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Eine kulturelle Bewegung: Die Renaissance des Büros

Mobile Technologien ermöglichen es uns heute, auch von Zuhause aus oder im Café zu arbeiten. Schnell jedoch realisieren viele, die diese neuen Arbeitskonzepte ausprobieren, dass weiche Sofas nach ein paar Stunden unbequem werden und dass kleine Bistrotische keine Ablageflächen bieten. Auswärts zu arbeiten, bewährt sich für eine gewisse Zeit, nicht aber für ganze Tage. In unserer Arbeitswelt macht sich daher ein Wandel bemerkbar: Die „Die Renaissance des Büros“, eine Wiederbelebung des Büros als idealen Arbeitsort, an man sich mit anderen austauschen kann, und das in puncto Technologien und Ergonomie am besten ausgestattet ist.
Es scheint, als würde die Begeisterung für alternative Arbeitsorte abgemildert durch das Grundbedürfnis der Menschen nach Orten, die nicht nur das emotionale, sondern auch das körperliche Wohlbefinden unterstützen – und dadurch das Arbeiten erleichtern. Und so verwundert es nicht, dass eine Studie des Marktforschungsinstituts Gallup herausfand, dass Mitarbeiter, die weniger als 20 Prozent ihrer Arbeitszeit auswärts verbrachten, am motiviertesten sind.

Ein weltweiter Wandel

Steelcase Designer und Forscher haben bei der Untersuchung der Renaissance am Arbeitsplatz wesentliche Faktoren entdeckt, die diesen Wandel beschleunigen:

1. Wo und wie Arbeit stattfindet, hat sich verändert
Der rasante technische Fortschritt erlaubt es den Menschen, jederzeit überall zu arbeiten. Das alte Paradigma, dass eine Person fast ausschließlich einen bestimmten Einzelarbeitsplatz nutzt, unterstützt nicht länger die heutigen Arbeitsweisen der Menschen.

2. Mehr kreatives Arbeiten
Der zunehmende Wettbewerbs- und Wachstumsdruck führt dazu, dass Kreativität und neue, teamorientierte Innovationsprozesse in Unternehmen an Bedeutung gewinnen. Neue Ideen entstehen am ehesten dort, wo Regeln und Denkmuster aufgebrochen werden.

3. Die Schwierigkeit, Talente zu gewinnen und zu halten
Mitarbeiter, die über die im 21. Jahrhundert so begehrte Fähigkeit verfügen, Unternehmen zu mehr Wachstum und Innovationskraft zu verhelfen, sind rar. Sie suchen sich jene Firmen aus, die die sinnstiftendere Arbeit und die besten Arbeitsbedingungen bieten und meiden Jobs, in denen sie sich nur als kleines Rädchen im Getriebe fühlen.

4. Unmotivierte Mitarbeiter
Über ein Drittel der Beschäftigten der 17 wichtigsten Wirtschaftsnationen der Welt sind nicht engagiert – zu diesem Schluss kommt die Studie „Mitarbeiterengagement und Arbeitsplätze in aller Welt“, gemeinsam durchgeführt von Steelcase und dem Forschungsinstitut Ipsos. Die Ergebnisse zeigen, dass die am wenigsten engagierten Beschäftigten auch mit ihrem Arbeitsplatz am wenigsten zufrieden sind; sie haben überdies kaum die Möglichkeit, selbst entscheiden zu können, wo und wie sie arbeiten wollen. Einheitlich gestaltete Arbeitsplätze tragen einen großen Teil zu dieser Unzufriedenheit bei, denn sie unterstützen die Menschen nur unzureichend. Dies stellt ein ernstes Problem für Unternehmen dar, die agil und resilient sein müssen.

5. Das Versprechen der Technik
Medientechnologien verändern die Spielregeln im Büro. Menschen sind an Technologien gewöhnt, die sie dabei unterstützen, sicherer Auto zu fahren, Elektrogeräte einfach aus der Ferne zu bedienen, sich mehr zu bewegen, aufrechter zu sitzen oder sich intensiver mit Freunden und Familien zu vernetzen. Dann kommen sie in Büros voller mobiler und fest installierter technischer Geräte – jedoch hat niemand daran gedacht, diese so in die Arbeitsumgebung zu integrieren, dass sie den Arbeitsalltag verbessern. Sorgsam in Wände, Böden und Möblierungen integriert, können Techniklösungen ihr Versprechen erfüllen und für eine besser auf die menschlichen Bedürfnisse zugeschnittene Arbeitsumgebung sorgen.

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Mehr als eine Modeerscheinung

Die Renaissance des Büros ist weit mehr als nur eine oberflächliche Modeerscheinung. Wie unsere Forschungen zeigen, arbeitet die Mehrheit der Menschen noch immer im Büro – nicht zuletzt, weil es sich dabei im Kern um eine soziale Aktivität handelt. Selbst Mitarbeiter mit den neuesten mobilen Geräten kommen aus zwei Gründen ins Büro: um sich mit anderen auszutauschen und um Technologien zu nutzen, die sich nicht einfach umhertragen lassen. Das Büro ist nicht verschwunden, sondern entwickelt sich weiter zu etwas völlig Neuem.

Doch wie müssen unsere Arbeitsräume gestaltet sein, um den kulturellen Wandel der Office Renaissance zu unterstützen? Wie bei vielen komplexen Themen gibt es auch hier nicht nur eine richtige Antwort. Vielmehr geht es um eine individuelle, bewusste Raumgestaltung: Unternehmen müssen zunächst verstehen, wie und warum Menschen Räume nutzen. Erst dann können Arbeitsumgebungen konzipiert werden, die darauf abgestimmt sind, die Klarheit, Einfachheit und eine erkennbare Absicht widerspiegeln. Mitarbeiter müssen sich mit den Räumen, in denen sie arbeiten, verbunden fühlen. Auf dieser Basis können Büros gestaltet werden, die Arbeitnehmern dabei helfen, auch am Arbeitsplatz ihr Bedürfnis nach emotionalen Verbindungen, kreativer Selbstentfaltung und Authentizität zu erfüllen.


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