Carl-Dietrich Sander ist UnternehmerBerater und Mittelstandsbotschafter für Finanzierungsfragen. 
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Finanzierung, Mittelstandsbotschafter, solvent

Beleghaftem Überweisungsbetrug erfolgreich vorbeugen

Im August 2016 habe ich in einem Beitrag über einen beleghaften Überweisungsbetrug auf dem Geschäftsgirokonto eines Mandanten berichtet und Hinweise zur Vorbeugung gegeben.

Meine damaligen Recherchen zeigten, dass diese Deliktform – trotz aller Digitalisierung – wieder auf dem Vormarsch ist.

Jetzt ist ein weiterer meiner Kunden betroffen gewesen: Das Muster war identisch, nur dass es sich dieses Mal um eine Inlandsüberweisung an die Postbank Berlin gehandelt hat – und nicht nach Indonesien. Auch hier gelang der Rückruf des Überweisungsbetrages: dieses Mal allerdings nicht zufallsbedingt wie letztes Jahr, sondern dank der Kontrollsystematik im Unternehmen – der Leiter Rechnungswesen schaut sich jeden Morgen als erstes alle Kontobewegungen an.

Dieses Unternehmen hat mit seinen Banken über die Vermeidung solcher Vorfälle gesprochen und dabei folgenden Weg gefunden: Da das Unternehmen seinen Zahlungsausgang rein online durchführt, hat es seine Geschäftskonten schlicht für beleghafte Überweisungen sperren lassen. Diese Möglichkeit war bei allen drei Banken gegeben: Sparkasse, Volksbank, Commerzbank.

Wenn Sie Ihr Geschäftskonto vor beleghaftem Überweisungsbetrug schützen wollen, ist dies sozusagen der “Königsweg”. Auch mein im letzten Jahr betroffener Kunde hat auf meinen Hinweis hin, sofort diese Regelung mit seiner Hausbank vereinbart.

Nachtrag 28. Juli 2017:

Wer trägt die Beweislast dafür, dass eine gefälschte Unterschrift wirklich gefälscht war? In der Wirtschaftswoche 23/2017 vom 02.06.2017 wird über ein Urteil ders Oberlandesgericht Frankfurt berichtet (1U224/15): Es ging um einen per Fax eingegangenen Überweisungsauftrag, den der Kontoinhaber nicht aufgegeben hatte (so seine Aussage). Nach OLG Frankfurt haftet die Bank für den Betrag, denn “sie habe nicht nachweisen können, dass der Überweisungsauftrag tatsächlich von den Kontoinhabern stamme. Ebenso habe die Bank nicht belegen können, dass ihre Kunden eine Mitschuld an der Fehlbuchung treffe. Sie müsse daher den Bankkunden die 11.200 Euro erstatten”. Auch wenn es bei solchen Urteilen immer über die Details des Falles geht, ist ein Aspekt aus meiner Sicht interessant: Die Bank muss nachweisen, dass der Kunde den Auftrag aufgegeben hat.

 


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