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Einigung zu Kapitalregeln ist in Reichweite

Die Einigung auf weltweit gültige Kapitalregeln für Banken ist laut Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret in greifbarer Nähe. Er rief zugleich alle Beteiligten auf, den Kompromiss zu akzeptieren.

Im zähen Ringen um weltweit gültige Kapitalvorschriften für Banken ist laut Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret eine Einigung in greifbarer Nähe. ‘Nach intensiven Verhandlungen steht mittlerweile ein Kompromiss im Raum, den wohl alle 28 Mitglieder des Baseler Ausschusses mittragen können’, sagte Dombret am Dienstagabend auf einem Empfang in Frankfurt laut Redetext.

Er rief zugleich alle Beteiligten auf, den Kompromiss zu akzeptieren. Dombret ist im Bundesbank-Vorstand für die Bankenaufsicht zuständig. Als einer der Vertreter Deutschlands im Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht ist er aktiv an den Verhandlungen beteiligt.

Die globalen Bankenregulierer hatten das unter dem Schlagwort Basel III bekannte Reformpaket im Auftrag der Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) 2010 auf den Weg gebracht. Mit den globalen Kapitalvorschriften soll das Reformwerk nun abgeschlossen werden.

Beim wichtigsten Streitpunkt, wie stark Banken die Risiken in ihren Bilanzen mit eigenen Modellen herunterrechnen dürfen, zeichnet sich Dombret zufolge nun eine Einigung ab. Demnach soll der errechnete Kapitalbedarf nicht unter 72,5 Prozent des nach einem Standard-Modell ermittelten Werts fallen dürfen. Europäische Vertreter hatten eine Grenze von 70 Prozent gefordert – die USA wollten mindestens 80 Prozent durchsetzen.

Für Deutschland sei dies alles andere als ein Wunschergebnis, sagte Dombret. ‘Ein Scheitern wegen 2,5 Prozentpunkten – da sind sich BaFin und Bundesbank einig – wäre aber auch nicht gerechtfertigt’, sagte er. Es sei nun an der Zeit, diesen Kompromiss anzunehmen. Deutsche Bankenvertreter hatten am Montag gegen die sich abzeichnende Einigung gewettert.

So kritisierte DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch, er könne die Ansicht nicht nachvollziehen, dass dies aus europäischer Sicht ein guter Deal sei. Commerzbank-Finanzchef Stephan Engels stieß ins gleiche Horn. Der sich abzeichnende Kompromiss ‘ist uns ein Dorn im Auge’, sagte er. 1p1p


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