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Mehrheit der Deutschen unzufrieden mit EU

Eine Mehrheit der Deutschen ist mit dem aktuellen Kurs der EU unzufrieden. Ein Thema ist bei den Bürgern besonders polarisierend.

Eine knappe Mehrheit der Deutschen ist mit dem eingeschlagenen Weg der Europäischen Union einer Umfrage zufolge nicht einverstanden. So waren 51 Prozent der Befragten der Meinung, dass sich die Dinge eher nicht in die richtige Richtung bewegten, wie das am Dienstag vorgelegte Eurobarometer der EU-Kommission ergab. Das waren allerdings fünf Prozentpunkte weniger als im Frühjahr.

Bei der neuen Umfrage im November waren 31 Prozent der Meinung, dass die Richtung stimmt (plus ein Prozentpunkt). In allen 28 EU-Staaten gaben 49 Prozent an, dass die Dinge in die falsche Richtung laufen. Auch in Frankreich (52 Prozent) war die Mehrheit dieser Ansicht, am höchsten war der Wert im von der Schuldenkrise geplagten Griechenland (69 Prozent).

‘Die politische Führung darf sich nicht einfach zurücklehnen und auf den Lorbeeren einer überwundenen Krise ausruhen’, forderte der Vertreter der EU-Kommission in Deutschland, Richard Kühnel. Als erfreulich wertete die Brüsseler Behörde, dass die EU bei 45 Prozent der Befragten in Deutschland und bei 40 Prozent EU-weit ein sehr positives oder ziemlich positives Gefühl hervorruft und damit so viel Ansehen genießt wie seit zwei Jahren nicht mehr. Am schlechtesten war das Image der EU ebenfalls in Griechenland (23 Prozent Zuspruch) und Tschechien (30 Prozent). Kurz vor dem Brexit-Referendum in Großbritannien im Frühjahr 2016 war das Ansehen der EU in den halbjährlichen Umfragen auf einem Tiefpunkt.

Als wichtigstes Problem der EU gaben 47 Prozent der Befragten in Deutschland und 39 Prozent in der EU das Thema Einwanderung an. Dahinter folgen mit 29 beziehungsweise 38 Prozent die Themen Terrorismus und die Lage der öffentlichen Finanzen der Mitgliedsländer (22 Prozent in Deutschland und 16 Prozent EU-weit). Die Mehrheit der Befragten in Deutschland (51 Prozent) sieht die EU zudem am besten durch den Wert ‘Frieden’ repräsentiert, gefolgt von ‘Demokratie’ und ‘Menschenrechte’.

Für die Erhebung wurden vom 5. bis 19. November 2017 in der EU 28.055 und in Deutschland 1565 Bürger befragt, die 15 Jahre oder älter waren.1p1p


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