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Innovationsforen Mittelstand: Netzwerken und neue Ideen entwickeln

Kleine und mittlere Unternehmen sind Treiber der deutschen Wirtschaft. Nicht immer bleibt im Tagesgeschäft Zeit für die Vernetzung mit anderen Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Die Innovationsforen Mittelstand des BMBF schließen diese Lücke. Sie ermöglichen Unternehmen, Forschungseinrichtungen sowie Akteuren aus Gesellschaft, Politik und Verwaltung den gemeinsamen Austausch. Dabei entstehen nicht nur neue Kontakte, sondern insbesondere innovative Ideen für neue Produkte und Technologien. Langfristiges Ziel des Programms ist, aus dieser Vernetzung feste Innovationsnetzwerke zu etablieren. 

Wie laufen die Innovationsforen Mittelstand ab?

Ein Innovationsforum läuft über einen Zeitraum von neun Monaten. Um es zu initiieren, finden sich Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Gesellschaft zusammen. Die Antragstellung erfolgt in mehreren Stufen: Zunächst wird eine Projektskizze eingereicht, die im Bundesministerium für Bildung und Forschung in Berlin verteidigt werden muss. Besteht sie die erste Auswahlrunde, kann der offizielle Projektantrag eingereicht werden. Sind alle Antragskriterien der Innovationsforen Mittelstand erfüllt, erhält das Innovationsforum den positiven Förderbescheid.

Organisatorisch beginnt das Forum mit einer Kick-Off-Veranstaltung (ein Beispiel finden Sie unter diesem Link), auf der alle Akteure zusammentreffen. Neben Impulsvorträgen und der Möglichkeit zum Netzwerken werden hier die Grundlagen für die weitere Arbeit im Innovationsforum gelegt: In einer Disskussionsrunde werden Themenfelder für die zukünftigen Workshops erörtert. Das können technologische oder gesellschaftliche Fragen sein, auf die die Netzwerkpartner bisher keine Antwort finden konnten. In den späteren Workshops arbeiten die Teilnehmer unter der Leitung von Fachexperten gemeinsam an diesen Herausforderungen. Auch Veranstaltungen sind im Rahmen des Innovationsforums möglich. Zum Abschluss werden alle Ergebnisse in einem zweitägigen Kongress, dem Innovationsforum, präsentiert.

Welche Projekte werden gefördert?

Die Initiative ist thematisch offen angelegt. Ziel der Initiative ist, dass Akteure aus verschiedenen Fachbereichen zusammenarbeiten und neue Netzwerke knüpfen. Der Antrag kann von Organisationen, Forschungseinrichtungen, Verwaltungen, Verbänden und Vereinen oder von Unternehmen bis 500 Mitarbeitern gestellt werden. Wichtig ist, dass das Innovationsforum das Profil einer bestimmten Region schärft. Weiterhin sollten das Vorhaben und das zugehörige Netzwerk am Anfang stehen. Das Innovationsforum ermöglicht dann die dauerhafte Etablierung des Netzwerks.

Die Bekanntmachung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zu den Innovationsforen Mittelstand finden Sie hier.

Wer kann teilnehmen? Das Beispiel “Innovationsforum Stahl 4.0″

Das Programm “Innovationsforen Mittelstand” ist offen für Teilnehmer aus allen Organisationen und Wirtschaftsbereichen. Das Beispiel des 2017 gegründeten “Innovationsforums Stahl 4.0” aus dem Saarland zeigt die Vielfalt der Teilnehmer. Sie stammen aus der Stahlindustrie und den Bereichen Industrie 4.0 und Sensorik. Beteiligt sind unter anderem lokale Stahlhersteller, Institutionen wie die Industrie- und Handelskammer des Saarlandes, kleine und mittlere Unternehmen, Vertreter der Politik wie die Wirtschaftsministerin des Landes und Verbände der Metall- und Stahlindustrie.

Wie profitieren die Teilnehmer von den Innovationsforen Mittelstand?

Warum sollten Unternehmen und andere Akteure bei den Innovationsforen teilnehmen?

Öffentlichkeitsarbeit: Das BMBF stellt Mittel für die mediale Begleitung des Innovationsforums bereit. Im Internet, in Presseberichten und lokalen und überregionalen Medien wird die Arbeit des Forums präsentiert. Dabei werden auch die Teilnehmer vorgestellt und können die Publikationen z.B. für die eigene Unternehmenskommunikation nutzen.

Know-How Transfer: Wie oben schon beschreiben, bleibt im hektischen Alltagsgeschäft oft wenig Zeit für den gemeinsamen Austausch. Durch die organisierten Workshops und Veranstaltungen erhalten die Teilnehmer die Gelegenheit, ganz gezielt mit Vertretern aus dem eigenen und weitere Fachgebieten zu sprechen. Zusammen können sie Lösungen für tägliche Herausforderungen finden. Ein Beispiel: Ein Institutsleiter und ein Geschäftsführer diskutieren über ihre bisherigen Aktivitäten im Stahlbereich. Dabei stellte sich heraus, dass der Vertreter der Wissenschaft an smarten Lösungen für ein bestimmtes Produktionsverfahren arbeitet. Bisher fehlt ihm jedoch die Möglichkeit, diese in der Praxis zu testen. Das KMU sucht genau dieses Know-how und erfährt durch das Innovationsforum von der Arbeit des Professors. Ein gemeinsames Projekt zur Erprobung der Technologie wird gestartet.

Neue Vertriebswege, Anwendungsgebiete und Märkte finden: Die Rollen der einzelnen Teilnehmer des Innovationsforums sind vielfältig: Die Teilnehmer sind je nach Sichtweise Kunde, Lieferant, Branchenexperte oder  Zulieferer. Zum Beispiel: Im Gespräch mit einem Branchenexperten kann ein Wissenschaftler neue Anwendungsgebiete für seine Forschung finden. Ein Zulieferer spricht mit einem Vertreter eines großen Unternehmens  und stellt fest, dass diese händeringend eine bestimmte Maschine suchen, die er liefern kann.

- Kosten: Durch die Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ist die Teilnahme für alle Mitwirkenden kostenlos.

 

Dr. Jörg Rupp berät mit seinem Team von DORUCON – DR. RUPP CONSULTING GmbH Unternehmen zur Technologie- und Innovationsförderung. Seit letztem Jahr leitet DORUCON zusätzlich das Innovationsforum Stahl 4.0, dessen Teilnehmer sich gemeinsam mit Themen der Stahlindustrie, Sensorik und Industrie 4.0 beschäftigen.


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