Christoph Leichtweiß ist geschäftsführender Gesellschafter von zwei Unternehmen der YPOS-Gruppe. 
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Finanzierung, solvent, Vorsorge

Inflation stabilisiert sich – Wendepunkt der Geldpolitik?

Gegenüber dem Vorjahresmonat wird für September 2017 ein Anstieg der Konsumentenpreise in Deutschland in Höhe von 1,8 Prozent erwartet. Aktuell rentieren nicht einmal mehr Anleihen mit schwächerer Bonität oberhalb der Inflationsrate. Die Zukunft wird zeigen, ob dies die Spitze des Anlagenotstands darstellte. Der Handlungsbedarf für Anleger ist aktuell hoch.

Inflationserwartungen stabilisieren sich

Der Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) für die Inflationsrate liegt bei 2 Prozent (rote Linie). Die langfristigen Inflationserwartungen für 5 Jahre in 5 Jahren liegen mit 1,75 Prozent für Deutschland und 1,66 Prozent für die gesamte Eurozone weiterhin unter dem angestrebten Wert der Notenbank.

Dennoch hat sich der Abstand zur Ziellinie in den letzten Monaten deutlich verringert. Ein disinflationäres oder gar deflationäres Szenario ist, aktuell jedenfalls, nicht absehbar. In Kombination mit den verbesserten Konjunkturdaten für die Eurozone und dem Ende des Superwahljahres 2017 steigt der Druck auf die Europäische Zentralbank Änderungen bei der Geldpolitik vorzunehmen, oder zumindest die zukunftsgerichtete Kommunikation zu verändern. Auch die Ankündigung der US-Notenbank einen Abbau der Bilanzsumme vorzunehmen könnte in diese Richtung wirken und den Druck auf die EZB erhöhen.

Historische Konstellationen am Wendepunkt?

Gleichzeitig sind Anleger mit historischen Konstellationen konfrontiert. Euro-Hochzinsanleihen rentieren nur knapp besser als zehnjährige US-Staatsanleihen und die Dividendenrendite des europäischen Aktienmarktes liegt sogar oberhalb der Verzinsung für Unternehmensanleihen schwächerer Bonität.

Konsequenzen für Anleger

Es ist sicher deutlich geworden, dass wir uns in einer außergewöhnlichen Situation befinden. Die Konsequenzen betreffen das Wertpapierdepot, aber auch die Altersversorgung. Für Anleger und deren Berater gibt es also viel zu tun. Die Transparenz über die vorhandene Vermögensstruktur muss gesteigert und die Entscheidungsbasis finanzieller Fragestellungen verbessert werden. Eines sollte man jedenfalls vermeiden: Sich aufgrund der niedrigen Zinsen in eine Anlagestrategie begeben, die nicht zur eigenen Situation oder Risikobereitschaft passt. Dieses Risiko ist aktuell, ganz im Gegensatz zu den Zinsen, sehr hoch!


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