Mittelstandsbotschafter

Mehr als „charmant“: Der Management Buy-In (MBI) als Nachfolgevariante

Der Generationswechsel im deutschen Mittelstand nimmt weiter Fahrt auf. Gleichzeitig sind die konjunkturellen Rahmenbedingungen für eine Selbständigkeit so gut wie schon lange nicht mehr. Und dennoch stehen viel zu wenig Übernehmer für eine Unternehmensnachfolge im Rahmen eines Management Buy-In (MBI) bereit.  In unserer Praxis stellen wir häufig fest, dass das Wissen über verschiedene Transaktionsformen kein Allgemeingut ist. Vor diesem Hintergrund hat sich meine Kollegin Nicole Kalonda  mit dieser Nachfolgevariante in einem ausführlichen Beitrag für unser K.E.R.N- E-Book auseinandergesetzt.   

Welche Chancen sich potentiellen Übernehmern bei einem MBI eröffnen, worauf sie aber auch gleichzeitig achten müssen beschreibt sie anhand der folgenden Aspekte.

 1. Warum ist diese Nachfolgevariante „mehr als charmant“?

Formal bedeutet ja Management Buy-in (MBI) die Übernahme eines Unternehmens durch ein externes Management. Dabei sichert sich der Käufer in der Regel nicht nur die Anteilsmehrheit, sondern gleichzeitig auch die Leitung über das operative Geschäft. Soviel zur Definition. Da die Hauptakteure dieser Transaktionsform in der Regel weniger erfahren mit den Details eines Verkaufsprozesses sind muss dieser passgenau auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten werden. Ist dieser Gestaltungswille bei Übergeber und Übernehmer gegeben entfaltet der MBI als Nachfolgevariante tatsächlich einen großen Charme für beide Seiten.

2. Welche Vorteile sprechen denn für einen MBI?

Natürlich gibt es bei einer Betriebsübernahme sowohl positive als auch negative Aspekte. Die Entscheidung, welche Argumente stärker ins Gewicht fallen ist oft eine sehr subjektive. Ich will an dieser Stelle nur eine kleine Auswahl nennen:

  • Erstens: Der Übernehmer verfügt vom ersten Tag an über einen festen Kundenstamm und damit über die angenehme Situation von Anfang an Umsatz zu haben. Bereits erprobte Geschäftsabläufe ermöglichen Ihnen einen reibungslosen Übergang.
  • Zweitens: Das Unternehmen profitiert vom Image und vom Bekanntheitsgrad des Betriebes. Vor allen Dingen im Vergleich zu Neugründungen, wo die Etablierung auf dem Markt oft eines langen Atems bedarf, können beim MBI finanzielle und zeitliche Ressourcen in andere Maßnahmen und Projekte investiert werden. Grundsätzlich ist auch das Risiko am Markt zu scheitern geringer da das Unternehmen sich dort schon einen Platz erkämpft und Durchhaltevermögen gezeigt hat.
  • Drittens: Hier sind wir bei den passgenauen Gestaltungsmöglichkeiten. Was spricht gegen die Ausarbeitung einer Win-Win-Situation? Wenn die Chemie zwischen Übergeber und Übernehmer stimmt, könnte diese beispielsweise übergangsweise auch als Berater und Mentor fungieren und wertvolle Unterstützung in der Zeit nach der Übernahme leisten.

 3. Und wie steht es um die Risiken eines MBI?

 Die sind selbstverständlich auch vorhanden, beispielsweise:

  • Wenn der Einfluss des Altunternehmers vorab nicht klar geregelt wurde: Bleibt der Altunternehmer wie bislang involviert, kann es zu Meinungsverschiedenheiten in der Unternehmensführung kommen. Diese wirken sich im leichtesten Falle nachteilig auf das Betriebsklima aus und verunsichern die Mitarbeiter.
  • Oder das häufigste Problem, die Finanzierung: Ein großer Stolperstein der Unternehmensnachfolge liegt oft in der Finanzierung. Für einen MBI benötigen Übernehmer meist wesentlich mehr Geld als für eine Neugründung, bei der man klein anfängt. Dabei stehen Nachfolgern ebenso viele öffentliche Kredite und Zuschüsse zu wie Neugründern – was viele Übernehmer aber nicht wissen. An dieser Stelle sei übrigens auch der K.E.R.N Investors Club empfohlen, der für Übernehmer die einen MBI planen oder sich bereits mitten im Nachfolgeprozess befinden die umfassenden Vorteile eines exklusiven Netzwerks bietet. Hier finden potentielle Übernehmer ideale Voraussetzungen und passgenaue Finanzierungsmöglichkeiten um ihre Vorhaben zu realisieren.

Unabhängig davon empfehlen wir von K.E.R.N – Die Nachfolgespezialisten einen Transaktions- und Branchenerfahrenen externen Berater in die Modellierung des Übernahmeprozesses mit einzubeziehen und kostspielige Fehler zu vermeiden. Ob es um Unterstützung bei der Suche nach einem passenden Unternehmen, ein begleitendes Coaching oder die Moderation der Verkaufsverhandlungen zwischen Käufer und Verkäufer geht –  Spätestens wenn die Due Diligence Prüfung ansteht, sollten selbst betriebswirtschaftlich kundige Unternehmer in spe einen Fachmann zurate ziehen.

Fazit

Für Alles gibt es Lösungen und bei entsprechender Planung und Vorbereitung waren die Voraussetzungen für die erfolgreiche Durchführung eines MBI nie besser als heute.

Sowohl für Unternehmer, die sich mit der Regelung ihrer Nachfolge beschäftigen, als auch für Manager die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen wollen, ist es daher lohnenswert sich mit dieser Nachfolgevariante auseinanderzusetzen.

Lesen Sie weiterführende Aspekte und Informationen zum MBI in unserem E-Book.

 

  

 

 


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