Handelsblatt News

Suu Kyi warnt vor Folgen politischer Instabilität

Die Friedensnobelpreisträgerin aus Myanmar sieht politische Instabilität als Hauptursache für die großen Probleme unserer Zeit: Terror und illegale Migration. Die Lage der Rohingya im eigenen Land erwähnt sie nicht.

Myanmars De-Facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi sieht die Welt in einer neuen Ära politischer Instabilität. Die Folgen seien illegale Migration und die Ausbreitung von Terrorismus und Extremismus, sagte Suu Kyi am Montag bei einem Treffen mit Außenministern aus Europa und Asien in Naypyidaw.

Suu Kyi erwähnte die muslimische Rohingya-Minderheit in Myanmar nicht, doch betrachten viele der mehrheitlich buddhistischen Einwohner Myanmars die Rohingya als illegale Einwanderer, obwohl manche Familien schon seit Generationen im Land wohnen. Sie werfen ihnen auch Terroranschläge vor.

Die Außenminister und Repräsentanten von 51 Ländern wollten in Naypyidaw über politische und wirtschaftliche Kooperationen sprechen. Bei den Treffen am Montag und Dienstag sollten jedoch auch die Rohingya Thema sein. Bereits zuvor hatten diplomatische Vertreter Flüchtlingslager in Bangladesch besucht.

Nach Angriffen von Rohingya-Aufständischen Ende August reagierten die Sicherheitskräfte mit Einsätzen gegen Rohingya-Dörfer, die Menschenrechtsgruppen und die Vereinten Nationen als ethnische Säuberung kritisierten. Etwa 600 000 Rohingya flohen nach Bangladesch. Der Menschenrechtsausschuss der UN-Vollversammlung fordert ein Rückkehrrecht für sie.

In ihrer Rede vor den Außenministern erklärte Suu Kyi, nicht nur politische Konflikte, auch Naturkatastrophen als Folge des Klimawandels trügen zu den Problemen der Welt bei. Ein gegenseitiges Verständnis für Probleme wie Terrorismus sei wichtig für den Frieden und die wirtschaftliche Entwicklung. Nur so könnten starke Partnerschaften gebildet werden.

Zuvor hatte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini erklärt, sie ermutige Suu Kyi, die Empfehlung einer UN-Expertenkommission umzusetzen. Die hatte verlangt, Myanmar müsse die Armut in den Rohingya-Gebieten bekämpfen und den Angehörigen der Minderheit Bürgerrechte gewähren. Mogherini sagte, die Gewalt gegen die Rohingya müsse ein Ende haben. Die Geflüchteten müssten sicher in ihre Heimat zurückkehren können. Daran könnten Bangladesch und Myanmar gemeinsam arbeiten.1p1p


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