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Die Auto-Flatrate

Handy, DSL, Strom – für viele Leistungen zahlen Verbraucher eine Pauschale, die günstige Tarife und Kostentransparenz verspricht. Warum soll das nicht bei Dienstwagen funktionieren? Fahrzeughersteller und Leasingunternehmen bieten flexible Finanzierungs- und Nutzungsmodelle an.

Viele Dienstwagen stehen die meiste Zeit ungenutzt auf dem Firmenparkplatz herum. Schade ums Geld, mag sich so mancher Chef denken. „Mobility on Demand“ lautet die Devise: Mobilität als Dienstleistung, die Firmen nur beanspruchen, wenn sie diese wirklich benötigen. Statt Fahrzeuge nach starren Modellen zu leasen, können Unternehmen ganze Mobilitätspakete kaufen. Zudem schnüren Leasingfirmen und Autohersteller Rundum-sorglos-Pakete: Die Fuhrparkmanager der Unternehmen müssen sich dann nicht mehr um Dinge wie Zulassung, Versicherung, Steuern und Wartung kümmern.

Flatrate und Sorglos-Angebot

So bietet Volvo das Auto-Abonnement „Care by Volvo“ für eine feste Monatsmiete an: Darin enthalten sind Leistungen wie Kfz-Versicherung und Steuern, Wartung und Reparatur, Winterbereifung, Ersatzfahrzeug bei Fahrzeugausfall, Hol- und Bringservice sowie Pannenhilfe. Die Mindestlaufzeit beträgt 24 Monate. Im Angebot sind verschiedene Varianten des Volvo XC40. Die Monatsraten liegen je nach Ausstattung zwischen 600 und 900 Euro. „Das Flatrate-Abo ist ein Pilotprojekt, das wir erst seit kurzem gestartet haben. Künftig wollen wir noch mehr Modelle mit noch flexibleren Laufzeiten anbieten“, sagt Volvo-Sprecher Olaf Meidt.
Die Leasingfirma Leaseplan bietet über die Online-Plattform „Click & Drive“ Dienstwagen an. Das Unternehmen wirbt mit günstigen Leasingraten ohne Anzahlung und einer schnellen Fahrzeuglieferung. Innerhalb von 14 Tagen nach Vertragsunterzeichnung wird das Auto auf Wunsch bereitgestellt. Die Kosten variieren je nach Fahrzeug, Laufzeit und Laufleistung. So ist ein Mini ab rund 300 Euro monatlich oder ein VW Passat Variant ab 465 Euro pro Monat zu haben. Wer das All-Inclusive-Leasing bucht, hat Anspruch auf Extraleistungen wie Instandhaltung, Pannenservice, Tankkarten, Schadenservice, Haftpflichtversicherung, Absicherung von Kaskoschäden, Kfz-Steuer sowie eine Absicherung von Rückgabeschäden, die den Fahrzeugwert bis zu 1.000 Euro mindern.

Corporate Carsharing

Statt für jeden Mitarbeiter einen Dienstwagen zu beschaffen, können Firmen alternativ ein firmeninternes Carsharing einführen. Das Prinzip: Auf dem Parkplatz stehen mehrere Autos. Wer eines benötigt, greift einfach zu. Das erfordert eine gewisse Organisation. Angefangen bei der Frage, wann und wie lange welcher Mitarbeiter ein Fahrzeug benötigt, über speziell erforderliche Versicherungen bis hin zu einer Software, die das Ganze steuern und erfassen kann. Autohersteller wie Audi, BMW und Mercedes und auch die Deutsche Bahn sowie andere Dienstleister bieten über Tochterfirmen spezielle Carsharing-Angebote für Firmen an.
Einer der führenden deutschen Anbieter ist Alphabet. Mit AlphaCity bietet das BMW-Tochterunternehmen eine Corporate-Carsharing-Lösung auf Leasing-Basis an. Nach einer Onlineanmeldung können Mitarbeiter Fahrzeuge der Marken BMW und Mini buchen. Sie öffnen die Autos mit ihrem Führerschein oder der AlphaCity-Kundenkarte und starten den Wagen per Knopfdruck. Verwaltet und abgerechnet werden die Fahrten elektronisch. Das entlastet den Fuhrparkmanager und schafft Transparenz. Zugleich lassen sich mögliche Schäden dem jeweiligen Fahrer zuordnen. Über den Bordcomputer können die Fahrer Mängel und Sauberkeitszustand des Autos melden. Das Support-Team des Leasinganbieters kümmert sich um Wartung, Reifenwechsel sowie die Abwicklung von Unfällen und Pannen. Über die Modellauswahl können Firmen die CO2-Emissionen und Kosten ihrer Flotte senken, etwa durch Elektro- und Hybridautos.

