erfolgreich, Mittelstandsbotschafter, Personal, Strategie

Was Führungskräfte von Kapitänen lernen können

Um eine gute Führungskraft zu sein, muss man sich manchmal von gewohnten Pfaden entfernen. Schon Christopher Kolumbus regte an, dass man den Ozean nur dann überqueren kann, wenn man das sichere Ufer hinter sich lässt. Das hat mein Kollege, Rick Bomer von Coalesse, wörtlich genommen und sich auf von seinem Büro auf hohe See begeben: auf die Segelregatta „Atlantic Rally for Cruisers“.

Mitgebracht hat er sechs Erkenntnisse zur Teamführung, die sich nicht nur auf dem Meer, sondern auch zurück im Arbeitsleben bewährt haben. Denn Vertrauen spielt in beiden Fällen eine besondere Rolle.

1) Machen Sie sich die im Stress entstehende Energie zunutze

Stress stand auf der Regatta an der Tagesordnung – und auch im Büro sind wir oft Zeit- und Leistungsdruck ausgesetzt. Doch wie wird aus Menschen, die unter starkem Stress stehen, ein Hochleistungsteam? Anstatt sich dem Stress einfach zu ergeben, sollten Sie als Führungskraft überlegen, wie sich die Extraportion Energie nutzen lässt, die er freisetzt. Fokussieren Sie sich auf die Zusammenarbeit: Wenn Sie Ihre Aufmerksamkeit weg von Ihren eigenen Problemen und hin zum Team lenken, wird das natürliche Bedürfnis, Stress zu vermeiden, verschwinden. So können Sie sich seinen Ursachen stellen und ihn schließlich in eine starke positive Energie verwandeln.

2) Geben Sie jedem die Chance, einmal das Ruder zu übernehmen

Um ein Boot in voller Geschwindigkeit zu halten, ist ein vollständiges und ausgeruhtes Team notwendig. Um stets auf Kurs zu bleiben, ist die Crew in kleine Teams mit eigenen Verantwortungsbereichen aufgeteilt. Nicht ein einzelner Mensch gibt hier den Ton an, vielmehr übernehmen alle im Wechsel die Rolle des Führenden bzw. des Unterstützenden. Verantwortung auch im Arbeitsleben an Kollegen und Mitarbeiter abzugeben, ist ein Vertrauensbeweis und eine Wertschätzung. Überlegen Sie, welche Aufgaben Sie im Team verteilen können.

3) Kommunizieren, was notwendig ist – nicht mehr, nicht weniger

Wird die Führungsposition häufig umbesetzt, ist eine klare Kommunikation unerlässlich. Nur so bleibt das Boot auf Kurs und nur so lässt sich eine gemeinsame Strategie konsequent verfolgen. Dies gilt auch für Teams: Kommunizieren Sie klar und unmissverständlich. Gehen Sie dabei nie davon aus, dass der Kollege schon weiß, wie sie es meinen. Überflüssige Informationen gilt es jedoch auszusparen – auch wenn diese Trennlinie manchmal schwer zu finden ist.

4) Seien Sie aufmerksam

Disziplin spielt bei jeder Segelregatta eine große Rolle. Um etwa das Großsegel einzuholen, müssen mehrere Menschen eine Reihe gut einstudierter Schritte durchführen, von denen keiner entbehrlich ist. Disziplin heißt aber auch, immer aufmerksam und für sich selbst verantwortlich zu sein. Wer von seinen Mitarbeitern Disziplin erwartet, sollte daher mit gutem Beispiel vorausgehen.

5) Risiken und Konsequenzen schnell und korrekt einschätzen

Auf hoher See hat man nicht immer die volle Kontrolle über die Umwelt, z.B. den Wind oder die Wellen. Die Geschwindigkeit des Bootes und die Effektivität der Vorgänge an Bord hängen davon ab, wie gut es gelingt, die Konsequenzen der äußeren Einflüsse abzuschätzen und danach entsprechend zu handeln. Dies gilt auch im Arbeitsleben: Sie als Führungskraft müssen ihr Produkt, ihre Branche, aber auch ihre Mitarbeiter in- und auswendig kennen, um auf Veränderungen entsprechend reagieren zu können. Führen heißt eben auch, vorherzusehen, was passieren könnte und wie sich jede potenzielle Entscheidung auswirken würde.

6) Seien Sie bereit, die Küste aus den Augen zu verlieren

Nach einer Woche auf hoher See, mit salzverkrusteter Haut und dem Ziel noch immer außerhalb der Sichtweite, beginnt man sich zu fragen: „Warum mache ich das überhaupt?“ Um auch in solchen Situationen – die einem auch im Job begegnen können – muss man sich auf seine eigenen Stärken und Werte rückbesinnen und diese reaktivieren. Wem bewusst ist, warum er sich für etwas einsetzt und welche Ergebnisse daraus entstehen, der spürt auch wieder die Notwendigkeit, das Beste aus sich herauszuholen.

Teamführung baut auf Vertrauen, Wertschätzung und Zusammenarbeit – das zeigen die Erlebnisse von Rick Bomer deutlich. Und zurück im Büro funktioniert das mit am besten, wenn für jede Aufgabe entsprechende Räume zur Verfügung stehen. Denn eine Teambesprechung auf dem Flur macht weder Spaß, noch ist sie produktiv. Und dem Kollegen überträgt man nicht mehr Verantwortung in der Cafeteria, sondern an einem ruhigen Ort mit Privatsphäre. Bereiche für Teamarbeit sollten die Kommunikation zwischen allen Kollegen erleichtern und es möglich machen, Ideen unkompliziert miteinander zu teilen. Wenn dies gelingt, wird Teamarbeit zu mehr als nur einem Modewort aus der Wirtschaftswelt.


Wir freuen uns über Diskussionen und Ihre Kommentare.
Wie in jeder Gemeinschaft ist es notwendig, dass sich alle Teilnehmer an die Netiquette halten. Durch Ihre Kommentare sollen interessante, gewinnbringende Debatten entstehen, an denen sich andere Nutzer gerne beteiligen. Beleidigungen und Schmähreden sind deshalb ebenso tabu wie Diskriminierungen und die unerlaubte Veröffentlichung persönlicher Daten. Bitte verstecken Sie sich auch nicht hinter Pseudonymen, sondern benutzen Sie Klarnamen.

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

CAPTCHA-Bild

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>