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Dax legt den Rückwärtsgang ein

Der deutsche Leitindex startet schwach in den Börsenhandel am Donnerstag. Pressemeldungen über das jeweilige Führungspersonal belasten die Titel der Deutschen Bank und der Deutschen Börse. Air Berlin hingegen haussiert.

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich am Donnerstag zunächst nicht allzu weit aus der Deckung gewagt. Der Dax notierte im frühen Handel 0,2 Prozent niedriger bei 12 525 Punkten, nachdem er am Vortag noch leicht zugelegt und den höchsten Stand seit rund acht Wochen erreicht hatte.

Unterstützung kam dabei vom Euro-Kurs, der unter die Marke von 1,19 US-Dollar gerutscht war und dieses Niveau am Donnerstagmorgen hielt. Allerdings sei der Euro noch immer stark und trübe so die Exportaussichten der hiesigen Unternehmen, sagte ein Händler.

Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es am Donnerstag in den ersten Handelsminuten um 0,1 Prozent auf 25 215 Punkte abwärts. Der Technologiewerte-Index TecDax sank um 0,1 Prozent auf 2357 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 büßte 0,2 Prozent ein.

An der Wall Street hatte der S&P 500 am Mittwoch seine Rekordjagd fortgesetzt – aber nur in schleppendem Tempo. Der breit aufgestellte Index erreichte eine neuerliche Bestmarke, schloss aber letztlich nur minimal höher. Die anderen wichtigen Indizes näherten sich weiter ihren historischen Höchstständen. In Asien tendierten die Börsen wegen schwacher Wirtschaftsdaten aus China hingegen leicht im Minus.

Aus Branchensicht waren Autowerte zur Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) europaweit mit einem Plus von 0,6 Prozent am stärksten gefragt. Im Dax gehörten die Anteilsscheine von Continental, Volkswagen, Daimler und BMW mit Gewinnen zwischen 0,3 und 1,1 Prozent zu den Spitzenreitern.

Unter den Einzelwerten standen die Papiere der Munich Re im Anlegerfokus. Wegen der Wirbelstürme ‘Harvey’ und ‘Irma’ seien hohe versicherte Schäden zu erwarten, womit das Gewinnziel für 2017 gefährdet sei, teilte der Rückversicherer am Mittwochabend mit. Munich-Re-Aktien, die vorbörslich noch um bis zu drei Prozent abgesackt waren, drehten nach einer schwächeren Xetra-Eröffnung ins Plus und notierten zuletzt 0,2 Prozent höher. Infineon-Titel bildeten dagegen mit einem Verlust von mehr als 1,5 Prozent das Schlusslicht im deutschen Leitindex.

Die Titel der Deutschen Börse und der Deutschen Bank litten im frühen Handel unter Pressemeldungen über ihr Führungspersonal. So will der Börsenbetreiber mit der Zahlung einer Strafe von 10,5 Millionen Euro das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Frankfurt gegen Chef Carsten Kengeter aus der Welt schaffen. Die Vorwürfe wegen angeblichen Insiderhandels und einer angeblich unterlassenen Pflichtmitteilung erstrecken sich neben der Person Kengeters auch auf das Unternehmen. Die Aktien der Deutschen Börse verloren 0,8 Prozent.

Bei der Deutschen Bank sollen Aktionäre offenbar zunehmend unzufrieden mit Vorstandschef John Cryan sein. Er habe in den zwei Jahren an der Spitze der Deutschen Bank ‘schlicht zu wenig’ verändert, zitiert das ‘Handelsblatt’ (Donnerstag) einen namentlich nicht genannten Investor.

Auch aus Katar soll Gegenwind kommen. Der Großaktionär, der über neun Prozent an der Deutschen Bank hält, sei verärgert, dass sich Cryan offenbar nicht mit seiner Rolle als ‘Übergangslösung’ zufrieden geben wolle, schreibt das Blatt. Deutsche-Bank-Papiere verbilligten sich um 0,3 Prozent.

Die jüngst arg gebeutelten Aktien von Air Berlin schnellten um knapp 15 Prozent nach oben. Eine neue Bieterallianz für die insolvente Fluggesellschaft soll sich gebildet haben. Laut der österreichischen Tageszeitung ‘Kurier’ will der frühere Rennfahrer Niki Lauda gemeinsam mit der Fluggesellschaft Condor für 38 Maschinen der Air Berlin und ihrer Tochter Niki ein Angebot abgeben. An diesem Freitag endet die Bieterfrist. Es gibt eine Reihe von Interessenten für die Airline, deren Flugbetrieb sich nach zahlreichen Ausfällen in den vergangenen Tagen am Donnerstag wieder normalisiert.1p1p


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