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Börsentrends: Die Stimmung hat sich aufgehellt

Schon Mitte Oktober zeichnete sich ab, dass auch dieser Monat wohl nicht zu einer Aktienbaisse führen wird. Bereits der Monat September war ja unerwartet freundlich gewesen. Zwar ist es für den Aktienmarkt nie gut, wenn die Stimmung der Anleger euphorisch ist. Und auch das Kursniveau ist im Grunde viel zu hoch, vor allem in den Vereinigten Staaten. Aber der Aktienmarkt ist in den letzten Jahren im Großen und Ganzen der Weltkonjunktur gefolgt. Der Anstieg des US-Einkaufsmanager-Index im September 2017 auf einen Rekordwert von 60,8 (August: 58,8) weist auf die immensen Konjunkturerwartungen im kommenden Winterhalbjahr hin. Und auch der deutsche Ifo-Index bleibt auf hohem Niveau. Anleger sollten sich darauf einstellen, dass die fällige Korrektur vermutlich erst in den Sommermonaten 2018 stattfinden wird. Unsere maßgeblichen Indikatoren waren ja in ihrer Mehrheit nie negativ im Jahr 2017. Es ist anzunehmen, dass das Warnsignal auch im kommenden Jahr rechtzeitig erfolgen wird. Wir schauen bekanntlich auf:

a) die Zinsstruktur („lange“ minus „kurze“ Zinsen) im gleitenden Durchschnitt,

b) das Trendsignal der Aktienindizes, repräsentiert durch den Nasdaq Composite, den Dow Jones Utility und den Dax sowie

c) die Mehrheit der Signale von fünf Indikatoren.
Wie dürfte es also weitergehen an den Märkten?

Zinsstruktur: Der Zinsabstand notiert wieder höher – bei 0,44 Punkten. Es gilt: Solange die langen Zinsen deutlich höher bleiben als die kurzen, droht keine Weltrezession.

Trendsignal: Dax und Nasdaq sind kurzfristig wieder im Aufwärtstrend – mittelfristig schon lange. Sie müssten weit abstürzen, um eine Baisse zu signalisieren.

Anleihezinsen: Sie bleiben auf niedrigem Niveau. Die zehnjährigen US-Zinsen sind im September sogar so weit zurückgegangen, dass sie wieder auf „sinkenden Trend” umgeschaltet haben und daher ein weiteres positives Signal für den Aktienmarkt gaben.

Ölpreis: Er hat sich auf einen Wert über 55 US-Dollar stabilisieren können. Da dies für Unternehmen und Verbraucher höhere Kosten bedeutet, ist der Indikator negativ zu werten. Aber auch hier gilt, dass ein Ölpreisstand von nur 56 Dollar noch keine Gefahr für die Konjunktur bedeutet.

CRB-Index: Mit diesem Wert, der die Rohstoffpreisentwicklung anzeigt, beobachten wir längerfristigere Trends als beim Ölpreis. Nach seinem Rückgang in der ersten Jahreshälfte ist er in eine Seitwärtsbewegung übergegangen. Er liegt noch unterhalb des Vorjahres-
niveaus. Das bedeutet: Derzeit droht keine Inflation.

US-Dollar: Der US-Dollar bleibt gegenüber dem Euro schwach. Zwar konnte sich der Greenback nach dem Wahlergebnis in Deutschland und den Ereignissen in Spanien etwas stabilisieren. Für ein positives Signal müsste er jedoch gegen den Euro noch um rund zehn Prozent steigen.

Saisonfaktor: Seit dem 27. Oktober ist das oft schwierige Sommerhalbjahr beendet. In den Wintermonaten hat es nur in Ausnahmejahren eine Aktienbaisse gegeben – zuletzt 2007/2008 und 2008/2009.

Fazit: Nachdem sich die Indikatoren verbessert haben und wieder deutlich auf steigende Kurse im Winterhalbjahr hinweisen, gibt es keinen Grund mehr, den Aktienanteil weiter zu vermindern. Im Gegenteil kann der Aktienanteil im Depot wieder aufgestockt werden. Freilich bleibt Vorsicht noch angebracht, denn das Kursniveau ist im Durchschnitt viel zu hoch. Auf 100 Prozent Aktien im Depot sollte man daher nicht gehen.

* Dieses Börsensignal richtet sich nach der Mehrheit von fünf Einzelindikatoren, die im jeweiligen Monat entweder positiv (grüne Schrift), neutral (gelbe Schrift) oder negativ (rote Schrift) sind.

Mehr Infos: www.boersensignale.de


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