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Die Raubkatze macht einen Satz

Turnschuhe, auf denen das Raubtierlogo prangt, sind gefragt wie lange nicht mehr. So konnte Puma die Jahresprognose nun deutlich nach oben schrauben. Auch Investoren sind begeistert vom fränkischen Sportkonzern.

Die Raubkatze ist überraschend gut in Form. Daher hat der Sportkonzern Puma an diesem Montag die Jahresprognose erneut nach oben geschraubt. Vorstandschef Björn Gulden rechnet jetzt mit einem Umsatzplus von bis zu 14 Prozent. Bislang hatte der Norweger etwa zehn Prozent in Aussicht gestellt. Auch der Überschuss werde höher ausfallen als zunächst geplant. Im Frühjahr hatte Gulden noch einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von maximal 200 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Nun könnten es sogar 215 Millionen werden, teilte der Sportkonzern mit.

Es hat einen Grund, dass sich Gulden so zuversichtlich gibt: Die Shirts, Shorts und Turnschuhe aus Herzogenaurach sind gefragt wie lange nicht mehr. Im zweiten Quartal schoss der Umsatz um rund 17 Prozent auf knapp 969 Millionen Euro in die Höhe. Der operative Gewinn kletterte auf gut 43 Millionen; im selben Zeitraum des Vorjahres waren es noch lediglich zwölf Millionen.

Die Neuausrichtung von Puma zahlt sich damit voll aus. Vor vier Jahren ist der ehemalige Profi-Kicker Gulden angetreten, der matten Marke wieder Glanz zu verschaffen. Mit viel Geduld und hohen Investitionen ist ihm das nun gelungen. Zum Vergleich: Der Umsatz im abgelaufenen Quartal lag etwa 300 Millionen Euro über dem Frühjahr 2013, als Gulden antrat. Das Ebit hat sich um zwölf Millionen Euro verbessert.

Details zum vergangenen Quartal will Gulden erst Ende Juli nennen. Zuletzt sind es vor allem die Turnschuhe gewesen, die das Geschäft antrieben. Doch auch bei den Textilien und Accessoires ging es aufwärts.

Bevor Gulden als Retter in der Not bei Puma anheuerte, stand das Label jahrelang vor allem für sportlichen Lifestyle, wobei der modische Aspekt dominierte. Als sich die jugendliche Zielgruppe abwandte, brachen die Umsätze Anfang des Jahrzehnts brutal ein. Von Anfang an versuchte Gulden, wieder ein festes Fundament im Sport zu legen.

Das ist dringend nötig, denn die Franken hinken den Marktführern Nike und Adidas trotz der jüngsten Erfolge nach wie vor weit hinterher. Unter den größten Lieferanten von Intersport, Deutschlands führender Fachhandelskette, rangierte das Label vergangenes Jahr lediglich auf Platz neun. Selbst Mittelständler wie Lowa oder Schöffel sorgten bei Intersport für höhere Erlöse. Bei der Konkurrenz von Sport 2.000 belegte Puma immerhin Rang fünf.

Schon auf der Hauptversammlung vor Ostern hatte Gulden die Prognose zum ersten Mal angehoben. Ursprünglich hatte er lediglich mit einem einstelligen Umsatzplus gerechnet und einen operativen Gewinn von höchstens 190 Millionen prognostiziert.

Gulden hat Puma rundum erneuert in den vergangenen vier Jahren. Vor allem im Geschäft mit speziell für Frauen entwickelten Produkten ist er erfolgreich. Vergangenes Jahr hat Sängerin Rihanna ihre erste für Puma entwickelte Kollektion vorgestellt. Sie ist inzwischen der bekannteste weibliche Werbeträger von Puma.

Der Norweger hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass es viel Zeit braucht, dem Label wieder zu altem Glanz zu verhelfen. Vor allem braucht es jede Menge Geld. Gulden steckt Millionen in eine moderne IT, in neue Läden und in Stars und Fußballklubs. Dieses Frühjahr hat der 52-Jährige die Vereine Mönchengladbach und Olympique Marseille neu verpflichtet.

Die Investoren sind schon länger begeistert von Guldens Arbeit. Die im S-Dax notierten Aktien notieren seit Wochen auf dem höchsten Niveau seit mehr als zehn Jahren. Angesichts der guten Nachrichten schoss der Kurs am Montagnachmittag um rund fünf Prozent auf etwa 357 Euro nach oben. Seit Jahresbeginn legte der Kurs damit um rund ein Drittel zu. 1p1p


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