entspannt, Gesundheit

Wenn es draußen dunkler wird

Wenn die Tage kürzer werden, wenn es früher dämmert, dann schlägt das vielen Menschen auf die Psyche. Der Grund: Im Herbst und Winter stehen uns die natürlichen Antidepressiva wie Sonne, Licht, Wärme und Bewegung viel weniger zur Verfügung.

Vorneweg: Nutzen Sie auch im Herbst und im Winter jeden Sonnenstrahl, der während der Mittagspause die Seele erhellt, und verbringen sie möglichst viel Zeit draußen. Viele Arbeiten kann man auch dann noch erledigen, wenn es dunkel geworden ist. Ganz wichtig ist in den Wintermonaten auch die Einnahme von Vitamin D. Selbst bei einer Ganzkörperbestrahlung hat die Sonne im Winter nicht die Kraft, ausreichend Vitamin D in unserer Haut zu produzieren. Da ich dieses Vitamin routinemäßig bei jedem meiner Patienten messe, weiß ich um die schweren Mangelzustände im Winter – was allein schon Depressionen auslösen kann.

Darum mein Tipp: Wer im Winter nicht täglich viel Lebertran zu sich nimmt, der sollte mindestens 3.000 internationale Einheiten Vitamin D täglich einnehmen. Das hört sich mit diesen vielen Nullen nach einer Megadosis an, sie ist aber immer noch vergleichsweise gering. Viele Menschen, etwa solche, die Medikamente einnehmen, benötigen sogar noch deutlich mehr. Darum sollten Sie beim nächsten Arztbesuch das Vitamin D unbedingt mitmessen lassen. Und wenn Sie schon dabei sind, bitten Sie den Hausarzt gleich noch um die Bestimmung des Leistungsparameters Gesamteiweiß im Blut. Erstens ist das Eiweiß wichtig, um das Immunsystem im Winter zu optimieren. Zweitens ist die Produktion der Stimmungs- und Antriebs­hormone Serotonin und Dopamin stets von einem hohen Eiweißspiegel abhängig. Der Körper kann nämlich immer nur so viel vom begehrten Stimmungs- und Antriebshormon Dopamin bilden, wie Eiweiß beziehungsweise essentielle Aminosäuren zur Verfügung stehen. Wenig Eiweiß, wenig Glückshormone – so einfach lautet die Formel.

Turbo für die Hormonproduktion

Wer noch gezielter nachhelfen möchte, kann neben einer allgemein eiweißreichen Ernährung auch spezielle essentielle Aminosäuren substituieren, die es als Nahrungsergänzungen gibt. Aus dem Eiweißbaustein Tryptophan beziehungsweise 5-HTP (5-Hydroxytryptophan) etwa bildet das Gehirn Serotonin. Aus der Aminosäure Phenylalanin werden die Antriebshormone Dopamin und Noradrenalin synthetisiert. Das sind die sogenannten limitierenden Aminosäuren für die Hormonproduktion – stellen also das Nadelöhr bei der natürlichen Hormonproduktion dar.

Manche Menschen lehnen Nahrungsergänzungen grundsätzlich ab, weil sie Angst haben, dass der Körper dann verlernt, diese Substanzen selbst zu produzieren. Dann sollten sie konsequenterweise besser auch seltener tanken gehen, weil das Auto sonst verlernt, das Benzin selbst zu machen. Was essentiell ist, muss von außen zugeführt werden. Und auch bei der Dosierung darf man nicht sparen. Viele Menschen wissen zwar, dass das Gehirn Aminosäuren zur Hormonproduktion benötigt – nehmen dann aber viel zu geringe Dosen zu sich. Meine Empfehlung: 5-HTP mindestens 200 Milligramm, Phenylalanin 2 Gramm täglich. Und wer schlecht schläft, dann kann die Dosis von 5-HTP abends noch einmal steigern, weil daraus auch das Schlafhormon Melatonin gebildet wird.


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