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Tesla verbrennt weiter Geld

Der Elektropionier Tesla gilt vielen als Vorbild. Doch die Kalifornier arbeiten vor dem Einstieg in den Massenmarkt immer noch mit deutlichen Verlusten. Nun brauchen sie frisches Geld.

Statt Öl und Gas verbrennt der Elektropionier Tesla das Geld seiner Anleger. Allein im abgelaufenen zweiten Quartal schrumpften die Barreserven der Kalifornier um 1,16 Milliarden Dollar. Die Ausgaben seien zuletzt auf ein historisches Hoch von 100 Millionen Dollar pro Woche gestiegen, gestand Finanzchef Deepak Ahuja bei der Präsentation der jüngsten Quartalszahlen ein.

Denn um die Produktion für das Model 3 aufzubauen, muss Tesla kräftig investieren. Und auch in der Batterieherstellung baut der Elektropionier seine Kapazitäten weiter aus. Darum braucht Tesla nun frisches Geld. Die Kalifornier kündigten am Montag an Unternehmensanleihen in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar ausgeben, mit einer Laufzeit bis zum Jahr 2025. Damit wolle man sich einen Puffer für die Produktion des Model 3 schaffen, teilte das Unternehmen mit.

Tatsächlich liegen nach Angaben des Unternehmens rund eine 455.000 Vorbestellungen für das elektrische Einstiegsmodell vor. Erste Modelle aus der Serienproduktion wurden bereits an eigene Mitarbeiter übergeben, die das erste Volumenmodell von Tesla auf Kinderkrankheiten prüfen sollen.

47.000 Fahrzeuge verkaufte Tesla im ersten Halbjahr. Zum Vergleich: der VW-Konzern verkauft weltweit mehr als hundertzehnmal so viele Autos. Mit Model S und Model X ist Tesla allerdings bislang ausschließlich im Hochpreissegment vertreten. Seine Elektroautos verkauft Tesla derzeit im Schnitt für rund 90.000 Dollar. Für Gewinne reicht das noch nicht: Obwohl sich der Umsatz im zweiten Quartal nahezu verdoppelte, fuhr Tesla einen Verlust von rund 336 Millionen Dollar ein.

Das Model 3 soll dagegen bereits ab 35.000 Dollar erhältlich sein – und Tesla damit zum echten Konkurrenten im Volumengeschäft machen. Dafür muss Tesla seine Produktion massiv hochfahren. Bis 2018 will Tesla-Chef Elon Musk die Produktion auf 500.000 Fahrzeuge steigern, 2020 sollen es schon eine Million sein.

Darum baut Tesla in Nevada unter anderem eine große Batteriefabrik, in der günstige Akkus für die eigenen Elektroautos entstehen sollen. Um die Produktion des Model 3 zu optimieren, hatten die Kalifornier auch den deutschen Mittelständler Grohmann übernommen.

Mit dem Einstieg in den Massenmarkt will Tesla perspektivisch auch Gewinne schreiben.1p1p


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