entspannt

»Tipps und Tricks gegen Kopfschmerzen «

Jeder Mensch leidet im Laufe seines Lebens unter Kopfschmerzen, manche sogar chronisch. Besonders tragisch ist es, wenn Patienten wegen stärkster chronischer Kopfschmerzen berufs­unfähig werden. Nicht selten – wie sich in einem konkreten Beispiel herausstellte – völlig unnötig.

Fangen wir zunächst einmal mit den leichteren, vorübergehend auftretenden Kopfschmerzen an. 45 Prozent davon sind stressbedingt. Denn unter Stress neigen wir dazu, unbewusst, aber ständig die Schultern leicht hochzuziehen. Beobachten Sie sich selbst einmal unter Stress. Ihre Schultern werden nicht wie erwünscht locker herunterhängen, sondern angezogen sein. Wenn Sie häufig am Schreibtisch sitzen, dazu sogar noch innenrotiert. Das erzeugt einen muskulären Zug am Hinterkopf – dort, wo die Schultermuskeln ansetzen. Psychische Entspannung und vor allem prophylaktisches Dehnen bringt Linderung. Dazu sollten Sie eine Schulter nach unten und den Kopf auf die gegenüberliegende Seite senken, bis ein leichter „Wohlweh“-Schmerz in der seitlichen Halsmuskulatur entsteht. Mit der Hand kann man den Zug sogar noch etwas verstärken. Dann 20 Sekunden halten, danach kommt die andere Seite dran. Drei bis vier Wiederholungen sind ratsam.

Erste Hilfe: Viel trinken

Nicht zu vergessen ist auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Denn dickes, zähes Blut kann ebenfalls Kopfschmerzen auslösen. Darum sollte die erste Amtshandlung bei aufkommendem Kopfschmerz ein großes Glas Wasser sein, und am besten trinken Sie dann gleich noch ein zweites hinterher. Die meisten Menschen trinken im Büro viel zu wenig und erst abends fällt ihnen auf, dass sie eigentlich trocken sind wie ein Staubtuch. Darum schon zeitig mit dem Trinken beginnen, und nicht erst, wenn der Kopfschmerz da ist.
Bei chronischen beziehungsweise immer wiederkehrenden Kopfschmerzen muss man etwas weiter in die Tiefe gehen, sprich Messungen durchführen. Migräneartiger Kopfschmerz geht oft einher mit einem Magnesium- und/oder Tryptophanmangel im Blut. Beides sind essentielle, also lebensnotwendige Substanzen. Mag­nesium ist ein Mineralsalz, Tryptophan eine gehirnaktive Aminosäure. Hier sollte der Blutspiegel immer im oberen Normbereich liegen – was bei chronischen Kopfschmerzen beides meist nicht der Fall ist.

Und was meinen Sie, was ich meinem bis dahin berufsunfähigen Patienten gegeben habe, der schon lange Zeit wegen seiner unbeherrschbaren Kopfschmerzen eine Koryphäe nach der anderen verschlissen hatte? Er bekam gleich beim Erstbesuch eine Infusion mit hoch dosiertem Magnesium und Tryptophan. Beides wohlgemerkt keine (Schmerz-)Medikamente, sondern essentielle Bausteine des Lebens. Daraufhin war der Patient drei paradiesische Tage schmerzfrei.

Freilich war der Patient mit der einmaligen Behandlung nicht geheilt. Sie bewies aber, dass die zuvor selbst auf die stärksten Schmerzmittel nicht reagierenden Kopfschmerzen dank dieser Substanzen verschwanden. In der Folge bestand die Aufgabe also darin, diese Substanzen durch die orale und anfangs auch intravenöse Zufuhr effektiv aufzufüllen. Seitdem geht der Patient wieder seiner Arbeit nach. Schmerzfrei, wohlgemerkt.
Oft sind es klitzekleine Stellschrauben im (Gehirn-)Stoffwechsel, die eine große Wirkung haben. Da diese Stoffe aber nie gemessen werden, fallen Defizite nicht auf. Und gegen die Beschwerden gibt es dann ja die Medikamente. Eigentlich traurig, oder?

Zur Person
Dr. Michael Spitzbart ist Arzt sowie Sachbuchautor und leitet ein Zentrum für ursachenbezogene Diagnostik und Therapie.


Wir freuen uns über Diskussionen und Ihre Kommentare.
Wie in jeder Gemeinschaft ist es notwendig, dass sich alle Teilnehmer an die Netiquette halten. Durch Ihre Kommentare sollen interessante, gewinnbringende Debatten entstehen, an denen sich andere Nutzer gerne beteiligen. Beleidigungen und Schmähreden sind deshalb ebenso tabu wie Diskriminierungen und die unerlaubte Veröffentlichung persönlicher Daten. Bitte verstecken Sie sich auch nicht hinter Pseudonymen, sondern benutzen Sie Klarnamen.

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

CAPTCHA-Bild

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>