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IAA in bewegten Zeiten: Drei von vier Unternehmen in der Automobilindustrie fürchten Disruption ihrer Produkte

Wenn in diesen Tagen wieder Hunderttausende Fachbesucher und Autofans auf das Frankfurter Messegelände zur Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) strömen, werden die negativen Schlagzeilen der vergangenen Wochen noch deutlich nachhallen. Die der gesamten Automobilindustrie dabei oft vorgeworfene Arroganz ist aber ein zu pauschales Urteil, das vielen gerade mittelständischen Zulieferern nicht gerecht wird.

So sehen laut einer aktuellen Studie („Erfolg im Wandel“) der Unternehmensberatung Staufen 75 Prozent der Unternehmen aus der Automobilindustrie für einzelne Produkte ihres Hauses durchaus eine große bis sehr große Disruptionsgefahr. Und jede zweite Firma hält sogar das gesamte Unternehmen für bedroht. Damit macht sich die Automobilindustrie deutlich mehr Sorgen um die eigene Zukunft als andere Branchen wie etwa der Maschinenbau oder die Elektroindustrie.

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Die Studienergebnisse bestätigen damit den Eindruck aus zahlreichen Projekten und Gesprächen mit Herstellern und Zulieferern, dass sich die Automobilindustrie intensiv mit der Zukunftsfähigkeit der eigenen Produkte und Geschäftsmodelle beschäftigt. Die oft pauschal unterstellte Haltung, dass es schon nicht so schlimm kommen werde, ist also eindeutig eher Ausnahme als Regel.

Diese Beobachtung unterstreicht der aktuelle „Deutsche Industrie 4.0 Index“, den die Staufen AG bereits das vierte Jahr in Folge ermittelt hat. Denn auch in Sachen Digitalisierung rangiert die Automobilindustrie klar vor der Elektroindustrie sowie dem Maschinen- und Anlagenbau. Die Automobilindustrie ist und bleibt bei technologischen Innovationen damit die Vorreiter-Branche in Deutschland.

Wie die Staufen-Studie „Erfolg im Wandel“ allerdings auch zeigt, vergessen viele Betriebe bei aller Fokussierung auf neue Technologien, ihre Unternehmenskultur und Organisationsstruktur ebenfalls den neuen Anforderungen anzupassen. So werden beispielsweise in sieben von zehn Firmen Veränderungen noch immer von oben vorgegeben, und bei rund jedem zweiten Unternehmen dominiert sogar insgesamt ein noch sehr traditionelles Führungsverständnis. Folge: Das kreative Potenzial der Mitarbeiter wird noch viel zu wenig genutzt.

Klar ist, dass eine neue Führungskultur von den Unternehmen nicht halbherzig angegangen werden darf, sondern wirklich gelebt werden muss. Die vielen vom Automobil faszinierten Menschen auf der IAA 2017 sollten doch Ansporn genug sein, gerade in bewegten Zeiten diese Herausforderung anzunehmen.

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