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Unternehmensnachfolgerinnen setzen andere Akzente

Kerstin Bardua und Nils Koerber über Unternehmensnachfolgerinnen

Unternehmensnachfolgerinnen spielen beim Generationswechsel in Familienunternehmen noch immer eine untergeordnete Rolle. Gemeinsam mit meiner Kollegin Kerstin Bardua sprach ich mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über die Ursachen dieser Problematik und stellen außerdem die Potenziale für Unternehmen dar, wenn Frauen verstärkt in Führungspositionen agieren. Nachfolgend ein Blick auf drei wesentliche Aspekte.

In deutschen Familienunternehmen sind Unternehmensnachfolgerinnen rar – warum ist das so?

Die Ursachen für diesen Umstand liegen in einem jahrhundertelangen gereiften Wertesystem, das die Rollenaufteilung  der Geschlechter klar definierte und sich auch heute nur zögerlich verändert. Traditionelle Denkweisen bei der Vergabe von Führungsaufgaben und ein ausgeprägtes Gehaltsgefälle zwischen Mann und Frau tragen hierzulande nur bedingt dazu bei, das Selbstbildnis der Frau für eine Führungsaufgabe zu schärfen. Darüber hinaus verfügt Deutschland im Vergleich mit seinen europäischen Nachbarländern nicht über die besten politischen Rahmenbedingungen um Frauen unkompliziert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen.

Allein mit Blick auf den aktuellen Unternehmermangel, die demographische Entwicklung der kommenden Jahrzehnte, den bereits aktuellen  und den damit verbundenen Auswirkungen auf unsere Volkswirtschaft muss ein Umdenken bei Unternehmen und Politik stattfinden.

Was spricht denn für Frauen in Führungspositionen?

  • Erstens: Der schnelle und stetige Wandel in der Arbeitswelt – Stichwort: Digitalisierung – erfordert verstärkt Flexibilität, Kreativität und Offenheit. Eigenschaften, die Frauen grundsätzlich als Ressource mitbringen.
  • Zweitens: Frauen führen kooperativ. Sie schauen mehr ganzheitlich auf die Situation und wägen emphatisch ihre Entscheidungen ab. Speziell für den Nachfolgeprozess bedeutet das beispielsweise, das sie eher offen in einer „Tandem-Führung“ mit Jung und Alt agieren und die Abgrenzung zum Übergeber nicht in den Vordergrund stellen.
  • Drittens: Junge Frauen sind auch eher bereit externe Hilfe und Unterstützung zu holen als männliche Nachfolger. Eine Eigenschaft, die der Entwicklung von Unternehmen tendenziell hilft und eine gute Perspektive bietet.

Stichwort Digitalisierung – welche Chancen bietet sie für Frauen?

Es ist eine neue Freiheit in der Bewältigung von Arbeitsaufgaben entstanden. In vielen Firmen hat ein Umdenken eingesetzt. Begünstigt durch neue technische Entwicklungen können zum Beispiel „Job-Sharing“, „Home-Office“ oder „Teilzeit-Lösungen“ angewendet werden. Vor dem Hintergrund, das dies nicht nur der Kinder-Begleitung sondern in kommenden Jahrzehnten auch der Betreuung der Eltern durch die Kinder entgegen kommt, werden diese flexiblen Arbeits-Modelle eine noch wichtigere Rolle spielen. Schon jetzt ist erkennbar, dass Frauen diese neuen Möglichkeiten verstärkt für sich nutzen und gestalten.


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