» Auto-Flatrates und Mobilitätsbudgets sind das Resultat tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen. « Vinzenz Pflanz, Sixt

Laut Alphabet lassen sich durch dieses Carsharing-Modell Fuhrparkkosten um bis zu 70 Prozent reduzieren. „Der persönlich zugeordnete Dienstwagen – ob mit Elektro- oder Verbrennungsmotor – wird auch künftig ein gefragtes Fortbewegungsmittel bleiben, aber nur eine unter vielen Optionen“, sagt Tim Beltermann, Leiter Vertrieb und Marketing bei Alphabet Deutschland. Er plädiert dafür, dort wo es möglich ist, E-Mobilität zu nutzen. „Für Strecken unter 150 Kilometer sind reine Elektrofahrzeuge die wirtschaftlichste Lösung. Damit sich der E-Mobility-Einsatz rechnet, darf die Beratung aber nicht bei der Wahl des geeigneten Fahrzeugs aufhören. Auch die Ladeinfrastruktur, intelligente Abrechnungsoptionen und ganzheitliches Energiemanagement sind für eine wirtschaftliche und nachhaltige Flotte wichtig“, sagt er. Zudem seien ganzheitliche Lösungen gefragt. „Nicht nur Dienstwagen oder Carsharing, auch Fahrrad, Bus oder Bahn rücken in den Fokus.“ Einige Unternehmen stellen ihren Beschäftigten zum Beispiel ein Mobilitätsbudget zur Verfügung. Jeder Mitarbeiter erhält ein monatliches Guthaben, mit dem er die passenden Verkehrsmittel für seine Reisen wählen kann. Steuerung und Buchung erfolgen über eine Online-Plattform.

Flexibilität ist gefragt

„Corporate Carsharing bietet spannende Perspektiven“, sagt auch Axel Schäfer, Geschäftsführer des Bundesverbands Fuhrparkmanagement. Er empfiehlt Firmen, sich genau zu überlegen, ob Flatrate-Modelle oder andere Angebote zu ihnen und ihrem Nutzungsverhalten passen. „Carsharing bietet sich als flexible Ergänzung zu den klassischen Flottenfahrzeugen an.“

Flexibilität ist insbesondere bei der jüngeren Generation gefragt. „Auto-Flatrates und Mobilitätsbudgets sind das Resultat tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen, die eng mit dem Wandel der Arbeitswelt, der Urbanisierung und der Digitalisierung zusammenhängen“, sagt Vinzenz Pflanz, Senior Vice President Group Sales bei Sixt, der auch das Flottengeschäft bei der Sixt Leasing SE verantwortet. Dabei spiele vor allem der Generationswechsel in den Unternehmen eine große Rolle. So stellten „Millennials“ und „Digital Natives“ besonders hohe Ansprüche. „Mobilität muss jederzeit als Rundum-sorglos-Paket verfügbar sein – und zwar günstig, flexibel und digital.“ Bei „Sixt Unlimited“ lässt sich zum Beispiel gegen eine monatliche Gebühr eine bestimmte Fahrzeugkategorie buchen. Kunden können dabei das Auto am Flughafen abgeben und dann nach der Landung am nächsten Airport ein anderes Fahrzeug für die Weiterfahrt nutzen.

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Ausgewählte Anbieter und Leasingpakete im Überblick:

Volvo
„Care by Volvo“
• Winterräder inklusive Einlagerung und Wechsel
• Premium-Versicherungspaket mit Haftungsbeschränkung
• Pannenhilfe – 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr
• Kfz-Steuer
• Gleichwertiges Ersatzfahrzeug bei Fahrzeugausfall
• Wartung und Reparatur mit Hol-/Bringservice
• Kostenloses Mietfahrzeug für eine Woche pro 12 Monate Laufzeit
carebyvolvo.volvocars.de
Leaseplan
„Click & Drive“
• Instandhaltung inkl. Pannenhilfe und UVV-Prüfung (Unfallverhütungsvorschriften)
• Reifen
• Tankkarten
• Kfz-Versicherung
• Schadenservice
• Kfz-Steuer
• Absicherung von Rückgabeschäden bis 1.000 €
(bei Zulassung als Transporter 2.000 €)
• Optional: Mietwagen on top
leaseplan.de/ihr-click-drive-fahrzeug
Alphabet
„AlphaCity“ Corporate Carsharing
• Full-Service-Angebot, das sämtliche Fahrzeugservices beinhaltet
(z. B. Wartung, Reifen, Versicherung, Schadenmanagement)
• Reduktion der Total Cost of Mobility – anstelle von Taxis, öffentlichen Verkehrsmitteln, Mietfahrzeugen oder dienstlich genutzten Privatfahrzeugen fahren Mitarbeiter die AlphaCity Carsharing Fahrzeuge
• Kunden entscheiden sich für ein individuelles Abrechnungsmodell, Abrechnungen erfolgen vollautomatisch
• Optional übernimmt Alphabet weitere Dienstleistungen, beispielsweise Parkplatzmanagement und Fahrzeugpflege-Services
alphabet.com/de-de/alphacity-corporate-carsharing


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