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Seitenblick

Alte Liebe rostet nicht

Die Trennung war schmerzhaft. Nach Machtkämpfen und Auseinandersetzungen über Strategie und Produkte verließ der Mitgründer das Unternehmen im Streit. Zwölf Jahre später kehrte Steve Jobs in den Vorstand von Apple zurück. Unter seiner Führung entwickelte der Konzern in der Folge iPhone, iPad und Co. Der Rest ist Geschichte.

Mit diesem Werdegang ist der Apple-Manager einer der bekanntesten Bumerang-Mitarbeiter, doch bei weitem nicht der einzige. Immer häufiger kehren ehemalige Top-Kräfte nach einem Jobwechsel zu ihrem alten Arbeitgeber zurück – und werden mit offenen Armen empfangen. Selbst Firmen, die bisher ausdrückliche Regeln gegen Rückkehrer hatten, beginnen laut einer Studie des US-amerikanischen Workforce-Institute umzudenken.

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist angespannt. Warum also das Potenzial der Ehemaligen verschenken? Zum einen ist eine gewisse Fluktuation normal. Zum anderen endet nicht jeder Weggang im Zerwürfnis. In einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Business-Netzwerks Xing gaben 83 Prozent der Arbeitnehmer an, sie seien mit ihrer derzeitigen Tätigkeit durchaus zufrieden. Dennoch konnten sich 35 Prozent vorstellen, den Job innerhalb eines Jahres zu wechseln. Sie haben ihre Gründe, etwa ­Unzufriedenheit mit dem Chef. Doch genauso oft nennen Wechselwillige bessere Verdienstchancen, attraktive Karriere- und Entwicklungsmöglich­keiten oder schlicht die Lust, etwas Neues zu machen.

Seien Sie als Chef also nicht gekränkt, sondern gehen Sie im Guten auseinander und bleiben Sie in Kontakt. Denn mit dem Job gehe es vielen wie mit der Liebe, schreibt unser Autor Florian Sievers in der Titelgeschichte. Manch einer wird erst im neuen Unternehmen feststellen, was er am alten Arbeitsplatz geschätzt hat. Gut also, wenn die Tür für ein Comeback immer einen Spaltbreit offensteht.

Christian Raschke
Chefredakteur


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