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EZB nennt erstmals Kosten für Notfallkredite

Die Europäische Zentralbank hat erstmals die Kosten für ihre Notfallkredithilfen veröffentlicht. Im Fast-Grexit-Jahr 2015 hatten etwa griechische Geschäftsbanken auf die sogenannten ELA-Kredite zurückgreifen müssen.

Die Europäische Zentralbank, die EZB, hat zum ersten Mal die Kosten für Notfall-Kredithilfen der nationalen Notenbanken öffentlich gemacht. Die Zentralbanken sollten für ihre Notkredite an Geschäftsbanken mindestens den Spitzenfinanzierungssatz plus einem Prozentpunkt verlangen, wie aus der am Montag von der EZB veröffentlichten Vereinbarung für die sogenannten ELA-Kredithilfen hervorgeht. ELA steht für Emergency Liquidity Assistance, sprich Notfallliquiditätsunterstützung.

Der Spitzenrefinanzierungszins liegt aktuell bei 0,25 Prozent. ELA-Hilfen werden von den jeweiligen nationalen Notenbanken auf deren eigenes Risiko bereitgestellt und sollen bei Geschäftsbanken zur Überbrückung kurzfristiger Liquiditätsprobleme dienen. Voraussetzung dafür ist die Solvenz der Institute.

Zuletzt standen vor allem ELA-Kredithilfen für griechische Banken im Blickpunkt. Die EZB hatte die Geldhäuser des schuldengeplagten Landes im Frühjahr 2015 von der regulären Geldversorgung abgeschnitten, weshalb sie viele Monate zur Liquiditätsversorgung fast ausschließlich auf ELA-Notkredite ihrer Athener Notenbank angewiesen waren.

Seit Juni 2016 sind die Banken des Ägäis-Staates aber wieder an die deutlich günstigere Geldversorgung über die EZB angeschlossen. Die Leitzinsen liegen momentan bei 0,0 Prozent. Entsprechend rufen griechische Geldhäuser weniger ELA-Hilfen ab. Im Mai sank das Volumen nach Angaben der Athener Notenbank um 1,4 Milliarden Euro auf 40,7 Milliarden Euro.

Die ELA-Hilfen hatten während der Finanzkrise auch Zypern und Italien in Anspruch genommen, Deutschland ebenfalls. Bei der Rettung des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate griff man auf die Extra-Liquidität zurück.1p1p


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