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Raketenalarm auf Hawaii löst Panik aus

Große Angst auf Hawaii: Die Katastrophenschutzbehörde löst einen Raketenalarm aus. Doch die Warnung stellt sich als Fehlalarm heraus – ein Mitarbeiter der Behörde hatte auf eine falsche Taste gedrückt.

Am Samstagmorgen brach Panik im US-Bundesstaat Hawaii aus, als die Bewohner eine Warnung vor einer Bedrohung durch ballistische Raketen erhielten. Die Katastrophenschutzbehörde EMA des Bundesstaates sandte gegen 8.00 Uhr Ortszeit SMS-Nachrichten an die Bevölkerung. Sie warnte vor einer Rakete, die im Anflug auf Hawaii sei: ‘Bedrohung durch ballistische Rakete Richtung Hawaii. Sofort Schutzraum aufsuchen. Dies ist keine Übung’.

Unter Bewohnern der Inselgruppe im Pazifik und in sozialen Medien gab es daraufhin panische Reaktionen. Die Kongressabgeordnete Tulsi Gabbard aus Hawaii sagte, viele Menschen hätten Todesangst gehabt. ‘Die Leute bekamen die Nachricht und dachten: 15 Minuten. Wir haben 15 Minuten, dann können wir und unsere Familien tot sein.’

Kurze Zeit später stellte sich jedoch heraus, dass die Warnung versehentlich von der Katastrophenschutzbehörde gesendet wurde. Die Behörde korrigierte ihre eigene Nachricht 38 Minuten später mit einer kargen Klarstellung: ‘Keine Raketenbedrohung für Hawaii’. Auch die US-Streitkräfte teilten mit, sie hätten keine Anzeichen für eine Raketenbedrohung. Der Sprecher der Katastrophenschutzbehörde, Richard Repoza, bestätigte, es habe sich um einen Fehlalarm gehandelt.

Ein EMA-Sprecher sagte, ein Mitarbeiter der Katastrophenschutzbehörde habe fälschlicherweise die Informationskette ausgelöst, die zu der Handy-Warnung geführt habe. Jemand habe ‘den falschen Knopf gedrückt’, hieß es bei den Behörden.

Der Senator von Hawaii, Brian Schatz, sprach von einem menschlichen Fehler, der absolut nicht zu entschuldigen sei. Der ganze Staat Hawaii sei verschreckt. Die Verantwortung müsse geklärt, der Alarmierungsprozess gegen solche Fehler abgesichert werden, twitterte Schatz.

Hawaii hat rund 1,4 Millionen Einwohner. Im November hatten die dortigen Behörden erklärt, sie würden die monatlichen Testläufe der Alarmsirenen wieder aufnehmen, die vor einem Atomangriff warnen. Zur Begründung hatten die Behörden auf einen möglichen Raketenangriff Nordkoreas verwiesen. Hawaii ist auch ein bedeutender US-Militärstützpunkt.

Auch auf der Pazifikinsel Guam, einem US-Außengebiet, hatte es im vergangenen August einen falschen Raketenalarm gegeben. Beide Gebiete liegen möglicherweise in Reichweite von Raketen aus Nordkorea.

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