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Seitenblick

Aufhören, wenn es am schönsten ist?

Wie der Großvater, so der Vater, so der Sohn – oder die Tochter. Das zumindest ist das Ideal vieler Familienunternehmer, die ihren Betrieb am liebsten von den eigenen Kindern fortgeführt sähen. Laut einer Befragung von Creditreform bevorzugen 56 Prozent eine Nachfolgeregelung innerhalb der Familie. Wenn es denn Kinder gibt. Und wenn diese von sich aus dazu bereit sind. Und vor allem, wenn sie fachlich kompetent sind, die Nachfolge anzutreten.

Diese Liste an Einschränkungen macht deutlich: Eine erfolgreiche Firmennachfolge ist kein Selbstläufer. So schlägt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) Alarm, dass im Jahr 2016 auf einen Unternehmer, der einen Nachfolger suchte, im Schnitt nur 0,8 Interessenten kamen. Und die Creditreform-Befragung ergab, dass im Mittelstand bis 2018 zwar rund 620.000 Übergaben geplant seien – aber dass für ein Drittel die Zeit mehr als knapp werde, um eine geeignete Lösung zu finden.

Oft, weil Eigentümer das Thema auf die lange Bank schieben. Zum idealen Zeitpunkt, etwa mit Mitte 50, sind sie auf ihrem beruflichen Höhepunkt und ernten die Früchte dessen, was sie viele Jahre lang aufgebaut haben. Dieses Lebenswerk – eben wenn es am schönsten ist – zu übergeben oder zumindest mit den Planungen dafür zu beginnen, fällt schwer. Laut DIHK-Report sind 43 Prozent aller Senior-Unternehmer nicht rechtzeitig vorbereitet, 37 Prozent können emotional nicht loslassen.
Einen kleinen Anstoß möchten wir mit dem Themen-Spezial dieser Ausgabe geben. Darin beschreiben unsere Autoren, wie eine gute Planung und Übergabe gelingen kann, wer dabei hilft – und wie der Geist des Familienunternehmens erhalten bleibt, auch wenn der Nachfolger einen anderen Nachnamen trägt. Schließlich fällt es umso leichter loszulassen, wenn man Unternehmen, Mitarbeiter und Kunden in guten Händen weiß.

Christian Raschke
Chefredakteur


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