren exportiert wie seit zwei Jahren nicht mehr. Der Yen wertete 0,2 Prozent ab auf 111,03 Yen pro Dollar. Der chinesische CSI kletterte ein Prozent rauf auf 3554 Punkte.

Nach den politischen Wahlen und Notenbanksitzungen der vergangenen zwei Wochen, rückt nun vermehrt die Konjunktur in den Blick. Am Freitag erscheinen diverse Einkaufsmanager, das Wirtschaftsanalysehaus Markit veröffentlicht Daten für Deutschland, Frankreich, die Eurozone und die USA. Diese dürften nach Einschätzung des HSBC moderat nachgeben. Die Bank begründet ihre Prognose mit einer ‘zuletzt eher enttäuschenden Entwicklung der Industrieproduktion in der Eurozone und Anzeichen dafür, dass die globale Erholung des Verarbeitenden Gewerbes den Zenit wohl bereits überschritten hat.

Auch in den Vereinigten Staaten erweist sich die Suche nach Impulsen als schwierig. Die von Börsianern mit Vorschusslorbeeren überschüttete Wirtschaftspolitik des US-Präsidenten Donald Trump hat erst wenig Konkretes gebracht. ‘So hat sich von den großartigen Investitionsplänen Trumps bislang nur die Privatisierung der Flugsicherung konkretisiert’, stellt die Helaba fest und kommt zu dem Schluss: ‘Da Aktien ebenso wie Renten ihr fundamental gerechtfertigtes Potenzial ausgereizt haben, dürften sie anfällig für Korrekturen bleiben.’

Konjunktur rückt in den Vordergrund

Nach den Wahlen und den geldpolitischen Beratungen der großen Notenbanken konzentrieren sich Investoren nun wieder auf die Entwicklung der Konjunktur. Hinweise hierauf liefert unter anderem das Barometer für die Kauflaune der europäischen Verbraucher am Donnerstag. Am Freitag folgen die Indikatoren für die Stimmung der deutschen und europäischen Einkaufsmanager.

In den USA stehen die Eigenheimverkäufe (Mittwoch) und Frühindikatoren (Donnerstag) auf dem Terminplan. Zudem äußern sich in der neuen Woche mehrere Notenbanker der Fed. Ihre Auftritte dürften weiter aufmerksam verfolgt werden, nachdem die Zentralbank zuletzt wie erwartet die Zinsen erhöhte.

Auf Unternehmensseite richtet sich das Augenmerk am Donnerstag auf die Banken. Dann veröffentlicht die Fed die Ergebnisse des diesjährigen Belastungstests der wichtigsten Institute. Es sind die ersten Noten seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump. Er hatte versprochen, den Finanzinstituten weniger Auflagen zu machen, damit sie mehr Geld verleihen und die Wirtschaft ankurbeln können.

Bereits am Dienstag legt der Deutsche-Post-Rivale FedEx Geschäftszahlen vor. Am Mittwoch folgt der SAP-Konkurrent Oracle. Spannend könnte es bei der Hauptversammlung von Patrizia am Donnerstag werden. Großanleger Union Investment will dem Vorstand die Entlastung verweigern und fordert eine Sonderdividende von 3,50 Euro. Am selben Tag lädt das Oberlandesgericht Düsseldorf zu einer Anhörung über die geplante Aufspaltung von Metro ein. Gegen diesen Plan klagt unter anderem der streitbare Media-Saturn-Minderheitseigner Erich Kellerhals.

Heute jedenfalls waren es die Versorger, die im Frankfurter Fokus standen. Während sich Eon dank einer Heraufstufung von Morgan Stanley um 1,6 Prozent verteuerte, nahmen die Amerikaner den Konkurrenten RWE aus ihrer Overweight-Liste, woraufhin die Papiere 0,2 Prozent nachgaben. Das Kursziel hoben die Analysten aber an von 18 auf 20,40 Euro. Eons Kurs wird bei 10,30 gesehen statt bei den bisherigen 7,30 Euro. 1p1p


Wir freuen uns über Diskussionen und Ihre Kommentare.
Wie in jeder Gemeinschaft ist es notwendig, dass sich alle Teilnehmer an die Netiquette halten. Durch Ihre Kommentare sollen interessante, gewinnbringende Debatten entstehen, an denen sich andere Nutzer gerne beteiligen. Beleidigungen und Schmähreden sind deshalb ebenso tabu wie Diskriminierungen und die unerlaubte Veröffentlichung persönlicher Daten. Bitte verstecken Sie sich auch nicht hinter Pseudonymen, sondern benutzen Sie Klarnamen.

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

CAPTCHA-Bild

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>